Zum Player springenZum Hauptinhalt springen
  • vor 6 Tagen

Kategorie

🎥
Kurzfilme
Transkript
00:00Musik
00:30Morgen!
00:41Ich bin in Eile.
00:43Sie hatten doch Geburtstag.
00:45Ja, vor drei Monaten.
00:47Ja, ich habe ein Geschenk für Sie.
00:49Sie haben ein Geschenk für mich?
00:51Ja!
00:52Renoir.
00:54Den können Sie sich leisten?
00:56Nein, die Ausstellung.
00:58So.
01:00Ist was?
01:01Der Timeslot für die Ausstellung.
01:03Sie wissen doch, wie das heutzutage läuft.
01:05Also Renoir.
01:06Kommen Sie jetzt mit oder nicht?
01:07Notaufnahme.
01:08Sagen Sie mir bitte Bescheid, sonst muss ich mir ja jemand anderen suchen.
01:13Brand in einer Kapelle, Trauerfeier.
01:16Ich weiß.
01:17Wo ist Dr. Böhn?
01:18Sie war für ihn noch da.
01:19Dr. Brantano?
01:20Ja.
01:21Sie hat doch heute Dienst, oder nicht?
01:22Eigentlich schon.
01:23Vielleicht ist sie gerade im OP.
01:24Keine Ahnung.
01:25Hallo, ich bin Dr. Hoffmann.
01:27Gero Weinstedt, 56 Jahre alt.
01:29Ausgedehnte Verbrennung am linken Unterarm.
01:31Kümmern Sie sich bitte um den Patienten.
01:33Aufnahmelabor, BGA.
01:34Ich bin sofort wieder da, ja?
01:46Die Mailbox von Dr. Lucia Böhm.
01:48Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht.
01:50Dr. Böhm, wo bleiben Sie denn?
01:52Sie wollten sich doch nur kurz hinlegen.
01:54Hier ist die Hölle los.
01:55Kommen Sie bitte.
01:56Der Patient hat Verbrennungen am Oberkörper.
01:58Verdacht auf Rauchgasvergiftung.
02:00Schockbox 3.
02:09Ja, wollen Sie sich vielleicht mal um mich kümmern?
02:11Äh, gehören Sie nicht zu dem Patienten da?
02:13Wie kommen Sie darauf?
02:15Eine Vermutung.
02:16Oh, darf ich mal?
02:18Ach, das tut weh.
02:20Wie ist das passiert?
02:21Da ist jemand draufgetreten.
02:23Sie glauben gar nicht, was in dieser brennenden Kapelle für ein Chaos geherrscht hat.
02:27Haben Sie sonst noch andere Beschwerden?
02:29Schmerzen, Luftnot, Schwindel?
02:31Finden Sie nicht, dass mit meiner Hand reicht?
02:33Die Patientin muss zum Röntgen.
02:36Die rechte Hand in zwei Ebenen und danach in den Behandlungsraum.
02:39Bei Ihnen in Urologie?
02:41In die Chirurgie natürlich.
02:42Wie, Sie sind gar kein richtiger Arzt?
02:44Ich bin nur Urologe.
02:45Aber Sie können noch auf den nächsten freien richtigen Arzt warten, wenn Ihnen das lieber ist.
02:48Na gut, ich hoffe, Sie wissen, was Sie tun.
02:50Das mit Ihrem Haarndrang kriegen wir schon in den Griff.
03:02Wo ist denn der aufnehmende Arzt? Linda, gehst du mal gucken.
03:06Heute ist hier viel los.
03:10Nicht hinsehen.
03:13Damit käme ich an Halloween-Groß raus, oder?
03:16Tja.
03:18Tut's weh?
03:22Ich hab Sie vorhin auf der Trauerfeier gesehen.
03:26Woher kannten Sie meine Frau?
03:31Von früher aus Chemnitz.
03:33Ach.
03:34Es tut mir leid, dass Sie warten mussten.
03:36Ich bin Dr. Hoffmann.
03:37Was haben wir?
03:38Paula Gebhardt, 45 Jahre alt, ansprechbar, voll orientiert.
03:42Sie ist bei der Flucht aus der brennenden Kapelle in einen Zaun gefallen.
03:45Die Feuerwehr musste Sie abflexen.
03:47Kreislauf?
03:48Frequenz 100, Druck stabil bei 130.
03:51Schockbox 2.
03:52Viel Glück.
03:56Es ist gleich auch ein Arzt bei Ihnen.
03:57Kleinen Moment noch, ja?
03:58Und setzen Sie bitte die Maske wieder auf.
04:00Dann kam da der Rauch aus der Wand.
04:01Ich dachte erst, ich bilde mir das ein, aber dann kam immer mehr und dann waren da die Flammen.
04:15Und der Zaun?
04:19Vorsicht, es wird etwas kalt.
04:22Ich war so froh, endlich draußen zu sein.
04:26Und dann bin ich irgendwie gestolpert und bin auf diesen blöden Zaun gefallen.
04:32Und dabei haben Sie noch richtig Glück gehabt.
04:34Finden Sie.
04:35Also der Bauch ist frei.
04:38Im Brustkorb ist etwas freie Flüssigkeit, aber nicht viel.
04:41Und was heißt das?
04:43Dass entweder kein größeres Blutgefäß beschädigt worden ist, oder der Pfahl die Verletzung komprimiert.
04:50Aber mit absoluter Sicherheit können wir das erst im OP sagen.
04:54Wir machen ein CT Polytraumaspirale.
04:58Und danach befreien wir Sie von diesem Ding, ja?
05:05Ich dachte schon, Sie hätten mich vergessen.
05:11Sie haben doch gesehen, was da draußen los ist.
05:14Ihre Hand ist gebrochen.
05:16Eine Fraktur des dritten und vierten Mittelhandknochens.
05:20Das hört sich nicht gut an.
05:22Unglücklicherweise hat sich der Bruch verschoben.
05:25Ich, ich brauche meine Hand.
05:28Ich bin Organistin.
05:30Ach, dann gehören Sie gar nicht zu der Trauergesellschaft.
05:32Nein.
05:33Die Hand muss operiert werden.
05:36Ach.
05:39Ja, das wird schon wieder.
05:42Mit einer guten Physiotherapie ist das kein Thema.
05:45Was haben Sie denn gespielt?
05:47Als es losging?
05:49Mhm.
05:50Bruckner.
05:52Das Präludium Mencedor.
05:54Romantik.
05:56Ja, das spiele ich oft zur Beerdigung.
05:58Mögen Sie Musik?
05:59Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.
06:03Der Deutsche denkt sich selbst Gott, Lieder singend.
06:07Nietzsche.
06:09Das überrascht mich jetzt aber.
06:11Ich habe zu Nietzsche promoviert.
06:14Ach.
06:16Der Wille zur Täuschung.
06:18Nietzsche und die Konstruktion von Wahrheit.
06:20Wahnsinn.
06:27Dr. Böhm.
06:29Dr. Böhm.
06:31Wie spät ist das denn?
06:32Es ist elf.
06:33Was?
06:34Ja.
06:35Dann habe ich ja über zwei Stunden geschlafen.
06:36Warum haben Sie mich nicht angehört?
06:37Das habe ich ja, aber Sie sind nicht rangegangen.
06:40Verdammt.
06:41Also unten ist wirklich Notermann.
06:42Ich muss gleich in eine OP.
06:43Ich hätte gar nicht weggedurft.
06:44Ich verstehe es auch nicht.
06:45Gut.
06:46Bloß beeilen Sie sich, ja?
06:47Tut mir leid.
06:54Dr. Hauptmann.
06:55Moment.
06:56Der Patient.
06:57Ich schau mir das an.
06:59Na großartig.
07:00Wo waren Sie denn die ganze Zeit?
07:02Verhindert.
07:03Wie ist das?
07:04Ein kleines Gutbild.
07:05Tut mir leid, aber ich bin ja jetzt da.
07:08Das war's?
07:10Dr. Brentano, ich bin Ihnen keine Rechenschaft schuldig.
07:13Mir vielleicht nicht.
07:16Ich unterbreche das nette Gespräch wirklich nur ungern, aber wir haben noch eine Menge zu tun.
07:20In der zwei wartet ein Fahrradunfall, Verdacht auf Leberruptur und in der eins haben wir eine leichte Rauchgasvergiftung.
07:27Ich nehme die zwei.
07:28Eins?
07:29Läuft doch.
07:30Äh, Philipp.
07:31Wenn du hier fertig bist, ich brauche dich im OP. Thorak Halle Empfehlung.
07:36Ja.
07:37Dr. Haufmann.
07:41Ja, kommen Sie.
07:42Hier.
07:43Also, soweit ich weiß, gab es zum Glück nur wenige Schwerverletzte.
07:46Wie ist das denn eigentlich passiert?
07:48Ich habe erst gar nicht kapiert, was los war.
07:51Die Orgelmusik und dann riecht's so angebrannt.
07:54Ich wollte ja gerade meine Rede halten und auf einmal sind alle durcheinander gelaufen.
08:00Und dann?
08:02Ja, dann bin ich auch raus.
08:05Aber dann bin ich nochmal zurück. Ich hatte das Foto vergessen. Ich konnte es ja nicht verbrennen lassen.
08:09Dr. Brentano.
08:10Guten Tag.
08:11Hallo.
08:12Das ist Herr Dori. Er war auch in der Kapelle.
08:14Ah.
08:15Der Ehemann, der Verstorben.
08:16Ah.
08:17Meine Frau hatte einen Fahrradunfall.
08:19Ist unter einen Lkw gekommen.
08:21Über einer Woche.
08:23Mein Beileid.
08:24Danke.
08:27Jetzt ist sie doch eingeäschert worden.
08:29Gewissermaßen.
08:31Das ist vielleicht auch gut so.
08:33Ich war mir nicht sicher, was sie wollte.
08:35Wir haben ja nie darüber gesprochen.
08:39Mal A sagen.
08:45Ich habe mir Ihre Lungenaufnahme angesehen.
08:49Die war in Ordnung.
08:50Wie geht's Ihnen jetzt?
08:52Irgendwelche Beschwerden außer dem Hustenreiz?
08:55Geht schon wieder.
08:56Bitte mal den Oberkörper freimachen.
08:59Vorne, hinten.
09:00Am besten hinten.
09:06So.
09:09Und einmal tief einatmen und langsam ausatmen.
09:17Hört sich gut an.
09:18Wir behalten Sie trotzdem zur Beobachtung hier.
09:20Ich komme später noch mal zu Ihnen.
09:22Stationäre Aufnahme, weiter Sauerstoff und BGA-Kontrolle.
09:25Okay.
09:32Sie geht mir ein bisschen auf die Nerven.
09:34Dr. Böhmer hat sich entschuldigt.
09:36Ach ja.
09:37Hat sie das?
09:38Ja.
09:40Und warum bist du so ungewöhnlich verständnisvoll?
09:45Das bin ich immer.
09:48Klemme.
09:54Noch eine?
09:56Sie hatte Glück im Unglück.
09:58Das Schultergelenk ist nicht betroffen.
10:00Ja.
10:01Gut.
10:02Wir haben alles abgeklemmt.
10:06Vorsicht.
10:19Ganz schön verrostet das Ding.
10:20Bequenz steigt.
10:22Sauerstoff-Sättigung sinkt.
10:24Hier ist überall Blut.
10:26Ist doch ein größeres Gefäß verletzt.
10:28Bauchtuch?
10:29Klemme.
10:31Klemme.
10:37Brauchen noch eine?
10:46Lutum steht.
10:47Ligatur.
10:48Und geben Sie ihm ruhig ein leichtes Schmerzmittel.
10:53Danke.
10:55Alles klar.
11:00Sehen Sie.
11:01Sie haben es geschafft.
11:02Alles gut gelaufen.
11:04Danke.
11:06Ich habe nichts gemacht.
11:09Zum Glück haben wir hier ganz hervorragende Handchirurgen.
11:13Trotzdem.
11:14Danke.
11:17Ja.
11:19Ruhen Sie sich aus.
11:26Ist das eine alte Freundin?
11:28Eine Notfallpatientin.
11:30Aber stellen Sie sich vor, sie hat zu Nietzsche promoviert.
11:35Na dann.
11:37Eine bemerkenswerte Frau.
11:39Kann das sein, dass Sie ein bisschen verknallt sind?
11:41Seien Sie nicht albern, Akwart.
11:43Aber ich kann eine gewisse geistige Verbindung nicht leugnen.
11:48Natürlich.
11:50Was ist denn jetzt eigentlich mit der Ausstellung?
11:52Haben Sie sich das überlegt?
11:54Ich fürchte, Sie werden sich jemand anderen suchen müssen.
11:56Oh nein.
11:57Ich konnte den Impressionisten noch nie was abgewinnen.
12:00Also hören Sie mal, Renoir.
12:02Das ist einer der größten Künstler seiner Zeit.
12:04Ja.
12:05Ein Künstler, der das Leben in Farben malt,
12:06als wäre es eine endlose Flug vor der Wirklichkeit.
12:09Hören Sie mal.
12:10Wissen Sie eigentlich, was ich für diese Karten anstellen musste?
12:13Oh.
12:14Was Unanständiges?
12:19Das ist ein Medikament, damit sich Ihre Bronchien walten
12:21und noch was zur Schleimlösung.
12:22Und sollte irgendwas sein, dann sagen Sie einfach Bescheid.
12:27Es war Liebe auf den ersten Blick.
12:3226 Jahre ist das jetzt her.
12:35Haben Sie Kinder?
12:37Wir wollten immer, aber wir waren auch ohne glücklich.
12:41Sagen Sie, diese Frau mit dem Zaunpfahl...
12:45Die ist operiert und das geht ihr besser.
12:46Glauben Sie, dass ich Sie mal kurz besuchen dürfte?
12:50Das wäre toll.
12:51Ich frag mal nach.
12:53Danke.
12:54Wie sind die Wertsachen von Frau Gebhardt?
13:00Gibt Sie schon auf der ITS?
13:02Ja, ich habe sie vorhin rübergebracht.
13:04War sie auch bei dem Brand in der Kapelle dabei?
13:07Mhm.
13:09Im Radio haben Sie irgendwie vorhin gesagt,
13:10dass der Brand von einem defekten Kabel in der Wand ausging.
13:13Das ist krass, oder?
13:14Mhm.
13:15Die Kapelle ist ausgebrannt.
13:16Aber es gab keine Toten.
13:17Die einzige Person, die verbrannt ist, war vorher schon tot.
13:24Was denn? Stimmt doch.
13:27So, bringst du hier die Sachen rüber, oder soll ich das machen?
13:30Ich mach das.
13:31Ich leg mal das Handy hier oben drauf, damit es nicht so erkratzt, ja?
13:33Alles klar.
13:37Ich hab hier Ihre Sachen.
13:39Danke.
13:41Und außerdem wartet Besuch auf Sie.
13:44Aber nur ganz kurz, Sie brauchen beide Ruhe.
13:49Ich hab gehört, Ihnen geht's besser.
13:52Ja.
13:53Es sah wohl schlimmer aus, als es war.
13:56Komisch, dass wir uns noch nie begegnet sind, oder?
13:58Aber ich glaub, Selma hat mir von Ihnen erzählt,
14:01dass sie eine alte Freundin beim Yoga wieder getroffen hat.
14:04Ja.
14:06Wir haben ja zusammen gearbeitet, vor über 20 Jahren.
14:08Ach, im Kaufhaus?
14:10Ja.
14:12Dann haben wir uns völlig aus den Augen verloren.
14:14Und plötzlich stand sie in meinem Kurs.
14:17Das ist ein Zufall.
14:19Ja.
14:20Sie war wie früher.
14:22Frech, vorlaut, witzig.
14:26Das ist alles so unfair.
14:28Ja.
14:31Sam hatte noch so viel vor.
14:32Sie wollte noch so viel sehen.
14:34Ja, sie wollte unbedingt nach Thailand.
14:36Das war ihr großer Traum.
14:38In Thailand?
14:40Äh, in so'n Yoga-Retreat?
14:43Ach, keine Ahnung, ich...
14:45Herr Dori, Ihr Sauerstoff wartet.
14:47Ich muss...
14:48Frau Gebhardts Entzündungswerte sind leicht erhöht.
14:59Das war zu erwarten, beim Zustand dieses Metallstücks.
15:03Ja.
15:04Hoffen wir, dass die Antibiose wirkt.
15:08Und die Wörter zügig sinken.
15:17Und?
15:19Hat er sich bei Dr. Stein über mich beschwert?
15:21Warum sollte er das tun?
15:24Weil ich nicht so reagiert habe, wie er erwartet hat.
15:27Auf Knien, um Verzeihung zu bitten.
15:30Das ist ja manchmal schon ein komisches Bild von Philipp.
15:33Sagen Sie, was war denn eigentlich heute Vormittag los?
15:37Nichts.
15:40Nichts.
15:45Ich war einfach todmüde, weil ich die ganze Nacht nicht geschlafen habe.
15:51Ich kann schon ein paar Nächte nicht schlafen.
16:00Was ist das?
16:06Eine Einladung.
16:18Greta tritt morgen in Leipzig auf.
16:21Hat mir ihre Adoptivmutter geschickt.
16:23Das ist doch nett.
16:25Nett?
16:27Naja, es ist das Konzert ihrer Tochter.
16:29Ja, aber was soll das?
16:31Warum kann sie mich nicht einfach in Ruhe lassen?
16:34Ist das jetzt Ihr Ernst?
16:35Ich bin für Greta einfach nur eine Ärztin aus Leipzig.
16:40Und das soll auch so bleiben.
16:42Ja?
16:44Ja.
16:47Na, dann ist ja alles gut.
16:51Und warum bereitet Ihnen das dann schlaflose Nächte?
16:55Ja, ich mein...
16:59Keine Ahnung.
17:01Ich weiß es doch auch nicht.
17:05Ach, da sind Sie hier. Ich habe Sie schon überall gesucht.
17:17Frau Dr. Lambert, ich habe hier etwas, das müssen Sie sich unbedingt ansehen.
17:23Die fröhliche Wissenschaft.
17:24Das ist eine Erstausgabe von 1882.
17:25Aber das ganz Besondere ist, Friedrich Nietzsche hat sie persönlich signiert.
17:40Ja?
17:41Die habe ich vor ca. 10 Jahren in einem Potsdamer Antiquariat entdeckt.
17:45Das Buch ist in einem wirklich guten Zustand.
17:49Aber...
17:51Ich muss Ihnen was sagen.
17:53Ja?
17:55Ich kann Ihre Begeisterung für Nietzsche nicht teilen.
17:58Aber...
18:00Aber Sie haben doch über ihn...
18:01Nur weil ich über ihn promoviert habe, muss ich ihn doch nicht toll finden.
18:05Doch!
18:06Nein, ganz im Gegenteil.
18:08Nehmen Sie zum Beispiel sein Verhältnis zu Frauen.
18:11Du gehst zu Frauen, vergisst die Peitsche nicht.
18:14Dieses Zitat wird immer wieder herangezogen, um fälschlicherweise Nietzsche Frauenfeindlichkeit zu unterstellen.
18:21Fälschlicherweise?
18:23Ich glaube nicht, dass das weit weg entfernt war von seinem tatsächlichen Frauenbild.
18:26Das Gegenteil ist der Fall.
18:29Er schätzte die Kraft der Frauen.
18:32Offenbar kennen Sie ihn doch nicht so gut, wie Sie vorgehen.
18:35Und mit diesem Nihilismus kann ich schon überhaupt gar nichts anfangen.
18:39Nihilismus?
18:41Jetzt seien Sie doch nicht gleich beleidigt.
18:43Naja, so ist das Leben eben.
18:45Übrigens hat man sie reingelegt.
18:48Die Signatur ist falsch.
18:51Das ist nicht Nietzsches Unterschrift.
18:53Sie ist echt.
18:54Damit ist das Buch beschädigt.
18:55Ich hoffe, Sie haben nicht zu viel dafür gezahlt.
18:58Ich hoffe, Sie haben Ihrem Doktorvater nicht zu viel bezahlt.
19:02Au!
19:03Entschuldigung, das wollte ich...
19:04Verdammt, sind Sie wahnsinnig!
19:05Kind, Sie weg!
19:07Alles in Ordnung?
19:08Nein!
19:09Ich wollte Ihnen vorher nicht zu nahe treten.
19:26Als die Kleine hier eingeliefert wurde, das hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen.
19:31Woran haben Sie sie denn eigentlich erkannt?
19:32An Ihrem Namen.
19:33Das habe ich damals mit Ihren Eltern besprochen, dass sie den behält.
19:41Und haben Sie damals auch darüber gesprochen, was passiert, wenn Greta eines Tages ihre leibliche Mutter kennenlernen will?
19:55Ich habe gesagt, dass ich damit einverstanden bin.
19:59Aber sie will ja gar nicht.
20:01Vielleicht ändert es Ihre Meinung eines Tages.
20:04Aber wäre es nicht schön, Sie wenigstens mal singen zu hören?
20:15Ich meine, es müsste doch keiner wissen, dass Sie da sind, um es mal ganz nüchtern zu betrachten.
20:26Ich muss jetzt damit abschließen und endlich mal zur Ruhe kommen.
20:31Sonst drehe ich noch durch.
20:37Ich kann mir immer noch nicht vorstellen, das war wirklich nicht meine Absicht.
20:41Hören Sie auf, Dr. Kaminski.
20:43Ich werde mich doch wohl entschuldigen dürfen.
20:45Ich wäre jedenfalls dankbar, wenn ich die Hand irgendwann wieder benutzen könnte.
20:49Sonst kann ich das mit der Orgel vergessen.
20:52Sollen wir nicht doch besser den Handchirurgen konsultieren?
20:55Das wird nicht nötig sein. Das Röntgen zeigt, dass alles 1A sitzt, sehen Sie?
20:59Ja, aber ich...
21:00Es ist alles in Ordnung.
21:01Dr. Lammert bekommt jetzt einen Eisbeutel und dann sollten die Schmerzen auch abklingen.
21:06Wenigstens passt das zu Ihnen, dass Sie jemanden verletzen bei einem Gerangel und meine Erstausgabe von Nietzsche.
21:12Wenn dann mit Stil.
21:14Ach, sehr witzig.
21:15Bei einer Erstausgabe von Grimms Märchen hätte es bestimmt genauso wehgetan.
21:19Wir hatten Streit, Selma und ich. An ihrem letzten Tag.
21:31Ich war so wütend. Ich habe schlimme Dinge gesagt, dass sie abhauen soll.
21:35Und ich war so verzweifelt. Und dann hatten wir ja keine Zeit mehr, es in Ordnung zu bringen.
21:42Ich glaube, sie hatte was mit einem anderen Mann.
21:45Und ich habe sie darauf angesprochen.
21:48Sie hat gesagt, da ist nichts.
21:51Aber ihr habt doch miteinander geredet. Hat sie dir irgendwas erzählt?
21:54Wir können uns doch duzen, oder?
22:00Davon weiß ich nichts.
22:06Gibt es einen anderen Mann?
22:08Würde das jetzt noch irgendwas ändern?
22:10Alles.
22:23Es gab keinen anderen.
22:24Wie geht es denn Ihrer Seelenverwandten?
22:42Erklären Sie mich auf, über wen Sie sprechen?
22:44Was ist denn die Frau von der Sie gestern so begeistert waren?
22:46Sie übertreiben.
22:48Wirklich?
22:50Wie auch immer.
22:51Die Übereinstimmungen waren dann am Ende doch nicht so groß, wie es zunächst den Anschein hatte.
22:55Wieso?
22:57Ja, offenbar kann Sie mit Nietzsche nichts anfangen.
23:00Ich dachte, sie sei eine Nietzsche-Koryphäe.
23:03Das eine scheint das andere nicht auszuschließen.
23:06Enttäuscht?
23:09Enttäuschung ist doch das Ende einer Täuschung und somit eine Befreiung.
23:13Und der ist von mir und nicht von Nietzsche.
23:17Guten Morgen.
23:19Danke.
23:21Die Lunge ist frei und belüftet.
23:24Die Drainage fördert nichts mehr und kann raus.
23:27Was ist mit den Entzündungswerten von Frau Gebhardt?
23:29Die sind wieder runter, HB-stabil.
23:31Gut, dann kann sie auf Normalstation verlegt werden.
23:33Nach Entfernung der Drainage machen wir aber noch ein Kontroll-CT.
23:37Was ist mit Herrn Dori, die leichte Rauchgasvergiftung?
23:40Dem geht es auch deutlich besser.
23:42Wir werden ihn wahrscheinlich schon heute Nachmittag entlassen.
23:44Mhm.
23:46Gut, dann wäre alles besprochen.
23:47Dann wünsche ich allerseits einen erfolgreichen Tag.
23:49Ich bin gestern im Ruheraum so tief eingeschlafen, dass ich einfach nichts mehr mitbekommen habe.
23:54Das sollte nicht passieren.
23:56Vor allen Dingen, wenn die Kollegen das dann ausbügeln müssen.
23:59Dann wäre das ja geklärt.
24:00Ist mir auch schon passiert.
24:01Ist mir auch schon passiert.
24:02Ist mir auch schon passiert.
24:33Hallo.
24:35Hallo.
24:36Hi.
24:37Tut mir leid wegen gestern Abend.
24:40Es gibt sonst niemanden, mit dem ich drüber sprechen könnte.
24:43Ist schon okay.
24:44Ich verstehe das.
24:45Ich darf nach Hause.
24:46Wenn du irgendwas brauchst.
24:47Hallo Frau Gebhardt.
24:48Wir bringen Sie jetzt zum CT.
24:50Ach, den Ring müssten Sie doch abnehmen und hier lassen.
24:53Ja.
24:54Wir bleiben in Kontakt, ja.
24:55Ich würde mir einfach helfen, jemanden über Selma sprechen zu können, der sie auch so
24:59gut kannte.
25:00Okay.
25:01Ich lass dir meine Handynummer da, ja?
25:02Ja.
25:03Bis dann.
25:04Bis dann.
25:25Paula und Selma für immer.
25:37Dr. Kaminski hat sich gar nicht mehr gemeldet.
25:42Also da ist keine Schwellung drin.
25:44Die Finger sind gut durchblutet.
25:45Einmal bewegen bitte.
25:48Tut das weh?
25:50Nö.
25:51Also das sieht wirklich alles sehr gut aus.
25:53Ich würde sagen, damit können Sie heute Nachmittag wieder nach Hause.
25:58Schon?
26:00Und nächste Woche kommen Sie zur Nachsorge.
26:04Meinen Sie nicht, dass Dr. Kaminski nochmal einen Blick drauf werfen sollte?
26:09Nur so zur Sicherheit.
26:11Als Urologe.
26:15Ich sag ihm Bescheid, dass er nochmal bei Ihnen vorbeischaut.
26:18Danke.
26:24Ach, Sie sind ja auch noch da.
26:26Also Frau Gebhardt hat das dringende Bedürfnis nach frischer Luft.
26:29Vielleicht wollen Sie sie ja begleiten.
26:32Mhm.
26:33Gut, dann hole ich meinen Rollstuhl.
26:40Paula und Selma für immer.
26:41Was soll das bedeuten?
26:44Und das Foto auf deinem Handy?
26:46Sie stand doch nicht auf Frauen.
26:48Ich meine, das hätte ich doch gewusst.
26:54Sie wollte es dir schon lange sagen.
26:56Schon lange?
26:58Wie lange lief denn diese Affäre?
26:59Drei Jahre.
27:02Drei Jahre.
27:05Drei Jahre?
27:08Das war keine Affäre.
27:10Was denn sonst?
27:14Gut, ich hole Sie dann wieder in so 20 Minuten circa rein.
27:19Oder bringen Sie sie?
27:21Äh, ja.
27:22Ja.
27:31Thorax-Fählung. CT von Frau Gebhardt.
27:36Das sieht doch alles gut aus.
27:37Wir müssen jetzt nicht reden.
27:50Wir waren glücklich, bevor sie dich wieder getroffen hat.
27:54Du hast es alles kaputt gemacht.
28:00Wir wollten dich nicht verletzen.
28:03Wir konnten einfach nichts dagegen tun.
28:05Ach so.
28:07Ja?
28:09Habt ihr das versucht, ja?
28:13Ja.
28:15Sie waren nicht lesbisch.
28:17Was hast du denn nun mit ihr gemacht?
28:20Drei Jahre, so eine Scheiße.
28:26Und jedes Mal, wenn sie gesagt hat, dass sie beim Yoga war,
28:30dann war sie bei dir?
28:35Und wenn ich mit dem Taxi unterwegs war und mich gewundert habe,
28:38dass zu Hause niemand zu erreichen ist, dann...
28:40Wir haben uns geliebt.
28:43Klar.
28:45Ich bin so ein Idiot.
28:54Und in der Nacht, bevor sie gestorben ist.
28:57War sie da bei dir?
28:58Ob sie da bei dir gewesen ist?
29:00Ja!
29:05Ob sie da bei dir gewesen ist?
29:07Ja!
29:08Ja!
29:09Ja!
29:10Ja!
29:11Ja!
29:12Ja!
29:13Ja!
29:14Ja!
29:15Ja!
29:16Ja!
29:37Scheiße!
29:38Hilfe!
29:40Hilfe!
29:42Hilfe!
29:43Ich weiß jetzt, wie schnell erholt.
29:441a-Verlauf.
29:45Ich werde nicht zum Konzert gehen.
29:47Das ist das einzig Richtige.
29:55Ja, Frau Schneider?
30:00Ja, ich komme.
30:01Ja!
30:06Kannst ruhig atmen, ne?
30:07Wo tut's weh?
30:09Sie ist, Herr Ricard.
30:10Ein Hämothorax?
30:12Sieht nach einer Lungenembolie aus.
30:14Sofort nehmen Sie die Tärmelden, bitte, ja?
30:16Ja!
30:17Ja!
30:18Ja!
30:19Ja!
30:20Ja!
30:21Ja, die nächste Kontrolluntersuchung machen wir dann in sechs Monaten.
30:22Bis dahin alles Gute, Herr Kadler.
30:24Bis dahin alles Gute, Herr Kadler.
30:25Ja, die nächste Kontrolluntersuchung machen wir dann in sechs Monaten.
30:26Bis dahin alles Gute, Herr Kadler.
30:27Ja, die nächste Kontrolluntersuchung machen wir dann in sechs Monaten.
30:47Bis dahin alles Gute, Herr Kadler.
30:57Wie?
31:21Ach, Kaminski, du bist ein Idiot.
31:24Massive Embolie.
31:26Der Blutschluss ist was völlig blockiert.
31:29Sie steuert auf einen kardiogenen Schock zu.
31:31Thrombolyse kommt nicht in Frage.
31:33Offene Emboliektomie?
31:34Das wollte ich möglichst vermeiden.
31:37Wir sollten es mit einem endovaskulären Verfahren versuchen.
31:40Die Anästhesie fragt, ob es losgehen kann?
31:42Wir sind auf dem Weg.
31:44Und der OP soll für einen Kathetereingriff vorbereitet werden.
31:48Was um Himmels Willen erlauben Sie sich eigentlich?
31:51Ich habe darum gebeten, dass Sie noch mal vorbeikommen.
31:55Sie lassen mich da einfach sitzen.
31:57Ich wusste nicht, dass Sie auf mich warten.
31:59Hat Ihnen Ihr Kollege das nicht ausgerichtet?
32:01Doch, aber ich habe geglaubt, dass Sie...
32:02Aha.
32:04Sind Sie gekommen, um mich zu maßregeln oder um sich zu verabschieden?
32:08Genau. Ich will mich verabschieden.
32:10Tschüss, Dr. Kaminski.
32:13Alles Gehen ist ein Zurücklassen.
32:16Wenn man Nietzsche nicht mag,
32:18dann sollte man ihn auch nicht zitieren.
32:20Ist das alles, was Ihnen dazu einfällt?
32:22Sie sind doch ein erwachsener Mann.
32:24Und ich vermute, Sie könnten sogar charmant sein.
32:29Wäre doch mal ein Versuch wert, oder?
32:34Haben Sie heute schon was vor?
32:38Dauert das bei Ihnen immer so lange?
32:39Ich denke, Sie mögen Kunst.
32:46Mögen?
32:57Wie geht es, Frau Gepard?
32:59Der Eingriff läuft noch.
33:00In dem Moment, wo sie zusammengebrochen ist,
33:04da habe ich da gestanden und nichts gemacht.
33:07Gar nichts.
33:08Sie haben um Hilfe gerufen.
33:10Ja, aber erst nicht.
33:13Ich war so wütend.
33:15In dem Moment wollte ich nur, dass sie stirbt.
33:18Das ist so furchtbar.
33:19Selma, sie hatte eine Affäre mit meiner Frau.
33:28Selma hat mich mit einer Frau betrugen.
33:31Macht es denn einen Unterschied,
33:33ob mit einem Mann oder einer Frau?
33:34Ja, weil ich jetzt ja nicht mal mehr weiß,
33:36ob sie mich überhaupt jemals geliebt hat.
33:39Wenn sie auf Frauen stand,
33:40was hat denn da überhaupt gestimmt?
33:42Vielleicht ja trotzdem alles.
33:44Oder nichts.
33:45Gar nichts.
33:46Ich muss noch mal mit Frau Gepard sprechen, bitte.
33:56Über die Ursache für das Blutgerinnsel
33:58kann ich Ihnen noch nichts sagen.
34:00Es gibt verschiedene Risikofaktoren.
34:02Die gute Nachricht aber ist,
34:04wir konnten es erfolgreich über den Katheter entfernen.
34:07Ja, und jetzt?
34:10Bleiben Sie noch zur weiteren Beobachtung
34:12auf der Intensivstation.
34:14Ja?
34:16Gut.
34:21Herr Dori wartet im Foyer.
34:23Er will unbedingt wissen, wie es ihm geht.
34:26Hat er Ihnen erzählt, was passiert ist?
34:30Hat er.
34:32Und so froh, dass das endlich raus ist.
34:34Die ganze Zeit habe ich meine Gefühle verstecken müssen.
34:37Dann stirbt der Mensch,
34:41den ich am allermeisten geliebt habe.
34:47Ich darf noch nicht mal richtig trauern.
34:50Musst du tun, als ob sie eine gute Bekannte gewesen wäre.
34:53Ich verstehe Sie ja, aber Herr Dori ist auch ziemlich verzweifelt.
34:59Ja, natürlich.
35:02Sie hatten schon lange mit offenen Kartenspielen missen.
35:06Warum haben Sie denn nicht?
35:07Selma wollte ihn nicht verletzen.
35:09Sie hat ihn ja auch geliebt.
35:11Auf ihre Art halt noch nicht mehr so, wie er sie geliebt hat.
35:20In der Nacht, vor dem Unfall, war sie bei mir.
35:24Sie hat sich entschieden, ihm alles zu sagen.
35:33Sich zu trennen und mit mir zusammen zu sein.
35:43Dann ist es vorbei, bevor es überhaupt richtig angefangen hat.
35:49Herr Pfeiffer, die Rechnung brauche ich im Original.
35:55Ja, das habe ich ihm ja schon mal.
35:57Nein, bitte schicken Sie es mir zu.
35:59Frau Marquardt.
36:01Ja, am besten bis gestern.
36:02Ist wichtig.
36:03Danke.
36:04Was gibt es denn?
36:06Es ist wegen dieser Renoir-Ausstellung.
36:10Haben Sie die Karten noch?
36:11Natürlich.
36:12Aber was ist denn mit Ihrer Ablehnung gegen den Impressionismus?
36:16Ich kann mir vorstellen,
36:18dieser Kunstrichtung noch eine Chance zu geben.
36:21Ja, es kommt eben ganz auf die Begleitung an.
36:25Das ist aber schön.
36:27Also um 15 Uhr im Foyer?
36:29Entschuldigung, ich glaube,
36:30ich habe mich jetzt missverständlich ausgedrückt.
36:34Naja, ich dachte,
36:35bevor die Karten verfallen
36:36und also Frau Dr. Lambert, die...
36:40Ach, jetzt doch wieder Frau Dr. Lambert.
36:42Das ging ja schnell.
36:43Ja, aber sie hat wirklich großes Interesse.
36:45An der Ausstellung oder an Ihnen?
36:48Quälen Sie mich doch nicht so.
36:50Nee.
36:52Komm, Minsky.
36:57Sie sind dein Schatz.
36:59Mhm.
37:04Ach ja.
37:04Und Sie wissen ja...
37:08Ja, nicht zu lange.
37:09Danke.
37:11Ich wollte mich nur verabschieden.
37:16Ich bin froh, dass es dir wieder besser geht.
37:21Aber ich...
37:22Ich habe immer noch nicht verstanden, warum.
37:26Lag es an mir, lag es an unserem Leben
37:29oder daran, dass ich ein Mann bin und du eine Frau?
37:34Nein.
37:34Was nein?
37:37Hat sie mich geliebt?
37:38Überhaupt jemals?
37:40Oder war alles eine Lüge?
37:41Was willst du denn jetzt von mir hören?
37:43Die Wahrheit.
37:44Die Wahrheit.
37:45Ihr habt zusammen gelebt.
37:47Sie hat in deinem Bett geschlafen.
37:49Bei mir war sie nur zu Besuch.
37:51Ich hatte nie einen Alltag mit dir, Silvia.
37:53Wenn ich Sehnsucht nach ihr hatte,
37:55konnte ich sie noch nicht mal anrufen.
37:56Das ist die Wahrheit.
37:59Weißt du, wie oft ich bei euch vor dem Haus gestanden habe
38:02und mir gewünscht habe, sie kommt einfach raus?
38:03Oder sie packt ihre Sachen und zieht zu mir?
38:07Es wäre wenigstens ehrlich gewesen.
38:12Wenn ich nach Hause komme, dann...
38:13Dann ist da nichts von ihr.
38:16Gar nichts.
38:18Es ist, als wäre sie nie da gewesen.
38:22Nur ein paar Fotos und die Erinnerungen.
38:27Und was habe ich Paula?
38:35Sie hätte dich geliebt.
38:37Sie hätte dich nicht verlassen.
38:43Manchmal, da...
38:44Da war die ganze Welt für sie einfach zu klein.
38:49Und so war sie.
38:51Das war Selma.
39:00Jetzt sagen Sie schon, Lowe, hingehen.
39:03Lassen Sie sich überraschen.
39:05Bitte.
39:07Es ist die Ausstellung eines Zeitgenossen von Friedrich Nietzsche.
39:12Renoir?
39:13Sie mögen Impressionismus?
39:15Ich war mir sicher, dass Sie ihn mögen.
39:18Bitte.
39:18Frau Marquardt, das wäre doch nicht nötig gewesen.
39:38Ausnahmsweise sind die nicht für sie.
39:42Sondern?
39:43Für Frau Dr. Lambert.
39:44Die Patientin mit der gebrochenen Hand?
39:46Ja.
39:47Ist die nicht schon entlassen worden?
39:48Gerade eben.
39:50Und was passiert jetzt mit dem Blumen?
39:53Ach, nehmen Sie die doch.
39:54Sie haben doch bestimmt eine Dame des Herzens.
39:56Oder die findet sich bestimmt.
40:02Ich liebe dich tausend Küsse, André.
40:07Der arme Kaminski.
40:13Aufblick.
40:14Entschuldigung.
40:14Kann ich kurz mit mir sprechen?
40:17Frau Gebhardt hat jetzt eigentlich eine Kontrolluntersuchung.
40:20Ich mach's ganz kurz.
40:22Ich bin gleich wieder da.
40:24Danke.
40:28Ich hab nachgedacht über das, was du gesagt hast.
40:32Bitte.
40:37Was ist das?
40:39Die stand immer bei Selma auf dem Schreibtisch.
40:53Total kitschig.
40:56Typisch Selma.
40:58Ja.
41:02Danke.
41:06Ich bin froh, dass wir uns getroffen haben.
41:11Ich auch.
41:17Mach's gut.
41:19Doch.
41:32Ich weiß noch, wie heute deine Stimme klang so heiser.
41:47Lachen, fanden, leiden, lachen, lachen, lachen, immer weiter.
41:52Wann hat das denn angefangen?
41:56Was?
41:57Ach, kommen Sie.
41:59Das Konzert ihrer Tochter.
42:05Vor zehn Minuten.
42:06Ja, ich weiß, es ist schon lange her.
42:16So viele Jahreszeiten sahen mir vorbeiziehen.
42:23Du warst damals noch ein Teil von mir.
42:26Und?
42:27Bereuen Sie es?
42:29Nein.
42:30Wäre ich hingegangen, hätte ich es bereut.
42:49Ich wäre für Sie einfach keine gute Mutter gewesen.
42:54Alles andere spielt auch keine Rolle, oder?
42:55Das ist schön.
43:09Ja.
Schreibe den ersten Kommentar
Kommentar hinzufügen

Empfohlen