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00:00:00Guten Abend, meine Damen und Herren.
00:00:03Vier Jahre lang hat ein junges Mädchen den Schlüssel zur Aufklärung einer ganzen Serie von Sittlichkeitsverbrechen mit sich herumgetragen, ohne es zu wissen.
00:00:12Vor acht Wochen, am 25. Oktober, sah sie dann in unserer Sendung den Bericht über den unbekannten Sittentäter, der an den Autobahnen sein Unwesen trieb.
00:00:20Sie erinnern sich vielleicht, der Mann mit dem französischen Akzent, der am Frankfurter Kreuz Anhalterinnen mitnahm,
00:00:26sie mit geheimnisvollen Pillen einschläferte und sich dann an ihnen verging.
00:00:31Als das junge Mädchen die Sendung sah, wusste sie plötzlich, diesem Mann war auch sie vor vier Jahren während einer Anhalterreise durch Frankreich begegnet
00:00:38und sie hatte sich damals die Autonummer des Unbekannten aufgeschrieben.
00:00:45Der Rest war für die Kripo und Interpol Routine.
00:00:48Am 2. Dezember wurde in Bad Homburg ein Franzose festgenommen, der seit mehreren Jahren in Deutschland lebt.
00:00:54Die Durchsuchung förderte das fragliche Medikament zutage.
00:00:59Sieben junge Mädchen, von denen zwei sogar aus England geholt werden mussten,
00:01:03haben den Mann unabhängig voneinander als den geheimnisvollen Autobahnschreck wiedererkannt.
00:01:09Soviel zu dem Fall aus der Oktober-Sendung.
00:01:11Auch im November gab es Ereignisse und Ergebnisse, die zum Teil Sie uns in den Zeitungen vielleicht schon kennen.
00:01:17Noch am Abend der Sendung wurden zwei Männer festgenommen.
00:01:20Zuerst der angebliche Olympiareiter Hans Mayer.
00:01:24Ein Zuschauer konnte seinen Aufenthaltsort in Kreis Thetmold der Polizei angeben.
00:01:28Die zweite Festnahme wurde noch am selben Abend aus Wien gemeldet.
00:01:32Teddy Potzkowski, Sie haben ja damals noch in der Nacht, in der Zwischenbilanz darüber berichtet.
00:01:36Was können Sie denn unseren Zuschauern heute nun Näheres sagen?
00:01:38Ja, das ist richtig.
00:01:41Wie Sie wissen, stand Herbert Kirchmeier wegen zahlreicher Fälschungen auf der internationalen Fahndungsliste.
00:01:49Er arbeitete für eine internationale Bande.
00:01:52Noch während der Sendung bekamen wir einen ganz wertvollen Hinweis.
00:01:57Und die Kriminalpolizei setzte sich sofort auf diese Fährte und konnte Kirchmeier vor einem Lokal in der Wiener Innenstadt festnehmen.
00:02:07Er wurde ins Sicherheitsbüro gebracht und jetzt befasst sich mit ihm das Gericht.
00:02:12Ein zweites interessantes Detail vielleicht noch.
00:02:16Ein Gesuchter aus unserer Sendung vom 2. August, nämlich Arno Feigl, der Juwelentieb, stand heute in Wien vor Gericht.
00:02:27Er wurde zu sechs Jahren Kerker verurteilt.
00:02:30Das war's für heute. Vielen Dank, Teddy Burckowski.
00:02:34Noch zwei weitere Fälle aus der letzten Sendung, meine Damen und Herren, dürfen als abgeschlossen gelten.
00:02:40Winfried Hartgen und Wilfried Weissmann.
00:02:43Beide im Zusammenhang mit ganzen Serien von Autotypstellen gesucht, konnten vor wenigen Tagen festgenommen werden.
00:02:50Winfried Hartgen in Rüsselsheim und Wilfried Weissmann in Zürich.
00:02:53Und dann warten wir noch auf die Bestätigung einer wichtigen Meldung, meine Damen und Herren, einer Meldung, die ebenfalls die letzte Sendung betrifft, und zwar den Überfall auf dem Pforzheimer Juwelenhändler, bei dem diese beiden Männer gesucht worden sind.
00:03:08Die Zeichnungen sind, wie Sie sich vielleicht erinnern werden, von dem Überfallenen selbst angefertigt werden.
00:03:17Für die weiteren Einzelheiten zu diesem Fall muss ich noch um ein klein wenig Geduld bitten, meine Damen und Herren.
00:03:22Wie gesagt, wir erwarten hier noch eine Bestätigung.
00:03:25Ich bin ziemlich sicher, dass sie im Laufe der Sendung noch kommt und wir Ihnen dann weiteres erzählen können.
00:03:31Für heute haben wir wieder sieben Fälle für Sie vorbereitet.
00:03:35Zuerst eine besonders wichtige Personenverhandlung.
00:03:38Es geht dabei um einen Doppelmord.
00:03:41Seit 39 Tagen sucht die Polizei den 22-Jährigen Alfred Wendig.
00:03:47Er steht im Verdacht, am 9. November in Dortmund seine Großeltern ermordet zu haben.
00:03:54Alfred Wendig ist 1,72 groß, schlank.
00:03:58Er hat dunkle Haare und dunkelbraune Augen.
00:04:00Noch am Tag nach der Tat trug er einen schmalen Oberlippenbart.
00:04:06Ob er ihn inzwischen abrasiert hat, ist nicht bekannt.
00:04:10Wir zeigen Ihnen deshalb beide Bilder.
00:04:12Wendig ist vom Beruf Hilfsarbeiter.
00:04:14Da er bei der Flucht kaum Geld bei sich hatte, wird er vielleicht versuchen, irgendwo unangemeldet eine Arbeit aufzunehmen.
00:04:20Für Hinweise, die zur Klärung des Verbrechens und zur Festnahme des Täters führen, sind Belohnungen von insgesamt 4.000 Mark ausgesetzt.
00:04:29Hinweise bitte an die Kripo Dortmund.
00:04:32Vorwahl 0231.
00:04:35Ruf Nummer 29071.
00:04:39An jede Polizeidienststelle oder an eines der Aufnahmestudios in Wien oder Wiesbaden.
00:04:43Für den nächsten Fall hat hier inzwischen Oberkommissar Robert Schreiner von der Kripo in Ludwigshafen Platz genannt.
00:04:50Wieder einmal geht es um ein Verbrechen an der Autobahn, genau genommen sogar um mehrere, für die möglicherweise ein und derselbe Täter infrage kommt.
00:04:58Ja, und wir haben vielleicht noch die Chance, dem Täter auf die Spur zu kommen, Herr Zimmermann, wenn wir entsprechende Hinweise erhalten über all die Gegenstände, die die Opfer zuletzt mit sich geführt haben und die bis zum heutigen Tage verschwunden sind.
00:05:11Es geht im Einzelnen um so unterschiedliche Dinge wie eine Schiffskarte, Fotoapparate, Damenarmbanduhr, ein Skizzenbuch und diese türkische Mockermühle.
00:05:22Aber nun sehen Sie sich bitte erst einmal an, meine Damen und Herren, wie es zu dieser ungewöhnlichen Sammlung gekommen ist.
00:05:28In einem Münchner Fotogeschäft der Innenstadt interessiert sich eine junge Dame für eine gebrauchte Kamera mittlerer Preislage.
00:05:35Wir haben sie beim Verkauf eines größeren Objektes in Zahlung genommen, sie ist praktisch wie neu.
00:05:38Was kostet sie denn?
00:05:42238 Mark.
00:05:44238 Mark, das sind ungefähr 300 Franc.
00:05:48Wissen Sie, sie ist nämlich nicht für mich.
00:05:51Trotzdem, Sie gehen da kein Risiko ein.
00:05:55Also gut, ich nehme Sie mit.
00:05:56Die Kundin, die für eine französische Freundin einen Fotoapparat ersteht, ist die 27-jährige Sprachstudentin Gerda Oet.
00:06:07Sie studiert in Paris und hat hier in München eine Zusatzprüfung abgelegt, um in Frankreich als Deutschlehrerin arbeiten zu können.
00:06:14Noch heute will sie als Anhalterin die Rückreise in die französische Hauptstadt antreten.
00:06:21An der Autobahnausfahrt München-Obermenzing verliert sich die Spür des Mädchens.
00:06:46Gegen 15.45 Uhr wird Gerda Oet dort zum letzten Mal gesehen.
00:06:57Am Ziel ihrer Reise in Paris kommt sie nicht an.
00:07:00Vier Wochen später, am 20. Mai, wird von der Wasserschutzpolizei in der Nähe von Ludwigshafen eine unbekleidete Frauenleiche gefunden.
00:07:19Die Beamten erkennen, dass die Frau mit einem Nylonstrumpf erwürgt und vermutlich erst nach Eintritt des Todes ins Wasser geworfen worden ist.
00:07:26Die spätere gerichtsmedizinische Untersuchung stützt diese Vermutung.
00:07:39Anheben.
00:07:42Die Berechnung der Strömungsverhältnisse ergibt, dass die Tote in der Nähe von Karlsruhe in den Rhein geworfen wurde.
00:07:49Wie weiter festgestellt wird, ist die Frau seit etwa vier Wochen tot.
00:08:11Die Mordkommission Ludwigshafen übernimmt die Ermittlungen.
00:08:14Zuerst sieht es so aus, als handele es sich bei der Ermordeten um eine verschwundene Zirkusreiterin.
00:08:22Nach einigen Tagen führt aber eine andere Vermisstenmeldung zur Identifizierung der Toten.
00:08:27Es ist die Sprachstudentin Gerda Oet aus Paris.
00:08:30Ihre Anhalterreise auf der Autobahn hat sie mit großer Wahrscheinlichkeit von München bis in den Raum Karlsruhe geführt.
00:08:38Halt mal Karlsruhe.
00:08:40Da war doch vor zwei Jahren noch eine andere Frauenleiche an der Autobahn.
00:08:43Ist die eigentlich klargegangen?
00:08:44So viel, ich weiß nicht.
00:08:47Mensch, das war doch auch eine Studentin.
00:08:50Eine Amerikanerin.
00:08:51Na, ruf doch mal an bei den Karlsruhern.
00:08:54Die Rückfrage in Karlsruhe ergibt, dass dort vor anderthalb Jahren tatsächlich die amerikanische Studentin Anne Petersen in der Nähe eines Autobahnrastplatzes tot aufgefunden worden ist.
00:09:07Auch Anne Petersen war per Anhalter auf der Reise von München nach Paris.
00:09:11Auch sie hat München am Nachmittag verlassen und ist in der Nacht einem Sexualverbrechen zum Opfer gefallen.
00:09:17Auch ihr Reisegepäck ist spurlos verschwunden.
00:09:20Ich möchte wetten, da gibt's Zusammenhänge.
00:09:22Wir müssen uns mit den Karlsruhen mal zusammensetzen.
00:09:25Na genau.
00:09:27Man müsste eigentlich gemeinsam etwas unternehmen.
00:09:29Tja, natürlich, aber...
00:09:30Der Gedanke einer gemeinsamen Kommission der Bundesländer Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wird geboren.
00:09:36Noch bevor der Plan feste Formen annimmt, werden die Männer der Ludwigshafener Mordkommission von einer neuen Meldung der Wasserschutzpolizei alarmiert.
00:09:44Wir haben in der Funkzentrale gerade eine Meldung aus Speyer bekommen.
00:09:49Da ist eine unbekleidete Frauenleiche angetrieben.
00:09:51Vermutlich erwürgt.
00:09:52Es gelingt der Polizei in relativ kurzer Zeit, die in Speyer angetriebene Tote zu identifizieren.
00:10:18Mit Hilfe von Verwandten und Freunden, die ins Gerichtsmedizinische Institut geholt werden, wird festgestellt, dass es sich wieder um eine amerikanische Studentin handelt.
00:10:28Um die 24-jährige Eleanor May Friday.
00:10:33Oh, yes. Sie ist es. I'm sure.
00:10:38Ich kann mich noch immer nicht verstehen.
00:10:41Oh, mein Gott.
00:10:42Auch Eleanor Friday war als Anhalterin auf der Bundesautobahn unterwegs.
00:10:49Sie wollte von Basel über Karlsruhe nach München trampen.
00:10:56Gegen 19 Uhr überschritt sie bei Basel die deutsch-schweizerische Grenze.
00:11:00Auch ihr Gepäck ist verschwunden.
00:11:01Auch sie muss, ähnlich wie die anderen beiden Opfer, gegen Mitternacht im Raum Karlsruhe einem Sexualverbrechen zum Opfer gefallen sein.
00:11:12Der neue Autobahn-Mord lässt die geplante Sonderkommission aus Beamten von zwei Bundesländern Wirklichkeit werden.
00:11:21Die Männer aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg beschließen gemeinsame Aktionen.
00:11:27Das ist ja vollkommen unwichtig.
00:11:29Jetzt lass uns doch mal die Punkte zusammenstellen, die wir erledigen müssen.
00:11:33Ja, also zuerst müssen wir die Wälder und Felder des gesamten Raums nach den Kleidern genau absuchen lassen.
00:11:40Tja, und dann sollten wir bei den persönlichen Verwandten und Bekannten den Inhalt des fehlenden Reisegepäcks genau feststellen lassen.
00:11:46Und nach den Sachen muss dann gefahndet werden?
00:11:48Tja, das ist ja alles richtig.
00:11:50Aber ich finde vor allem, wir müssen dieses verdammte Autobahn-Dreieck nachts ein bisschen im Auge behalten.
00:11:56Sonst haben wir hier bald die vierte Leiche auf dem Tisch liegen.
00:11:58Die Beschlüsse der Zweiländerkommission führen zu umfangreichen Ermittlungen im In- und Ausland.
00:12:12Tagelang wird von Hundestaffeln und Bereitschaftspolizei nach den verschwundenen Kleidungs- und Gepäckstücken gesucht.
00:12:19Ohne Erfolg.
00:12:28Bald verfolgen die Beamten der Sonderkommission nicht weniger als fast 2000 einzelne Spuren.
00:12:49Hunderte von Verdächtigen werden überprüft.
00:12:52Auch das bleibt ohne Erfolg.
00:12:54Schließlich greift die Kripo zu einer unkonventionellen Fahndungsmethode.
00:13:05Drei Wochen lang steht nachts eine attraktive Blondine an dem gefährlichen Autobahn-Dreieck bei Karlsruhe.
00:13:11Es ist eine Beamtin der weiblichen Kriminalpolizei.
00:13:14Drei Wochen lang steht nachts.
00:13:44Hallo, guten Abend.
00:13:55Können Sie mich ein Stück mitnehmen?
00:13:56Warum nicht? Gern.
00:13:57Wohin fahren Sie denn?
00:13:58Nach Augsburg.
00:13:59Leider nicht meine Richtung. Ich will nach Freiburg.
00:14:03Schade. Wir hätten uns sicher ganz gut vertragen.
00:14:07Na dann vielleicht ein andermal.
00:14:08Wiederschauen.
00:14:09Wiedersehen.
00:14:14Auf diese Weise versucht die Kripo diejenigen Autofahrer herauszufiltern,
00:14:22die sich nachts im Raume Karlsruhe für hübsche Anhalterinnen interessieren.
00:14:28277 Autobesitzer werden überprüft. Aber auch diese Aktion endet ohne Erfolg.
00:14:38Neue Beweise oder neue Spuren kann sich die Kripo in diesen Fällen nur erhoffen,
00:14:43wenn es gelingt, zumindest einen der Gegenstände wiederzufinden, die mit dem Gepäck der Toten verschwunden sind.
00:14:49Im Gepäck des ersten Opfers, der amerikanischen Studentin Anne Peterson, befanden sich mit Sicherheit folgende Gegenstände.
00:14:58Erstens eine solche Kette aus 17 sogenannten türkischen Kummerperlen.
00:15:03Die einzelnen Perlen sind knapp zwei Zentimeter lang und wie Keramikschmuck bemalt.
00:15:10Grundfarbe hellblau mit einer augenähnlichen gelben Zeichnung.
00:15:15Anne Peterson hat die Perlen selbst auf eine dünne Nylonschnur gezogen.
00:15:20Die Kette besaß deshalb keinen Verschluss.
00:15:23Die Enden waren nur verknotet.
00:15:25Zweitens fehlt seit Anne Peterson's Tod, also seit September 1964, eine solche türkische Mokka-Mühle aus Messing.
00:15:33Die Mühle ist 28 Zentimeter hoch und relativ schwer.
00:15:38Die Kurbel kann man abnehmen und die Kurbel ist in sich hier noch zu knicken.
00:15:43In der Mitte kann man die Mühle auseinandernehmen.
00:15:46Sie ist, wie gesagt, aus Messing und relativ stabil.
00:15:49Es lässt sich denken, dass sie vielleicht weggeworfen und von Kindern oder Passanten gefunden worden ist.
00:15:57Drittens ein Florentiner Skizzenbuch mit solch einem Einband.
00:16:03Mit einem breiten gelben Streifen und stilisierten gelben Lilien auf rotem Grund.
00:16:09Anne Peterson war, wie gesagt, Kunststudentin.
00:16:13Ob das Buch bereits Zeichnungen enthielt, wurde nicht bekannt.
00:16:16Fast zwei Jahre später, also im April 1966, starb das nächste Opfer, Gerda Oeth.
00:16:24Von ihr fehlt dieser Fotoapparat, dieser Apparat, den sie in München gekauft hat, eine Vogtländer Vitomatik 2A.
00:16:31Frage also, wer hat im Frühjahr 1966 oder später eine solche Kamera gefunden oder gebraucht erworben?
00:16:38Eine Vogtländer Vitomatik 2A.
00:16:41Auch im Gepäck der Amerikanerin Elianor Freide befand sich ein Fotoapparat.
00:16:49Eine Agfa Silette Compure Rapid mit der Nummer ES 5483.
00:16:56Ich wiederhole die Nummer.
00:16:58ES 5438.
00:17:02Diese Nummer findet man im Innern dieser Kamera, und zwar hier unten unter der rechten Filmspule.
00:17:09Außerdem hatte Elianor Freide zwei Fabrikneue Damenambanduhr bei sich mit schwarzem Lederamband,
00:17:16der Marke Drefa Automatik mit Datumsanzeiger.
00:17:22Beide Uhren tragen auf der Rückseite die Gruppennummer 7284-273.
00:17:30Ich wiederhole, 7284-273.
00:17:36Die junge Amerikanerin war auf dem Weg zurück in ihre Heimat.
00:17:42Sie hatte zwei solche Schiffskarten bei sich, die eine ausgestellt auf ihren Namen,
00:17:48die zweite auf den Namen ihres Bruders Carl Freide.
00:17:51Auch dieser Pass des Mädchens ist bis heute verschwunden.
00:18:00Es ist ein amerikanischer Reisepass auf den Namen Elianor Freide, der damals dieses Bild trug.
00:18:08Vielleicht führt auch ein dunkelgrüner Schlafsack auf die Spur des Mörders.
00:18:17Ein solcher Schlafsack befand sich ebenfalls im Gepäck der Getöteten.
00:18:21Er trug das Namensschild Rosmarie Harrison.
00:18:24Für Hinweise, die zur Aufklärung der gezeigten Verbrechen dienen,
00:18:32sind Belohnungen ausgesetzt von insgesamt 16.000 Mark.
00:18:37Hinweise werden erbeten an Kripo Ludwigshafen,
00:18:41Vorwahl 0621,
00:18:46Ruf 5801,
00:18:49an jede andere beliebige Polizeidienststelle
00:18:52oder an eines der Aufnahmestudios.
00:18:56So viel zu den Mordfällen an der Autobahn.
00:18:59Vielen Dank, Herr Schreiner.
00:19:00Im nächsten Fall, meine Damen und Herren, geht es wieder um eine Personenfahndung.
00:19:05Und zwar um die Fahndung nach dem Holländer Philipp Steinmetz.
00:19:08Sein Name taucht seit Jahren immer wieder
00:19:11im Zusammenhang mit Diebstählen in Kirchen und Klöstern auf.
00:19:15Besonderes Interesse zeigt Herr Steinmetz dabei für alte Bücher.
00:19:19So wird er jetzt zum Beispiel beschuldigt,
00:19:22im österreichischen Benediktinerkloster Stift Melk
00:19:25elf unersetzliche Inkunabeln, also Wiegendrucke,
00:19:28aus der Zeit Gutenbergs gestohlen zu haben.
00:19:31Allein diese elf Bücher hatten einen Wert von 87.000 Schilling.
00:19:36Philipp Steinmetz ist 27 Jahre alt,
00:19:40schlank und etwa 1,70 groß.
00:19:43Er hat dunkle Augen
00:19:44und gescheiteltes Haar.
00:19:49Dunkles Haar.
00:19:51Steinmetz besitzt und trägt mitunter das Gewand eines Klosterbruders.
00:19:56Für Hinweise, die zur Festnahme des Gesuchten führen,
00:19:59ist eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt.
00:20:02Hinweise bitte an jede Polizeidienststelle oder an eines unserer Aufnahmestudios.
00:20:07Hier noch einmal die Rufnummern.
00:20:08Wiesbaden.
00:20:10Vorwahl von Wiesbaden 06121.
00:20:14Rufnummer 36001.
00:20:17In Wien, die Vorwahl innerhalb Österreichs, 0 und dreimal die 2.
00:20:29Und dann die Rufnummer 82, 36, 21 bis 25.
00:20:37Vielen Dank.
00:20:47Meine Damen und Herren, das ist sie, die Bestätigung, auf die wir den ganzen Abend gewartet haben.
00:20:52Jetzt können wir es bekannt geben,
00:20:54der Raubüberfall auf den Juwelenhändler in Pforzheim ist geklärt.
00:20:58Noch am Abend der letzten Sendung wurden die beiden Täter,
00:21:03hier sehen Sie die Zeichnungen,
00:21:05konnten diese beiden Täter noch am Abend identifiziert werden.
00:21:08Sie saßen gerade wegen anderer Straftaten hinter Gittern.
00:21:11Wir konnten damals über diesen schnellen Erfolg nicht sprechen,
00:21:14um die weiteren Ermittlungen der Polizei nicht zu gefährden.
00:21:18Heute Abend aber sind nun die Ermittlungen auf einen Punkt angelangt,
00:21:21der es uns erlaubt, einiges zu sagen.
00:21:23Es ist der Polizei in diesem Fall gelungen,
00:21:26in einen internationalen Verbrecherring einzudringen,
00:21:30der auch in der Bundesrepublik sich niedergelassen hat.
00:21:33Dieser Gruppe wird eine ganze Anzahl von Verbrechen zugeordnet.
00:21:37Einige der wichtigsten Schlüsselfiguren konnten nun in den vergangenen Tagen festgenommen werden.
00:21:43Zwei Männer, gegen die der Richter ebenfalls Haftbefehler lassen hat, sind aber flüchtig.
00:21:47Und zwar Fischels Kornik.
00:21:49Er ist 38 Jahre alt,
00:21:541,72 groß,
00:21:56hat dunkelblonde Haare
00:21:57und spricht Deutsch, Polnisch und Hebräisch.
00:22:01Skornik tritt auch unter dem Namen
00:22:03Günter Fischer oder Fisser mit V und SH auf.
00:22:08Der zweite Mann,
00:22:09Todor Kramarski,
00:22:11ist ebenfalls 38 Jahre alt,
00:22:131,76 groß und hat schwarzes Haar.
00:22:16Unter seinem linken Auge
00:22:18befindet sich eine etwa 3 cm lange Narbe.
00:22:20Am linken Zeigefinger
00:22:22hat er eine etwa 2 cm lange Narbe.
00:22:26Die Polizei hält es für wahrscheinlich,
00:22:28dass sich beide nach Österreich abgesetzt haben.
00:22:31Skornik und Kramarski
00:22:32besitzen vermutlich eine Schusswaffe
00:22:33und es ist anzunehmen,
00:22:35dass sie rücksichtslos davon Gebrauch machen werden.
00:22:38Für Hinweise,
00:22:38die zur Festnahme der beiden Gesuchten führen,
00:22:40sind Belohnungen von je 1.000 Macht ausgesetzt.
00:22:43Hinweise bitte an die Kripo Pforzheim,
00:22:46Vorwahl 07231,
00:22:49Telefon 23861,
00:22:52an jede andere Polizeidienststelle
00:22:53oder an eines der Aufnahmestudios.
00:22:57Mit diesem Ergebnis aus der letzten Sendung,
00:22:59meine Damen und Herren,
00:23:00hat sich das Leitmotiv,
00:23:01unter dem diese Sendung steht,
00:23:03glaube ich, wieder einmal bestätigt.
00:23:04Es heißt,
00:23:05leihen Sie der Polizei Ihre Augen und Ihre Ohren,
00:23:08damit sie sie besser beschützen kann.
00:23:10Dieses Wort stammt nicht von uns,
00:23:12meine Damen und Herren.
00:23:13Professor Wilson,
00:23:14der Polizeichef von Chicago,
00:23:16hat es geprägt.
00:23:17Der Polizeichef einer Stadt also,
00:23:19die, weiß Gott,
00:23:20nicht über mangelnde Kriminalität zu klagen hat.
00:23:23Mr. Wilson hat mit dieser Devise
00:23:25aber sehr großen Erfolg gehabt.
00:23:27In Chicago ist die Kriminalität zurückgegangen.
00:23:31Man sollte diese Aufforderung
00:23:32aber nun nicht missverstehen.
00:23:33Es kommt ausschließlich darauf an,
00:23:36die Polizei mit Informationen zu versorgen.
00:23:38Es kann und soll nicht Aufgabe der Staatsbürger sein,
00:23:41selbst aktiv die Aufgaben der Polizeibeamten zu übernehmen.
00:23:45Denn nicht selten ist das eine gefährliche Arbeit.
00:23:49Wie gefährlich,
00:23:50das bitte sehen Sie sich an in unserem nächsten Fall.
00:23:55Mittwoch, 3. April 1968.
00:23:59In Frankfurt ein kalter, regnerischer Tag.
00:24:02Kurz nach 12 Uhr liefert der Wagen einer Baustofffirma
00:24:05in der Rosseggerstraße Bimsplatten
00:24:07für den Innenausbau eines Hauses ab.
00:24:11Josef Menke, der Fahrer der Baustofffirma,
00:24:14nutzt die Zeit für einen kleinen Imbiss.
00:24:26Hinter der nächsten Straßenecke,
00:24:28etwa 50 Meter von dem Lastwagen entfernt,
00:24:31nutzt ein unbekannter Mann die ruhige Mittagszeit,
00:24:33um in der Filiale einer Bank mit der Pistole in der Hand
00:24:36die Kasse zu plündern.
00:24:40Mach schon.
00:24:45Die Bankangestellten wagen keinen Widerstand.
00:24:48Die Drohungen des Räubers sind unmissverständlich.
00:24:51Die Alarmanlage wird nicht ausgelöst.
00:24:53Das Risiko für die Angestellten ist zu groß.
00:24:56Das ist alles.
00:25:02Insgesamt raubt der Unbekannte etwas mehr als 11.000 Mark.
00:25:05Vor dem Banklokal verwandelt sich der Räuber in einen harmlosen Passanten,
00:25:25der ein bereitgestelltes Fahrrad besteigt.
00:25:28Der auffällig hochgezogene Lenker ist mit rotem Klebeband umwickelt.
00:25:31Ohne besondere Hast fährt der Mann seines Weges.
00:25:37So, du musst mir hier noch unterschreiben.
00:25:39Wo?
00:25:40Ah, ja, hier, ja.
00:25:45Dann seh zu, dass er den Bauer fertig kriegt.
00:25:47Ja, wir wollen's hoffen.
00:25:53Hilfe!
00:25:54Handüberfall!
00:25:55Der Radfahrer!
00:25:57Dort!
00:25:57Der Radfahrer!
00:25:58Josef Menke ist entschlossen, den Räuber zu stillen.
00:26:14Doch Josef Menke passt auf.
00:26:44Und nun bekommt er auf dramatische Weise die Gewissheit,
00:26:53dass er es mit einem gefährlichen Verbrecher zu tun hat.
00:26:57Bitte geben Sie mir Ihre Fahrzeugschlüssel, sonst knallt's.
00:27:02Menke erkennt, dass er in diesem Moment der Schwächere ist.
00:27:07Lassen Sie mich in Ruhe und verfolgen Sie mich nicht mehr.
00:27:10Sonst schieße ich bestimmt.
00:27:11Als der Räuber erneut auf dem Fahrrad sitzt,
00:27:22glaubt Josef Menke wieder im Vorteil zu sein.
00:27:24Er versucht, den Verbrecher zu Fuß einzuholen
00:27:26und denkt nicht mehr an die Gefahr.
00:27:28Ich habe sie gewahrt.
00:27:49Sind Sie verletzt?
00:28:02So hören Sie doch!
00:28:07Wenige Minuten nach dem Überfall
00:28:09trifft die Polizei vor der Bankfiliale ein.
00:28:11Die Umgebung wird abgesperrt.
00:28:13Die Suche nach dem Täter bleibt jedoch ohne Erfolg.
00:28:15Der Verletzte ringt mit dem Tod.
00:28:20Er ist nicht vernehmungsfähig.
00:28:24Auf einem Garagengelände werden das Fahrrad und der Hut des Täters gefunden.
00:28:28Am nächsten Tag, etwa 700 Meter vom Tatort entfernt,
00:28:35entdecken die Bewohner eines Mietshauses schließlich den Mantel und die leere Aktentasche unter einer Kellertreppe.
00:28:40Josef Menke kommt durch.
00:28:46Die Kugel ist wenige Zentimeter am Herzen vorbeigegangen.
00:28:50Nach ein paar Tagen ist er bedingt vernehmungsfähig.
00:28:53Hunderte von Lichtbildern aus der Verbrecherkartei werden ihm vorgelegt.
00:28:57Der Täter ist nicht darunter.
00:28:58Zu guter Letzt bringt Menke die Beamten auf eine Idee.
00:29:08Wissen Sie, das hat alles keinen Zweck hier.
00:29:13Der sah genau aus wie ein Freund von mir.
00:29:16Das hätte ein Zwillingsbruder von ihm sein können.
00:29:20Gerade ein paar Jahre älter vielleicht.
00:29:22Am nächsten Tag sitzt der Freund des schwer verletzten Lkw-Fahrers vor der Kamera der Polizei.
00:29:38Er selbst scheidet als Täter aus, aber er ist damit einverstanden, dass sein Foto zu Fahndungszwecken benutzt wird.
00:29:46Der Retoucheur soll dem Porträt später nach Menkes Angaben die größtmögliche Ähnlichkeit mit dem Räuber geben.
00:29:52Seine Arbeit wird wenige Tage später als treffend bestätigt.
00:30:02In der überfallenen Bank erkennen alle Zeugen unter einer Auswahl ähnlicher Gesichter das retuschierte Foto als das Bild des Bankräubers an.
00:30:10Das ist er.
00:30:12Sind Sie sicher?
00:30:13Absolut sicher.
00:30:14Ja, danke.
00:30:15Der da.
00:30:28Der ist es.
00:30:32Da bin ich ganz sicher, der hier war's.
00:30:35Die Kriminalpolizei verfolgt in dieser Sache aber noch eine zweite wichtige Spur.
00:30:42Sie versucht, die Herkunft des zurückgelassenen Fahrrades zu ermitteln.
00:30:46Es gelingt ihr, mithilfe der Rahmennummer festzustellen, dass das Rad vor neun Jahren in Neumünster, Schleswig-Holstein, gekauft worden ist.
00:30:54Bald erfahren die Frankfurter Beamten von ihren Kollegen aus dem Norden aber noch mehr.
00:30:57Weitere Ermittlungen hiesiger Dienststellen haben ergeben, dass die Käuferin Luise Wegener im Februar 1962 nach Frankfurt verzogen ist.
00:31:07Schauen Sie mal an.
00:31:09Wollen wir doch gleich mal hören, wo die Dame wohnt.
00:31:12Du sagst Luise Wegener.
00:31:13Wegener, das ist U bis Z.
00:31:16Zwei, drei.
00:31:17Namensregister U bis Z.
00:31:21Hier, Berger, erstes K.
00:31:22Tag, Elfriede.
00:31:23Ich hab mal wieder ein Anliegen.
00:31:25Wegener.
00:31:27Wilhelm Emil Gustav Emil Nordpol Emil Richard.
00:31:33Vorname Luise, geboren am 3.05.41 in Neumünster.
00:31:39Ich schau mal.
00:31:40Nun bin ich ja ehrlich gesagt gespannt.
00:31:47Hast du sie?
00:31:50Ja, aber die wohnt nicht mehr hier.
00:31:53Die war 1962 nur ein paar Monate in Frankfurt.
00:31:57Und hier ist ein Vermerk.
00:31:58Verzogen nach Hamburg.
00:32:00Sag mal, steht da ein Beruf auf der Karte?
00:32:02Ja, hier steht Kindergärtnerin.
00:32:04Na prima.
00:32:06Dann bis zum nächsten Mal, Elfriede.
00:32:10Na also.
00:32:11Die Vernehmung der Kindergärtnerin Luise Wegener
00:32:16übernehmen die Kollegen der Hamburger Kripo.
00:32:19Das Gespräch, das sie mit der jungen Frau führen,
00:32:21endet jedoch mit einer Überraschung.
00:32:26Nein, wissen Sie, mit so einem Lenker wäre ich nie gefahren.
00:32:29Und dann die alberne rote Bandage.
00:32:32Aber das Fahrrad selbst, das ist es doch.
00:32:35Doch, ja.
00:32:36Soweit ich mich erinnern kann, bestimmt.
00:32:38Und wo ist das Fahrrad jetzt geblieben?
00:32:43In Frankfurt.
00:32:44Das war, als ich umgezogen bin.
00:32:46Warten Sie mal, ich weiß noch genau, wann das war.
00:32:50Der 9. November 1962.
00:32:53Das Fahrrad ging nicht mehr ins Auto rein.
00:32:55Da habe ich es einfach vor der Haustür stehen lassen.
00:33:03Die Aussage der Frau wird von der Polizei
00:33:05als absolut zuverlässig angesehen.
00:33:07Bezirkskommissar Bernhard Galli von der Frankfurter Kripo
00:33:10leitet die Ermittlungen dieser Raubsache.
00:33:12Es handelt sich nicht nur um eine Raubsache,
00:33:14sondern im Endeffekt um versuchten Mord.
00:33:17Und deshalb liegt uns besonders viel daran,
00:33:19diese Sache aufzuklären.
00:33:21Und ich möchte meinen, meine Damen und Herren,
00:33:23dass jemand von Ihnen dazu beitragen kann.
00:33:25Dies ist, wie gesagt, das Fahrrad,
00:33:27das der Täter zurückgelassen hat.
00:33:28Sie haben gesehen im Film,
00:33:30es war am 3. April 1968.
00:33:33Und Sie wissen weiterhin,
00:33:35die Kindergärtnerin hat es 6 Jahre zuvor,
00:33:38im November 1962,
00:33:40in Frankfurt-Sachsenhausen stehen gelassen.
00:33:42Um es genau zu sagen,
00:33:44vor dem Hause Abtsgasse 10.
00:33:46Damals hatte das Fahrrad allerdings noch
00:33:48eine andere Lenkstange.
00:33:50Das heißt, dass in der Zwischenzeit
00:33:51ein neuer Besitzer aufgetreten sein muss,
00:33:54der auch diese hochgezogene Lenkstange angebracht
00:33:57und mit diesem roten Klebeband umwickelt hat.
00:34:01Es kommt für die Polizei also in erster Linie darauf an,
00:34:04die Zeit dieses Fahrrads
00:34:06möglichst lückenlos zu rekonstruieren.
00:34:08Die Zeit vom November 1962
00:34:11bis zum Frühjahr 1968.
00:34:15Wir möchten deshalb alle Zuschauer bitten,
00:34:17die etwas über das Fahrrad sagen können,
00:34:20sich zu melden.
00:34:21Egal, ob sie das Fahrrad gekauft,
00:34:23gefunden, anderweitig erstanden haben
00:34:26oder ob sie es sonst wo gesehen haben.
00:34:29Und noch eins, meine Damen und Herren,
00:34:31möchte ich ganz deutlich sagen.
00:34:32Dieses Fahrrad ist von der Eigentümerin
00:34:34herrenlos zurückgelassen worden.
00:34:37Wenn es jemand mitgenommen hat,
00:34:38hat er sich also in keiner Weise strafbar gemacht
00:34:40und er kann sich ungeniert melden.
00:34:42Neben diesem Fahrrad sollten Sie sich
00:34:44dieses Bild genau anschauen.
00:34:46Sie wissen, dass es dem Aussehen des Täters
00:34:49sehr nahe kommen soll.
00:34:50Der Täter dürfte sich auf der Flucht
00:34:53an der linken Hand leicht verletzt haben.
00:34:56Vielleicht ist dies ein Anhaltspunkt für Sie,
00:34:58wenn Sie glauben, den Täter zu kennen.
00:35:01Der Räuber war nach übereinstimmenden Zeugenaussagen
00:35:04um die 30 Jahre alt,
00:35:05etwa 1,70 bis 1,75 groß, schlank
00:35:09und hatte ein auffallend blasses Gesicht.
00:35:12Er sprach Hochdeutsch,
00:35:13während der Tat trug er eine auffallende Brille,
00:35:16wie Sie hier auf dem Bild sehen.
00:35:17Für Hinweise, die zur Ermittlung oder Ergreifung des Täters führen,
00:35:22sind Belohnungen in Höhe von 6.000 D-Mark ausgesetzt.
00:35:27Hinweise werden erbeten an die Kriminalpolizei Frankfurt am Main,
00:35:31Vorwahl 0611, Rufnummer 230541,
00:35:39an jede andere Polizeidienststelle
00:35:41oder an eines der Aufnahmestudios.
00:35:42Vielen Dank, Herr Galli.
00:35:46Meine Damen und Herren,
00:35:46im nächsten Fall geht es um einen Mann,
00:35:49der nicht wie ein Bankräuber mit einem Schlag
00:35:51gleich viele Tausend Mark kassiert.
00:35:53Seine Beute besteht aus vielen kleinen Einzelbeträgen,
00:35:56die aber auf nicht minder verwerfliche Art zustande kommen.
00:36:00Nach den Ermittlungen der Polizei
00:36:01lebt der Mann praktisch nur von solchen Straftaten
00:36:04und er wird deshalb als Berufsverbrecher geführt.
00:36:07Er befand sich bereits mehrere Jahre in Sicherungsverwahrung
00:36:11und ist nur auf Bewährung freigelassen worden.
00:36:13Diese Bewährung hat er inzwischen wieder verwirkt.
00:36:16Der Mann heißt Hans Zander.
00:36:19Er spricht insbesondere in Schwestern und Altenheimen
00:36:21und bei kirchlichen Einrichtungen vor.
00:36:24Mit den verschiedensten Vorwänden
00:36:26versucht er das Mitgefühl von alten Leuten,
00:36:29Schwestern und Pfarrern zu erregen,
00:36:31um ihre Nächstenliebe dann schamlos auszunützen.
00:36:33Selbstsicher erzählt er die fantastischsten Geschichten.
00:36:37Einmal ist er Beauftragter eines Klosters
00:36:39und hat gerade eine Autopanne.
00:36:41Ein andermal hat man ihm sein Geld gestohlen.
00:36:44Bei Pfarrern erschleicht er sich das Vertrauen
00:36:46oft durch eine Pseudobeichte,
00:36:48bevor er dann verschämt um ein kleines Darlehen bittet.
00:36:51In Gasthäusern tritt er meist unter falschem Namen auf
00:36:55und er gibt sich dort aus als Sachverständiger oder Ingenieur
00:36:58und mit ziemlicher Regelmäßigkeit
00:37:00vergisst er dann, die Rechnungen zu bezahlen.
00:37:02Hans Zander ist 47 Jahre alt,
00:37:061,73 groß und schlank.
00:37:09Er hat kurzes, dunkelbraunes, leicht meliertes Haar,
00:37:12eine hohe Stirn mit ausgeprägten Geheimratsecken
00:37:15und graue Augen.
00:37:17Er ist meist gut gekleidet,
00:37:19wirkt sehr seriös,
00:37:20mitunter trägt er zur Tarnung eine Brille
00:37:22oder auch eine Sonnenbrille.
00:37:24Hans Zander benutzt mit großer Wahrscheinlichkeit
00:37:27einen unterschlagenen weißen VW mit dem Kennzeichen GL,
00:37:31Bergisch Gladbach,
00:37:33HR 37.
00:37:36Der Wagen ist seit einem Unfall
00:37:37wahrscheinlich an den linken Kotflügeln hier leicht beschädigt.
00:37:42Es gibt Anzeichen dafür, meine Damen und Herren,
00:37:45dass sich Zander zur Zeit vielleicht in Süddeutschland
00:37:47oder in Österreich aufhält.
00:37:49Beim Bundeskriminalamt liegen drei Haftbefehle gegen ihn vor.
00:37:53Für Hinweise, die zur Festnahme des Gesuchten führen,
00:37:56ist eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt.
00:37:58Hinweise bitte an die Kripo Bergisch Gladbach,
00:38:03Vorwahl 022 02,
00:38:07Ruf Nummer 2251,
00:38:11an jede andere Polizeidienststelle
00:38:13oder an eines unserer Aufnahmestudios.
00:38:19So viel zum Fall Zander.
00:38:22Meine Damen und Herren,
00:38:23in der Nachrichtenkabine gehen nun auch Hinweise ein.
00:38:25Peter Hohl, wie sieht es aus?
00:38:26Was kann man schon sagen?
00:38:27Es gibt einige interessante Dinge.
00:38:29Es gibt mehrere Hinweise zu Alfred Wendig,
00:38:31dem Mann, der seine Großeltern umgebracht haben soll.
00:38:35Sie widersprechen sich noch zum Teil.
00:38:36Es wäre, glaube ich, zu früh darüber schon etwas zu sagen.
00:38:39Es gibt einige sehr interessante Hinweise
00:38:41zu den verschwundenen Gegenständen.
00:38:43Und zwar vor allem zu den Kameras.
00:38:45Da möchte ich also bei einem sehr optimistisch sein,
00:38:47dass er richtig ist.
00:38:49Und dazu darf ich vielleicht noch eines sagen.
00:38:51Wir haben es diesmal nicht dazu gesagt.
00:38:53Selbstverständlich ersetzen wir die Gegenstände,
00:38:55wenn sie zurückgegeben werden müssen.
00:38:57Wenn es die richtigen sind.
00:38:58Ja, und soweit sie, das muss ich vielleicht dazu sagen,
00:39:00soweit sie gutgläubig erworben sind, meine Damen und Herren.
00:39:02Wenn also ein Heeler eine Kamera erworben hat,
00:39:04wird sie selbstverständlich nicht ersetzt.
00:39:06Das ist klar.
00:39:07Darf ich noch eines dazu sagen?
00:39:08Wir hatten vorhin versehentlich eine Nummer falsch angegeben.
00:39:12Es sind sehr viele Anrufe gekommen,
00:39:14die darauf aufmerksam gemacht haben.
00:39:15Zur Klarstellung, die Nummer, die schriftlich zu sehen war,
00:39:18war die richtige.
00:39:19Mit hinten 8-3.
00:39:21Mit hinten 8-3.
00:39:21Ja, danke schön.
00:39:22Ich hätte es wahrscheinlich nicht merken können.
00:39:24Meine Damen und Herren, in vier Tagen ist Weihnachten.
00:39:27Und ich bin ziemlich sicher, dass auf manchen Gabentischen
00:39:31Wohnungsschmuck ganz spezieller Art zu finden sein wird.
00:39:35Ich meine Madonnen, Posaunenengel und andere sakrale Kunstwerke.
00:39:40Das Interesse daran wird zunehmend größer
00:39:43und der Nachschub rollt nicht immer auf korrekten Wegen.
00:39:47Um den wachsenden Bedarf an solchen sakralen Kunstgegenständen zu decken,
00:39:51haben sich mehrere Diebes- und Tälerbanden breitgemacht.
00:39:55Einer dieser Banden wollen wir heute Abend versuchen,
00:39:58das Geschäft ein wenig zu verderben.
00:40:03Dominus Bobiscum,
00:40:05und Spiritus Tu,
00:40:07Benedicat Vos, Omnipotens Deus,
00:40:09Pater, Filius, und Spiritus Santus,
00:40:12Sonntag, 25. August 1968.
00:40:36Die Messe in einer kleinen Wallfahrtskirche in der Nähe von Landsberg ist zu Ende.
00:40:42Die Gläubigen verlassen das Gotteshaus.
00:40:52Zwei junge Männer, die offensichtlich nicht zu den Dorfbewohnern zählen,
00:40:56bleiben im Innern der Kirche zurück.
00:41:01Interessiert betrachten sie einige wertvolle heiligen Figuren.
00:41:05Sie erweisen sich als sachverständige Besucher.
00:41:12Die Bewohner des Ortes sind stolz auf ihre kleine, aber reiche Kirche.
00:41:42Und sie freuen sich, wenn die wertvollen Kunstschätze von Fremden bewundert werden.
00:41:51Nur die besten Plastiken erwecken jedoch das Interesse der beiden Unbekannten.
00:41:56An weniger kostbaren, sakralen Darstellungen gehen sie nach einem kurzen Blick vorbei.
00:42:12Im Vorraum der Kirche nehmen sie sich einen Kirchenführer,
00:42:30ohne jedoch den Kaufpreis zu entrichten, so wie es üblich ist.
00:42:33Noch am selben Tag wird der gestohlene Kirchenführer zur Herstellung eines raffinierten Machwerkes benutzt.
00:42:58Die abgebildeten heiligen Figuren dienen zusammen mit Fotografien aus anderen gestohlenen Kirchenführern
00:43:04als Illustrationen für einen Verkaufskatalog.
00:43:08Du schau mal, meinst du, dass das so geht?
00:43:20Warum nicht?
00:43:22Die sind doch froh, wenn sie was echt kriegen aus dem 18. Jahrhundert.
00:43:24Ich weiß nicht.
00:43:33Ich glaub, wir brauchen gar nicht so vorsichtig sein.
00:43:37Denen ist doch sowieso wurscht, wo das Zeug herkommt.
00:43:39Habt's doch sich von derner dran.
00:43:41Passt auf, wieder recht.
00:43:44Dann fahren wir morgen gleich hin.
00:43:46Ich glaub, wir fangen bei denen an einem Marienplatz an.
00:43:48Am nächsten Tag erscheinen die beiden Männer bei dem Antiquitätenhändler am Marienplatz in München.
00:44:03Sie geben sich als Kunsthändler aus dem Allgäu aus und unterbreiten ihren selbst gebastelten Katalog.
00:44:09Die Preise, die sie nennen, müssen dem Antiquitätenhändler als besonders günstig erscheinen.
00:44:20Zunächst läuft alles nach Plan.
00:44:24Und da haben wir noch ein besonderer schönen Stück.
00:44:27Einen heiligen Sebastian.
00:44:29Spätgurtig.
00:44:30So ungefähr um 1500.
00:44:32Aus der Schule von Erasmus Grasser.
00:44:35Schöne Arbeit.
00:44:37Soweit man das da beurteilen kann.
00:44:39Den haben wir vor drei Wochen, Gott sei Dank, noch erwerben können.
00:44:42Sie wissen ja, aus dieser Epoche gibt es kaum noch gute Stücke.
00:44:45Naja, ich weiß schon.
00:44:46Leider.
00:44:47Ja, da sind Farben auch ganz besonders gut erhalten.
00:44:50Also, der geht gut und gern für 6000 weg.
00:44:54Naja, wissen Sie schon, es kommt eben immer darauf an, ob man Kunden findet.
00:44:58Die beiden Männer glauben, wieder einmal vor einem guten Geschäft zu stehen.
00:45:03Sie ahnen nicht, dass sie diesmal an die verkehrte Adresse geraten sind.
00:45:06Der Antiquitätenhändler hat eine der angebotenen heiligen Figuren erkannt und weiß, dass sie nicht im Besitz der Männer sein kann.
00:45:15Naja, das Angebot ist schon nicht schlecht.
00:45:19Ich wisse da vielleicht einen Kunden für den, für den Sebastian.
00:45:23Wann könnten Sie man den liefern?
00:45:25Ja, wir sind halt jetzt gerade auf dem Weg nach Frankfurt.
00:45:29Aber nächste Woche sind wir wieder daheim.
00:45:31Im, im Allgäu.
00:45:33Da könnte man dann gleich herbringen.
00:45:35Nein, nein, nein, nein.
00:45:36So brisant ist das ja auch wieder nicht.
00:45:38Ich muss mich erst einmal mit dem Kunden unterhalten.
00:45:41Lassen Sie mir doch den Katalog einmal ein paar Tage da, damit ich Ihnen die Figur zeigen kann.
00:45:46Die beiden Männer gehen auf den Vorschlag des Kunsthändlers ein.
00:45:53Sie verabreden, die Lieferung vorzubereiten und sich für einen möglichen Abschluss des Geschäftes in etwa einer Woche wieder zu melden.
00:45:59Das ist ja auch wieder.
00:46:29Die angeblichen Kunsthändler aus dem Allgäu haben den Münchner Geschäftsmann falsch eingeschätzt.
00:46:36Er betreibt im Gegensatz zu ihnen seriösen Kunsthandel.
00:46:40Und er hat natürlich gemerkt, dass er es nur mit Kirchendieben zu tun haben kann.
00:46:45Deshalb hat er die Kripo benachrichtigt.
00:46:51Und Sie wissen genau, dass der heilige Sebastian noch in dieser Kirche steht?
00:46:54Ja, aber mit Sicherheit, Herr Inspektor, ich kenne die Figur ganz genau.
00:46:57Ich habe gestern einmal nachgeschaut dem Alba nach.
00:46:59Ja, aber...
00:47:00Ja, wenn Sie inzwischen gestohlen wären, hätten Sie in unserer Fachzeitschrift gestanden.
00:47:03Die Schlawiner arbeiten wahrscheinlich nur noch auf Bestellung.
00:47:06Die verkaufen die Heiligen zuerst, bevor sie es krampfen.
00:47:09Also die kommen bestimmt wieder. Dann können Sie die zwei ja hier in Empfang nehmen.
00:47:12Na, vorsichtig. Da schlagen wir vielleicht die Klappen zu früher zu.
00:47:16Die arbeiten doch sicher nicht allein. Da hängt bestimmt noch mehr dran.
00:47:19Aber wir wissen ja überhaupt noch nicht, ob die zwei nicht bloß die Heller sind
00:47:22oder ob das Zeug wirklich selber steht.
00:47:24Wir müssen natürlich schauen, dass wir möglichst die ganze Bande kriegen.
00:47:27Ich frieße ein bisschen, wenn wir da nicht nur ein paar Dutzend verschwundene Heilige auftreiben.
00:47:31Die Beamten, die zur Sonderkommission Kirchendiebstähle der Bayerischen Landpolizei gehören,
00:47:37fühlen, dass sie die Spur zu einer der aktivsten Banden von Kirchenräubern aufgenommen haben.
00:47:42Sie entwickeln gemeinsam mit dem Münchner Kunsthändler einen Plan.
00:47:47In der Schloss und Riegel setzt man die. Die ruinieren uns ja den ganzen Beruf.
00:47:50Die ruinieren uns ja den ganzen Beruf.
00:47:52Ein paar Tage nach ihrem Besuch beim Münchner Kunsthändler erscheinen die beiden Diebe zum zweiten Mal in der Wallfahrtskirche bei Landsberg.
00:48:21Ohne viel Umstände haben sie die Seitentür aufgebrochen.
00:48:26Ach, mach nur die Halter auf.
00:48:28Mach nur die Halter auf.
00:48:39Pass doch auf, du rümpfig!
00:48:40Du rimpfig.
00:48:55Kriegst du sie los?
00:48:56Ja, sie ist bloß verrostet.
00:49:10Ich muss ruhig den Sack.
00:49:12Halt!
00:49:13Herz in Bewegung!
00:49:14Schuhe Zeit!
00:49:26So, meine Herren, auf geht's.
00:49:28Wie immer.
00:49:29Abführen.
00:49:31Du nimmst das Werkzeug mit.
00:49:33Alles sicherstellen.
00:49:40Die Bayerische Landpolizei hat mit dieser Festnahme einen guten Fang gemacht.
00:49:55Bei den anschließenden Ermittlungen wurden die Konturen einer weitverzweigten Diebesbande sichtbar.
00:50:00Wertvolle Kunstgegenstände konnten sichergestellt werden.
00:50:03Oberinspektor Rudolf Adler ist Leiter der Sonderkommission Kirchendiebstähle in Bayern.
00:50:08Bis heute sind in dieser Sache ja auch noch viele Fragen offen, Herr Adler, nicht wahr?
00:50:11Sicher, Herr Zimmermann.
00:50:12Besonders interessieren wir uns für einige bestimmte Figuren, damit wir Tatzusammenhänge herstellen können.
00:50:18Wenn wir Ihnen jetzt, meine Damen und Herren, alle Kunstgegenstände genau zeigen wollten,
00:50:23die in den letzten Monaten verschwunden sind, dann müssten wir dazu bis morgen früh brauchen.
00:50:29Wir haben deshalb einige besonders markante Stücke herausgesucht, die für die weiteren Ermittlungen besonders wichtig sind.
00:50:36So suchen wir diese beiden Figuren.
00:50:41Sie wurden im September 1967 im Landkreis Schongau aus einer Kapelle entwendet.
00:50:48Beide Figuren wurden hergestellt etwa 1520.
00:50:52So haben wir links die heilige Ursula, etwa 110 cm groß, bekleidet mit einem goldenen Mantel, blau gefüttert, in der linken Hand einen gefiederten Pfeil.
00:51:07Rechts der heilige Vitus, 90 cm groß, mit einer weißen Kopfbedeckung, goldener Mantel, rot gefüttert, in der linken Hand einen Palmenzweig.
00:51:22Aus einer Kirche in Augsburg, meine Damen und Herren, wurde diese Darstellung der heiligen Vizitas mit sieben Kindern gestohlen.
00:51:30Die gotische Holzschnitzerei stammt aus dem Jahre 1510. Sie ist rund 30.000 Mark wert.
00:51:37Die Figur trägt einen goldenen Mantel, drei Kinder sind unbekleidet, zwei tragen einen grünen, zwei andere einen roten Mantel.
00:51:44Die Polizei konnte den Weg der etwa 70 cm hohen Gruppe nach dem Diebstahl bis in die Nähe der deutsch-österreichischen Grenze im Bodenseegebiet verfolgen.
00:51:53Diese beiden Reliquienfiguren stammen nicht aus Bayern. Sie wurden im August 1965 in Oberwesel am Rhein entwendet.
00:52:05Beide Figuren sind aus dem Jahre etwa 1500. Sie sind 30 cm groß und von großem kunsthistorischem Wert.
00:52:15Die nächsten drei Figuren, meine Damen und Herren, die die Sonderkommission Kirchendiebstähler heute aufspüren möchte, sind gestohlen in österreichischen Kirchen.
00:52:25Hier zuerst diese Madonna aus einer Kapelle in Oberösterreich.
00:52:30Sie hat einen Wert von 100.000 Schilling. Die spätgotische Holzplastik ist aus dem Jahre 1490. Sie ist etwa 1,40 Meter hoch.
00:52:39Im rechten Arm ein nacktes Jesu-Kind, das seinerseits in der rechten Hand eine Kugel mit Kreuz, einen Reichsapfel, hält.
00:52:47In der linken trägt die Madonna ein Zepter. Das Untergewand ist rot, der Mantel blau.
00:52:53Er wird von einer vergoldeten Spange zusammengehalten. Die goldene Krone ist am Tatort zurückgeblieben.
00:52:59Möglicherweise ist auch der Kopfschmuck des Kindes entfernt worden.
00:53:03Die heilige Maria und der heilige Johannes stammen aus Österreich.
00:53:09Sie wurden geschaffen etwa Mitte des 15. Jahrhunderts.
00:53:13Beide Figuren sind 55 Zentimeter hoch, repräsentieren einen Wert von etwa 100.000 Schillingen
00:53:20und besonders bemerkenswert an ihnen die schlichte, typisch gotische Art.
00:53:26Soweit die wichtigsten der verschwundenen Figuren, meine Damen und Herren.
00:53:31Von ihnen weiß die Polizei, wie gesagt, wo sie gestohlen sind.
00:53:34Es käme nur darauf an zu erfahren, wohin sie gewandert sind.
00:53:37Aber der Münchner Sonderkommission stellt sich das Problem mitunter auch umgekehrt.
00:53:42Sie haben schon gehört, meine Damen und Herren,
00:53:44den Dieben sind eine ganze Reihe offensichtlich gestohlener Kunstgegenstände abgenommen worden.
00:53:49Und sie werden es vielleicht nicht glauben, niemand scheint sie zu vermissen.
00:53:53Für die Kripo ist es aber sehr wichtig, den Nachweis zu führen, wo sie gestohlen sind.
00:53:57Da gestohlene Kunstgegenstände erfahrungsgemäß oft über die Grenzen geschmuggelt werden,
00:54:01ist es durchaus möglich, dass diese Figuren zumindest teilweise auch aus österreichischen Kirchen stammen.
00:54:07Hier der heilige Ulrich, 67 Zentimeter hoch, geschaffen etwa 1700.
00:54:14Er trägt in der linken Hand ein Buch, auf dem sich ursprünglich ein Fisch befand.
00:54:20Die rechte Hand hielt einen Krummstab und klammert, der allerdings fehlt.
00:54:26Auch die Herkunft dieser Holzplastik, meine Damen und Herren, ist bis heute ungeklärt.
00:54:31Die Madonna trägt im rechten Arm ein Kind, der weiße Schleier mit Goldrand verdeckt zum Teil das blonde Haar.
00:54:40Der Umhang ist rot.
00:54:43Dieses Engelspaar aus dem 17. Jahrhundert ist goldgefasst, Flügel und Gewand.
00:54:52Besonders markant die Goldfassung an den Stiefeln, die die Zehen freilassen.
00:54:57Die Figur stammt aus der Schule Zürn in Schwaben.
00:55:02Und der nächste Engel ist besonders wertvoll, ja?
00:55:04Der nächste Engel ist besonders wertvoll. Er trägt ein grünes Gewand, hat fleischfarbene Flügel, die Spitzen sind goldgefasst.
00:55:11Er steht auf einer silbernen Wolke.
00:55:13Diese rustikale Darstellung eines Christuskindes, meine Damen und Herren, stammt vermutlich aus Franken.
00:55:19Die Figur hat ein langes, weißes Kleid mit Weihnachtssternen. Sie steht auf einem halbkugelförmigen Sockel.
00:55:26Wenn Sie, meine Damen und Herren, über eine der gesuchten oder sichergestellten Figuren etwas sagen können,
00:55:33so wenden Sie sich bitte an die Bayerische Landpolizeidirektion in München,
00:55:38Vorwahl 0811, Rufnummer 5202 oder an jede andere Polizeidienststelle oder an eines der Studios.
00:55:51Inzwischen hat auch Teddy Podgorski in Wien die ersten Hinweise sortiert.
00:55:55Meine Damen und Herren, wie sieht das aus, Herr Podgorski? Können Sie uns einen kurzen Zwischenbericht geben?
00:55:59Ja, gern. Also, wir haben einige Anrufe hier im Studio Wien bekommen, die sich auf den Dieb Philipp Steinmetz beziehen.
00:56:06Eine Frau will ihn in einer Wiener Vorortlinie gesehen haben, das heißt in einer Bahn.
00:56:12Eine konkrete Spur scheint die Polizei im Fall Hans Zander zu verfolgen.
00:56:18Wir können aber im Interesse der Amtshandlungen noch nichts Konkretes sagen.
00:56:23Eine Frau hat angerufen, sie behauptet, Hans Zander auf der Straße gesehen zu haben und er hätte ihr erzählt, er sei in Lourdes gewesen
00:56:30und hätte dort auf ein Wunder gewartet. Außerdem bat er sie um Geld.
00:56:35In Sachen Autobahnmord wurde auch von Ihnen eine türkische Kaffeemühle gezeigt.
00:56:43Diese Kaffeemühlen sind bei uns in Wien sehr verbreitet und es kamen daher zahlreiche Anrufe, die sich auf solche Kaffeemühlen bezogen.
00:56:53Und es wird, glaube ich, Tage dauern, bis die Polizei alle diese Hinweise überprüft haben wird.
00:56:58Das mag sein, aber bei uns in Deutschland sind sie ja nicht so häufig.
00:57:02Und ich möchte annehmen, dass man hier vielleicht mit den Hinweisen etwas besser dann zurechtkommt,
00:57:06noch zumal es sich offensichtlich auch um einen regionalen Fall handelt.
00:57:09Vielen Dank, Terry Wodkowski. Und in unserem Aufnahmestudio, was ist da los?
00:57:13Ja, vielleicht von hier gleich noch ein Wort nach Wien.
00:57:16Fischels Kurnig soll heute Vormittag von München nach Salzburg gefahren sein mit dem Zug.
00:57:23Eine Frau, die also die ganze Strecke mit ihm im gleichen Zug war, glaubt sich zu erinnern.
00:57:27Und auf so einer Reise kann man sich einen Menschen ja sehr genau anschauen.
00:57:30Das wäre also ein Grund, in Salzburg besonders aufmerksam zu sein.
00:57:33Und es stützt auch die Vermutung, die schon vorhanden war, dass die beiden sich nach Österreich abgesetzt haben.
00:57:39Es gibt noch eine zweite sehr interessante Geschichte.
00:57:41Da hat sich ein Mann gemeldet, der eine der gesuchten Kameras, also zumindest eine gleiche, gefunden hat,
00:57:46an einem Autobahnparkplatz, offenbar weggeworfen, mit einem Film drin.
00:57:50Vor zwei Jahren bereits, dieser Film ist immer noch drin, er hat nichts daran gemacht.
00:57:53Jetzt muss man den Film entwickeln, das geht natürlich nicht heute Abend, aber vielleicht gibt er Aufschlüsse.
00:57:57Dann wird es ja wahnsinnig spannend. Ich erinnere mich, dass es schon mal etwas gegeben hat,
00:58:00dass also Mörder fotografiert worden sind. Aber wir wollen nicht zu viel sagen.
00:58:03Genau.
00:58:04Wollen wir warten, bis die Dinge konkret werden. Vielen Dank.
00:58:07Meine Damen und Herren, ich möchte zum Schluss noch einmal auf unsere Bitte zurückkommen,
00:58:12der Polizei zwar mit ihren Kenntnissen zu helfen, aber sich nicht selbst aktiv in die Festnahme nach gesuchten Personen einzuschalten.
00:58:20Das ist eine Aufgabe für ausgebildete und bewaffnete Beamte.
00:58:24Auch in unserem nächsten, letzten Fall heute geht es nämlich wieder um einen sehr gefährlichen Mann.
00:58:28Er ist bewaffnet und hat angedroht, rücksichtslos von der Schusswaffe Gebrauch zu machen, wenn er festgenommen werden sollte.
00:58:35Der Mann heißt Alvin Piton. Er wird von der Frankfurter Kripo zur Strafverbüßung und wegen mehrerer großer Einbrüche und Kraftfahrzeugdiebstähle gesucht.
00:58:44Alvin Piton ist 26 Jahre alt, auffallend schlank und 1,83 groß.
00:58:51Er hat dunkle Augen und eigentlich auch dunkle Haare.
00:58:54Sie sind, wie dieses ganz neue Bild zeigt, zur Zeit jedoch wahrscheinlich blond gefärbt.
00:58:59Piton benutzt wahrscheinlich einen weißen Mercedes 280 SE mit braunen Ledersitzen und Kopfstützen.
00:59:06Er besitzt zu diesem Wagen vermutlich mehrere Nummernschilder, unter anderem eins aus Darmstadt und eins aus Offenbach.
00:59:13Außerdem das Wiesbadener Kennzeichen WI JC 576.
00:59:20Für Hinweise, die zur Festnahme des Gesuchten führen, ist eine Belohnung von 2000 Mark ausgesetzt.
00:59:26Hinweise bitte an die Kripo Frankfurt, Vorwahl 0611, Rufnummer 230541, an jede andere Polizeidienststelle oder an eines unserer Aufnahmestudios.
00:59:41So meine Damen und Herren, und nun sind wir am Ende unseres ersten Teils.
00:59:45Wir kommen wieder mit weiteren Ergebnissen auf Ihre Bildschirme hier in der Bundesrepublik um 22.50 Uhr und in Österreich gegen 23 Uhr.
00:59:54Jetzt möchte ich Ihnen noch zum Schluss alle die wichtigsten Verhandlungsfotos jedenfalls noch zeigen
00:59:59und mich dann, wie gesagt, bis zum zweiten Teil unserer Sendung verabschieden. Guten Abend.