Dazu gehört freilich nicht nur der Fernverkehr via Railjet aus praktisch ganz Österreich, sondern auch die herkömmliche Wiener S-Bahn oder via Regionalzug mit denen man um ein paar Euro unterwegs ist, sowie der City-Airport-Train (CAT).
Immer mehr Urlauber kommen per Zug zum Flug
Immer mehr Urlauber kommen per Zug zum Flug
2025 nutzten 10,5 Millionen Menschen die ÖBB für ihre Anreise zum Flughafen Wien. Seit 2014 bedeutet das laut ÖBB-Angaben auf Basis der Untersuchung der internationalen Beratungsunternehmens Arthur D. Little ein Wachstum von rund 70 Prozent. Demnach generiere die Bahn-Anbindung jährlich rund 15,8 Millionen Euro zusätzliche Wertschöpfung. Dazu schaff sie Beschäftigung und spare tonnenweise CO2 im Vergleich zur Anreise abseits des Zuges.
Mehr Zugreisende dank ausgebauter Südbahn
Die Anbindungen seien mehr als ein Verkehrsangebot, so die ÖBB-Vorständin für den Personenverkehr, Sabine Stock. „Sie sind ein zentraler Bestandteil eines funktionierenden Gesamtsystems. Sie verbinden Regionen direkt mit internationalen Märkten und leisten gleichzeitig einen messbaren Beitrag zu Wirtschaft, Beschäftigung und Klimaschutz.“
Verkehrsminister Peter Hanke und die Wiener Vizebürgermeisterin Barbara Novak (beide SPÖ) pflichten dem bei und betonten unter anderem die Bedeutung dieser „integrierten Mobilität“ beispielsweise für den Kongresstourismus in Wien aber auch für Reisende von und nach außerhalb der Bundeshauptstadt.
S-Bahn-Hauptstrecke in Wien wird gesperrt
Wachstumspotenziale biete die Südstrecke über die Steiermark durch den Koralmtunnel nach Kärnten. Das mag die Flughafenbetreiber Graz und Klagenfurt weniger freuen, die Nachfrage ist laut den Angaben vom Donnerstag aber im steigen. Zusätzlich werde das Anreiseangebot ausgebaut – aber nicht nur via Bahn, sondern auch via Bus. Wird die S-Bahn-Hauptstrecke in Wien noch heuer für ein gutes Jahr gesperrt, ist es für Reisende aus manchen Teilen Wiens vorübergehend auch nicht mehr ganz so bequem ab Wien zum Flughafen per Zug, wenn man nicht den Weg über den Hauptbahnhof nutzt.
Mit dem CAT, der dann als Schienenersatzverkehr mit Bussen und kurzen Intervallen geführt wird, kann man auch durchchecken. Die mehrheitlich private Westbahn ist auf der Strecke zum Flughafen bisher nicht präsent. Die AUA bietet auch Kombitickets mit Zug und Flug beispielsweise ab Linz. Die ÖBB forcieren die Verbindung seitdem der neue Wiener Hauptbahnhof als Durchgangsbahnhof den früheren Südbahnhof ersetzt hat.
Kritik: „ÖBB fahren auf Verschleiß“
Die Gewerkschaft vida sieht im neuen Fahrgastrekord der ÖBB im Vorjahr zwar ein positives Signal für den Zuspruch für die Öffis und die Mobilitätswende in Österreich. Doch gibt es seitens der Eisenbahngewerkschaft in der vida den Vorwurf an die Bundesbahnen, auf Verschleiß zu fahren. Der starke Angebots- und Nachfragezuwachs sei nicht ausreichend durch Fahrzeuge und betriebliche Reserven abgesichert worden, bezog sich Vorsitzender Gerhard Tauchner auf ein Ergebnis des RH-Berichts, über den ausführlich berichtet worden war.
„Um hier keine negativen Rekorde zu schreiben, muss umgehend auf allen Ebenen gegengesteuert werden“, fordert Tauchner. Die ÖBB hatten im Zuge des RH-Berichts bereits auf „Belastungsspitzen“ verwiesen und wollen Kritikpunkte „gezielt adressieren“.
Die ÖBB haben im Vorjahr wie berichtet einen Passagierrekord erzielt. Es gab ein Plus von 1,4 Prozent gegenüber 2024 und damit 559 Millionen Fahrgäste. Der Nahverkehr auf Schiene stieg um 2 Prozent auf 301 Mio. Gäste, die Zahl der Bus-Passagiere blieb bei 211,5 Millionen stabil. Der Fernverkehr wuchs um 1,5 Prozent auf 47 Millionen Reisende. Offizielle Zahlen gibt es am 17. April.