- vor 2 Tagen
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KurzfilmeTranskript
00:00Help, not just anybody
00:03Help, you know I need someone
00:05Help
00:07Help me if you can, I'm feeling down
00:12And I do appreciate you being around
00:17Won't you please, please help me
00:22Help me, help me
00:30Kann ich Ihnen helfen?
00:41Ja, ich suche die Aufnahmestation.
00:44Ach so, da bin ich Stationsarzt, der Dr. Lewandowski.
00:46Ah, Dr. Mira Köttner, die neue Ayubelerin.
00:49Ja, genau. Hier entlang.
00:54Ey, auf Fahrradkuriere können Sie an Verkehrsregeln halten.
00:57Nein, nein, nein, das ist unser Chef.
01:00Das tut mir leid.
01:02Nein, mir tut es leid. Mira Köttner.
01:05Ah, Dr. Bering, herzlich willkommen.
01:07Ich habe übrigens mein Studium als Fahrradkurier finanziert.
01:10Bis gleich. Bis gleich.
01:13Alles gut.
01:14Alles gut.
01:17Morgen. Morgen.
01:19Das ist auch das XC-601.
01:21Das ist das XC-701.
01:23Das ist doch gar nicht auf dem Markt.
01:24Ich weiß, aber ich habe gute Kontakte zum amerikanischen Hersteller.
01:27Aha.
01:28Ich bin ja mal gespannt.
01:30Ob wir den Herrn Schneider noch mehr sehen.
01:32Dem werde ich erstmal eine ordentliche Rechnung dafür stellen, dass er sich den ganzen Tag bei uns in der Klinik betütteln hat lassen und dann abgehauen ist, ohne seine versicherten Karte da zu lassen.
01:41Ach komm, der hat dir doch gefallen.
01:43Du hast einer, der nimmt dich, was er will.
01:45Weißt du, der packt dich, wirft dich auf den Küchentisch und dann...
01:48Der linke Arsch ist Bering.
01:49Und wem gehört der rechte?
01:52Auch irgendwo schon mal gesehen.
01:55Gut, dann gehen Sie die nächsten Tage mit Dr. Lewandowski.
01:58Ja, sehr gerne.
01:59Ja.
01:59Entschuldigung, ich bräuchte jemanden in B1, junger Mann mit Taubheitsgefühlen in den Händen.
02:05Komme.
02:06Ähm, das ist übrigens, ähm, kennen Sie schon unsere leitende Station Schwester Betty?
02:10Dr. Mira Köttner.
02:14Ah, auf gute Zusammenarbeit.
02:15Ja.
02:16Und ich hätte doch gleich die erste bitte.
02:18Die Handwerker, die sind mit meinem Büro nicht fertig geworden und als Verwaltungsdirektor, da kann ich ja schlecht auf dem Kranken arbeiten.
02:24Nein, natürlich nicht.
02:26Freut mich, dass Sie das auch so sehen.
02:30Was soll das jetzt heißen, dass Sie in meinem Büro arbeiten wollen?
02:34Wenn Ihnen das nichts ausmacht.
02:36Und wo bitte soll ich jetzt arbeiten?
02:38Äh.
02:40Oh, einen Augenblick.
02:46Der Gesundheitsdezernent.
02:48Wenn Sie mich dann entschuldigen würden.
02:53Petersen?
02:54Herr Wünschmann, wie geht's?
02:57Einmal hinstellen.
02:59Geben Sie mir die Hände.
03:00Und drücken.
03:02Können Sie fester drücken?
03:04Auf Ihre Verantwortung.
03:05Ich spiele Eishockey.
03:07Professionell.
03:08Wow.
03:08Können Sie jetzt bitte drücken.
03:12Mhm.
03:13Danke.
03:14Das reicht.
03:15Wir sind ja wieder okay.
03:16Ja, offensichtlich.
03:17Ähm.
03:18Ich würde das trotzdem gerne neurologisch abklären lassen.
03:20Hatten Sie heute zum ersten Mal solche Taubheitsgefühle?
03:23Ja.
03:24Gut.
03:25Äh, großes Blutbild.
03:26Ähm.
03:26Herr Schrader ist minderjährig.
03:27Da brauchen wir die Einwilligung der Eltern.
03:29Sie können ruhig Florian sagen.
03:31Und die Untersuchung können Sie auch machen.
03:33Ich wette in drei Monaten 18.
03:34Ja, was nichts anderes heißt, als dass Sie jetzt noch minderjährig sind und wir die Zustimmung
03:37ihrer Eltern brauchen.
03:38Das wird schwierig.
03:40Mein Vater sitzt gerade im Flieger auf Dienstreise.
03:42Nach Brasilien.
03:43Und deine Mutter?
03:46Die gibt's nicht mehr.
03:48Soll ich den sozialen Dienst informieren?
03:50Sicher.
03:55Hä?
03:56Was schreibt mir denn die Klinikverwaltung?
03:58Vielleicht kriegst du eine Lohnerhöhung, Schmerzensgeld ausgleichen, weil du trotz deiner unsilligen
04:03Beziehung zuhörst, wenn du ausgehst so tapfer auf der Station ausharrst.
04:06Ich hab einen Eintrag in meine Personalabte bekommen.
04:10Wie bitte?
04:14In diesem Fall hat Lernschwester Taluda Pfeffer keine Ausrechnung.
04:18Sorgfalt walten lassen und den Patienten trotz gegenteiliger Anordnung das eigenständige
04:22Verlassen der Stationerlaub?
04:24Was?
04:24Hier sind noch mehr Briefe.
04:27Für Susanne, für Thomas, für dich war keiner dabei, aber für Betty.
04:33Entschuldigung, ich suche Behandlungsraum 2.
04:37Nee, oder?
04:39Mira.
04:40Ach.
04:43Was machst du denn hier?
04:45Ich bin die neue AI-Wählerin.
04:47Ich weiß es nicht, denn hast du wirklich das Medizinstudium durchgezogen?
04:50Ja, es war anstrengend, aber ich hab's geschafft.
04:52Du bist ausgerechnet auf unserer Station gelangt.
04:55Erzähl, wie geht's dir? Hast du einen Mann, ein Kind, Hund?
04:59Wie denn noch? Und du?
05:00Kein Mann. Kein Kind, kein Hund.
05:03Und sag mal, seit wann bist du wieder in Aachen?
05:05Ach, erst seit gestern. Ich hab grad mal drei Kartons ausgepackt.
05:08Da hab ich die dabei, okay? Aber jetzt zeig ich dir erstmal Behandlungsraum 2.
05:11Da sind sie ja. Ich warte auf sie und auf sie auch.
05:16Frau Doktor.
05:16Vielen Dank.
05:20Die Patientin hat unter krampfartigen Schmerzen in Bauchraum sowie Durchfall.
05:24Der Bauch ist gespannt.
05:25Guten Tag. Ich bin Dr. Köttner. Und Sie sind?
05:28Ich bin Bärbel Plum. Das ist mein Mann.
05:30Ulrich Plum.
05:32Ja, ähm, so wie lange haben Sie diese Schmerzen denn jetzt schon?
05:35Naja, seit zwei Tagen.
05:37Meine Frau hat das immer mal wieder.
05:39Was heißt immer mal wieder?
05:39Ja, das stimmt schon. Seit einem Jahr.
05:43Es dauert dann immer drei bis vier Tage und plötzlich sind die Schmerzen und die Darmprobleme wieder weg.
05:48Ganz einfach.
05:49Unabhängig davon, was Sie gegessen oder getan haben?
05:51Ja.
05:52Gut, dann ein großes Blutbild und Stuhluntersuchung bitte.
05:55Mhm, wird gemacht.
05:56Das hat unser Hausarzt doch schon oft gemacht. Es war immer alles in Ordnung.
05:59Das mag sein, aber vielleicht erkennen wir an den Werten irgendeine Form von Dynamik, die uns weiterbringt.
06:04Sind Sie Allergikerin?
06:06Nein.
06:06Was kann das denn nur sein, Frau Doktor? Das kann doch so nicht weitergehen.
06:11Wir stellen Sie einmal gründlich auf den Kopf, Frau Plum, gucken, was rausfällt und dann bringen wir das wieder in Ordnung.
06:26Das ist auch die alte. Wo ist denn die neue Nummer vom sozialen Dienst?
06:31Was ist denn das?
06:36Was? Ein Eintrag in meine Personalakte?
06:43In meiner auch. Die halbe Aufnahmestation hat diese Briefe bekommen.
06:48Bin bei der Pool.
06:49Die sind aber nicht von der Pool.
06:51Die sind von unserem neuen Verwaltungsdirektor Jan Petersen.
06:56Ja, dann bin ich eben bei dem.
06:58Wenn ich eine halbe Stunde nicht zurück bin, fick Verstärkung.
07:02Oder nach.
07:03Sehr gerne.
07:04Mein Gesicht wollen Sie hoffentlich nicht zu mir.
07:17Wir wissen aber auch immer, was Frauen hören wollen, oder?
07:20Nee.
07:21Auch wenn ich mich grundsätzlich am liebsten mit Ihnen streite, heute will ich ausnahmsweise zu unserem neuen Verwaltungsdirektor.
07:27Herr Pedersen.
07:28Der hat heute seinen ersten Tag.
07:30Und Sie haben sich schon mit ihm angelegt?
07:31Das ist schnell.
07:32Selbst für Sie.
07:33Ich habe mich nicht mit ihm angelegt, sondern er sich mit mir.
07:36Aha.
07:36Wieso was passiert?
07:38Wenn ich das mal wüsste.
07:39Ich kenne den Mann ja noch nicht mal.
07:42Du bist nicht zuwärtig, wo ich den genau finde, ne?
07:45Jedenfalls nicht in seinem Büro.
07:46Wird renoviert.
07:47Okay, dann fragen Sie Puhl.
07:50Wie kommt er denn dazu?
07:57Der war doch überhaupt noch nicht auf dieser Station.
07:59Das fragt Betty ihn auch gerade.
08:01Schwester Betty?
08:02Jetzt?
08:03Ja.
08:06Frau Puhl, sind Sie über diese Briefe hier informiert?
08:09Schwester Betty, schön, Sie wiederzusehen.
08:10Herr Schneider, was machen Sie denn hier?
08:14Schneider ist leider nicht mein richtiger Name.
08:17Jan Pedersen.
08:20Sie sind der neue Verwaltungsdirektor.
08:23Ja, möchten Sie einen Kaffee?
08:24Ich möchte so einiges.
08:25Kaffee ist ganz bestimmt nicht dabei.
08:29Das ist jetzt nicht wahr, oder?
08:31Sie haben sich bei uns unter falschem Namen
08:35als Patient aufnehmen lassen,
08:38um uns anschließend alle abzumahnen?
08:40Nein, ich habe mich aufnehmen lassen,
08:41weil mein Herzcheck-up,
08:42den ich seit einem kleinen Vorfall jedes Jahr machen lasse,
08:45wieder anstand.
08:46Und ich dachte, ich schlage zwei Fliegen mit einer Klappe
08:48und lerne meinen neuen Arbeitsplatz
08:50und die Angestellten ganz unvorbehalte von beiden Seiten kennen.
08:54Und dann haben Sie sich von uns so schlecht behandelt gefühlt,
08:56dass Sie gleich der halben Aufnahmestation
08:57eine Abmahnung schicken mussten?
08:58Nein, im Gegenteil.
08:59Ich habe mich hervorragend behandelt
09:00und betreut gefühlt als Patient.
09:03Als Verwaltungsdirektor allerdings
09:05fand ich die Art und Weise,
09:07wie Sie auf Ihrer Station mit der Arbeitskraft umgehen,
09:09wenig effizient.
09:12Und für Effizienz zu sorgen,
09:13ist ja der Grund, warum ich hier bin.
09:14Ja, und ich bin hier,
09:15um mich nach bestem Wissen und Gewissen
09:17um kranke Menschen zu kümmern.
09:18Und das ist in der Regel umso effizienter,
09:21je mehr Zeit ich in den jeweiligen Patienten investieren kann.
09:24Ja klar, Ihre Auffassung von Effizienz
09:25ist natürlich eine andere als meine.
09:27Das liegt in der Natur der Sache.
09:29Und offensichtlich haben wir auch unterschiedliche Auffassungen darüber,
09:32wie ein faires, respektvolles Arbeitsverhältnis auszusehen hat.
09:35Wenn das Ihr Einstand war,
09:37dann ist wohl das Beste, was man darüber sagen kann,
09:39ist, dass er jetzt schon Lust auf den Ausstieg macht.
09:42Schwester Betty, ich glaube, das reicht jetzt.
09:44Im Übrigen ist das ein Gespräch,
09:46was zwischen Pflegedienstleitung
09:47und Verwaltungsdirektion stattfinden sollte.
09:49Wie im Übrigen auch jede andere Entscheidung,
09:52die in Bezug auf das Personal in dieser Klinik getroffen wird.
09:54Und Schwester Betty,
10:00die Versichertenkarte für meinen Aufenthalt,
10:02die reiche ich natürlich noch nach.
10:15War das gerade Florian Schrader?
10:17Ja.
10:18Und wo fährt er hin?
10:19Nach Hause.
10:19Aber das Taubheitsgefühl ist schon ein Anzeichen...
10:23Ohne schriftliche Einwilligung der Eltern
10:24kann ich keine relevante Untersuchung vornehmen.
10:26Oder haben Sie jemanden beim Sozialen Dienst erreicht?
10:31Habe ich vergessen anzurufen.
10:35Sie macht Fehler.
10:37Dass ich das mal erleben darf.
10:40Die Ergebnisse der Blut- und Stuhluntersuchung von Frau Plumm sind da.
10:43Und?
10:45Bis auf eine leichte Hüngle Leukos keine Auffälligkeiten.
10:47Ich habe Sie bereits über die Risiken einer Koloskopie aufgeklärt.
10:50Das hätten Sie vorher mit mir absprechen müssen.
10:53Als die Ergebnisse kamen,
10:54habe ich zufällig Dr. von Arnstedt auf dem Gang getroffen.
10:57Ich dachte, dann kläre ich das gleich mit ihr.
10:58Künftig bin ich Ihr direkter Ansprechpartner.
11:01Entschuldigung.
11:02Kommt nicht mehr vor.
11:02Ich werde noch eine Gastroskopie anordnen.
11:05Und wenn die Kollegen schon mal dabei sind,
11:06sollen sie auch gleich mal in den Magen der Patientin gucken.
11:09Das dachte ich mir auch.
11:12Deshalb habe ich das bereits angeordnet.
11:14Entschuldigung, war ich wohl etwas schnell.
11:20Ich will halt alles richtig machen.
11:26Übrigens habe ich mir Ihre Doktorarbeit runtergeladen.
11:30Alle Achtung.
11:31Sehr dezidiertes Thema.
11:33Ja, in der Tat.
11:35Herr Schneider ist Herrn Petersen.
11:50Der kommt mir aber nicht auf den Küchentisch.
11:53Der hat sich hier eingeschlichen, um uns auszuspionieren.
11:56Das ist ja wohl das Allerletzte.
11:57Ist es.
11:58Und da stehe ich auch voll hinter Ihnen.
12:00Aber Sie sollten bitte darauf bedacht sein,
12:01Herrn Petersen keinen Anlass für weitere Beschwerden zu liefern.
12:04Ich weiß ja noch nicht mal, was ich überhaupt falsch gemacht habe.
12:08Die Beschwerden sind vollkommen lächerlich.
12:10Das sieht Herr Petersen leider anders.
12:12Und ehrlich gesagt befürchte ich,
12:13dass Ihr Auftritt in seinem,
12:15in meinem Büro nicht gerade dazu beigetragen hat,
12:17diese Sichtweise zu überdenken.
12:19Soll ja wohl ein Witt sein.
12:21Apropos Büro.
12:23Da Herr Petersen bis zur Fertigstellung
12:24seines eigenen Büros meins belegt hat,
12:26werde ich die nächsten Tage im Schwesternzimmer arbeiten.
12:29Die nächsten Tage?
12:31Ich hätte Petersen umbringen sollen,
12:34als er noch Schneider hieß und Patient war.
12:37Das habe ich gehört.
12:38Ach, Pohl.
12:40Haben Sie noch Fragen?
12:59Nein.
13:00Frau Dr. Köttner hat mir bereits alles erklärt.
13:04Sie sind doch auch gleich dabei.
13:06Ein Kollege von der Gastroentologie
13:07wird die Untersuchung vornehmen.
13:08Wir sehen uns dann aber gleich anschließend.
13:11Ein bisschen Angst habe ich schon.
13:13Ich verspreche Ihnen,
13:14Sie werden nichts spüren.
13:16Ich, ich warte hier, mein Schatz.
13:24Hallo?
13:26Hallo, ich brauche Hilfe.
13:28Was ist passiert?
13:30Keine Ahnung,
13:31meine Beine sind auf einmal weggeknickt.
13:33Okay, setz dich mal hier hin.
13:34Dr. von Arnstedt,
13:37kommen Sie mal bitte.
13:40Was ist passiert?
13:42Meine Beine sind weggeknickt.
13:44Okay,
13:44dann nehmen wir Sie jetzt stationär auf,
13:46auch ohne die Zustimmung der Eltern.
13:47Herr de lau.
13:51Es kann Ärger geben.
13:54Mein Patient,
13:54meine Entscheidung.
13:56Wir dürfen nur im Notfall,
13:57ohne Einwilligung der Eltern agieren.
13:59Mit Chef was untersage ich dir,
14:00ihn zu behandeln.
14:01Was machen wir denn jetzt?
14:06Wie ich gesagt habe,
14:07wir nehmen ihn stationär auf.
14:08Großes Blutbild.
14:10Sie handeln gegen die Vorschrift,
14:11dass ich das noch erleben darf.
14:13Ich rufe gleich beim sozialen Dienst an.
14:15So,
14:16jetzt kannst du dich einmal reinsetzen.
14:17Geht das?
14:17Ja, super.
14:19Vater ist wohl auf Dienstreise,
14:20eine Mutter gibt es nicht
14:21und deswegen bräuchten wir jetzt
14:23vom Jugendamt eine Einwilligung
14:24für die Untersuchung hier, ja?
14:26Wie?
14:32Die Mutter lebt in Düsseldorf?
14:36Ja.
14:37Haben Sie da eine Nummer für mich?
14:41Heidi?
14:43Schade.
14:44Super,
14:45da haben Sie mir sehr geholfen.
14:46Vielen Dank.
14:47Ja, tschüss.
14:51Alles okay bei dir?
14:53Mir ist total schlecht.
14:54Ja, kein Wunder,
14:55wenn der Tag schon so anfängt.
14:57Mama,
14:58mach dir mal keinen Kopf.
15:00So ein Eintrag in die Personalaktisse
15:01ist kein Weltuntergang, ne?
15:02Schon gar nicht,
15:03wenn er völlig ungerechtfertigt ist.
15:05Und falls es wirklich Probleme geben sollte,
15:07dann hast du immer noch mich und die Pool.
15:09Okay.
15:10Ich verteile dann mal die Medikamente.
15:12Oh.
15:14So.
15:16Eva, wo hast du die Schuld, son?
15:17Danke.
15:18Was ist denn gerade?
15:24Kennst du uns von neuer EIB-Lerin?
15:26Ja.
15:27Ja, stimmt.
15:28Die habt ihr ja nie kennengelernt.
15:29Das ist Mira von der Schwesternschule.
15:31Als du deine Prüfung gemacht hast,
15:32da hatte sie ihr erstes Ausbildungsjahr.
15:34Ach so, ja.
15:35Ich erinnere mich dunkel.
15:37Wir wollten ja immer mal was zusammen machen, ne?
15:38Mhm.
15:39Aber es ist nie dazu gekommen.
15:40Ja, weil du, glaube ich,
15:41ein bisschen eifersüchtig warst.
15:42Jo, genau.
15:43Das glaube ich jetzt nicht.
16:01Ist das Ihre Definition von
16:03ich stehe voll hinter Ihnen?
16:04Wenn ich Ihre Station gegenüber
16:06Herrn Petersen verteidigen soll,
16:07dann muss ich mich zunächst mal vergewissern,
16:08wie es hier tatsächlich zugeht.
16:10Dann fragen Sie mich gefälligst.
16:11Ich sag's Ihnen dann schon.
16:12Also nicht in diesem Ton, ja?
16:14Wenn das hier so weitergeht,
16:15dann können Sie sich
16:15eine neue Stationsschwester suchen.
16:17Dann haben Sie auch Ihren anderen Ton.
16:23Was machen Sie denn hier?
16:25Kleines Päuschen?
16:26Ich dachte,
16:27Sie sind bei der Medikamentenausgabe.
16:29Damit bin ich fertig.
16:30Und jetzt wollte ich hier aufräumen,
16:32weil ich dafür gerade mal
16:33zehn Minuten Zeit habe,
16:34um wir sonst nicht mehr dazu kommen.
16:36Und was machen Sie hier?
16:37Ich?
16:39Ich wollte genau das Gleiche machen.
16:41Das ist ja schlimm,
16:41wie es hier aussieht.
16:42Aber wenn Sie jetzt da sind,
16:44umso besser.
16:49So, Florian,
16:50jetzt nehme ich dir mal Blut ab, ja?
16:56Und du spielst wirklich
16:58professionell Eishockey, ja?
17:01Ja.
17:02Wo denn?
17:02Hier in Aachen?
17:04Gibt's hier überhaupt einen Verein?
17:06Ja.
17:06Noch mal eine Faust?
17:07Da spiele ich ja auch.
17:08Noch.
17:09Aber ich möchte unbedingt nach Köln.
17:11Der Trainer kommt übermorgen
17:12zu unserem nächsten Spiel.
17:13Dann kommt's drauf an.
17:16Bis dahin bin ich doch wieder fit, oder?
17:18Ich meine,
17:19Sie untersuchen mich doch jetzt
17:20und alles.
17:22Warum dürfen Sie das jetzt eigentlich?
17:23Jetzt piekt's mal kurz.
17:24Ich hab deine Mutter angerufen.
17:32Sie haben was?
17:34Kannst aufmachen.
17:35Vorher haben Sie überhaupt die Nummer?
17:37Im sozialen Dienst.
17:42Nachdem, was du mir heute Morgen erzählt hast,
17:43hab ich gedacht,
17:44deine Mutter lebt gar nicht mehr.
17:45Was mir herangeht,
17:48stimmt das auch.
17:50Drück mal bitte hier.
17:55Deine Mutter ist auf dem Weg hierher.
17:58Was?
17:59Sind Sie verrückt geworden?
18:01Was fällt Ihnen ein,
18:02sich so in meine Angelegenheiten einzumischen?
18:03Wir machen uns strafbar,
18:04wenn wir dich ohne Einwilligung untersuchen.
18:06Es ist mir scheißegal,
18:07was Sie oder die hat zu tun.
18:08Aber ich werde nicht mit dir sprechen.
18:10Diese Frau wird mein Zimmer nicht betreten.
18:11Haben Sie das verstanden?
18:12Nein.
18:15Vermisst der Chefarzt
18:20seine alte Station
18:21oder willst du kontrollieren,
18:22ob deine Anweisungen eingehalten werden?
18:23Was?
18:24Entschuldigung.
18:25Die Mutter von Florian Schrader
18:26ist auf dem Weg hierher.
18:27Okay.
18:27Ich bin im Arztzimmer.
18:31Sie haben einen Eintrag
18:32in Ihre Personalakte bekommen?
18:34Ja.
18:34Nicht nur ich.
18:35Halbe Station.
18:36Wieso haben Sie mir das nicht gesagt?
18:37Warum soll ich Ihnen das sagen?
18:39Weil ich Ihr Chef bin?
18:41Ich bin schon groß.
18:43Ich kann auf mich selber aufpassen.
18:46Außerdem will ich Ihre Hilfsbereitschaft
18:47nicht überstrapazieren.
18:51Tja, wenn Sie sich anders überlegen,
18:52ich bin in meinem Büro, ne?
18:53Ja.
18:58Guten Tag.
18:59Ich bin Heidi Schrader.
19:01Sie hatten angerufen
19:02wegen meines Sohnes Florian Schrader.
19:03Was genau fehlt Florian denn?
19:10Er leidet unter plötzlich auftretenden
19:12Taubheitsgefühlen in Händen und Beinen.
19:14Das kann verschiedene Ursachen haben.
19:15Deshalb brauchen wir Ihre schriftliche Einwilligung
19:17für sämtliche neurologischen
19:18und radiologischen Untersuchungen.
19:20Sowie, falls nötig,
19:22entsprechende chirurgische Maßnahmen.
19:23Ist das denn wahrscheinlich?
19:25Zurzeit nicht,
19:26aber wir müssen alle Eventualitäten berücksichtigen.
19:28Veranlassen Sie das CT
19:30und gehen mir Bescheid,
19:30wenn die Ergebnisse da sind.
19:32Ja.
19:34Tja, dann wäre ich jetzt mal wieder.
19:37Wollen Sie ihn gar nicht sehen?
19:40Nein.
19:41Er ist bei Ihnen hier
19:41ja in guten Händen.
19:44Außerdem glaube ich,
19:44ist es besser so.
19:46Wiedersehen.
19:52Die Kostenaufstellungen zeigen,
19:53dass es Optimierungspotenzial gibt.
19:56Besonders bei den Personalkosten.
19:58Das ist Seite 15.
20:03Dann haben Sie aber ambitionierte Ziele.
20:05Das sind nicht meine Ziele,
20:06das sind die Ziele des Verwaltungsrates.
20:08Und mein Job ist es lediglich,
20:10diese Ziele durchzusetzen.
20:12Ich habe von Ihrem kleinen Rundumschlag
20:14auf der Aufnahmestation gehört.
20:16War das echt nötig?
20:18Ich sehe das als Signal.
20:20Also,
20:21nachdem ich die dortige Stationsleitung
20:22bereits zweimal kennenlernen durfte,
20:25bin ich mir sicher,
20:26dass sie es verkraften wird.
20:28Ja, es ist auch nur...
20:30Das Pflegepersonal dort
20:32und insbesondere Schwester Betty
20:33leisten wirklich brillante Arbeit.
20:34Das wollte ich nur noch mal.
20:35Kein Problem.
20:35Und in Zukunft
20:36lasse ich mich davon gerne überzeugen.
20:38Ja.
20:39Haben Sie schon mein Dossier gelesen
20:40zur Bettenbelegung?
20:42Dossier?
20:42Bettenbelegung?
20:43Nee.
20:43Es wäre gut,
20:44wenn Sie es bis Ende der Woche
20:45durchgehen könnten.
20:47Ende der Woche?
20:48Ja.
20:51Ja.
20:51Oder ich erkläre es Ihnen
20:52bei einer Radtour.
20:54Am Wochenende?
20:55Also, ich kenne da eine interessante Route
20:57durchs Drei-Länder-Eck.
20:58Ja.
20:58Also, falls das nicht so viel ist
20:59für Ihr CX-601.
21:01Ja.
21:01Manchmal vermisse ich das schon,
21:06die Arbeit auf der Station.
21:08Natürlich ist es stressig.
21:10Aber andererseits ist man immer in Bewegung
21:12und hat mit Menschen zu tun.
21:14Seien es nur die Patienten
21:15oder die anderen Schwestern.
21:18Das Gefühl, zu einem Team zu gehören
21:20und die Zusammenarbeit fehlt mir am meisten.
21:22Ja.
21:24Das tut mir auch wirklich sehr leid, Frau Pohl.
21:27Wissen Sie was?
21:28Solange mein Büro besetzt ist,
21:30sagen Sie mir einfach Bescheid,
21:31wer Not am Mann ist.
21:32Wenn ich schon mal hier bin,
21:33kann ich genauso gut mal mit anpacken.
21:34Bei Frau Plum liegt eine Veränderung
21:41der Darmschleimhaut vor.
21:42Ich tippe auf Morbus Crohn.
21:43Oder Colitis ulcerosa.
21:45Dafür würde sprechen,
21:45dass die Patientin immer wieder
21:46über längere Zeit beschwerdefrei ist.
21:48Was bei einer schwachen Form
21:49von Morbus Crohn ja ebenfalls sein kann.
21:50Außerdem hätte die Patientin
21:51bei Ulcerosa Blut im Stuhl.
21:52Nicht zwangsläufig.
21:53Außerdem ist Frau Plum über 60.
21:54In der Regel tritt Crohn bedeutend früher auf.
21:57In der Regel bedeutet nichts anderes,
21:58als dass...
21:58Was schlagen Sie vor?
22:01Mesalazin über drei Wochen,
22:02anschließend eine erneute Darmspiegelung
22:03zur Kontrolle.
22:04Klingt sinnvoll.
22:07Sonst noch was?
22:09Nein.
22:17Ja, von Arnstedt.
22:19Es geht um den Patienten Florian Schrader.
22:22Ich habe hier den CT-Befund.
22:24Ja.
22:26Der Junge ist erst 17,
22:27kann da ein Irrtum vorliegen.
22:29Wieso ist kein Mesalazin vorrätig?
22:31Weil wir es nicht so oft benötigen.
22:33Der Lüder,
22:33besorgst du bitte Mesalazin?
22:35Mache ich gleich.
22:36Nee, bitte sofort.
22:37Das ist eine ärztliche Anweisung.
22:39Das hätte ich da aber bitte gerne schriftlich.
22:41Sonst bekomme ich das Medikament in der Hausapotheke,
22:43nämlich nicht.
22:44Ja, dann geben Sie mal her,
22:46dieses Anforderungsformular.
22:48So, damit du eins weißt,
22:49dass du dich hier irgendwann so aufhörst,
22:51dann schiebe ich dich postwendend zurück nach Afrika.
22:53Na, wenn du mitkommst.
22:54Lissi,
22:56heute Abend feiern wir aber erst mal unser Wiedersehen, oder?
22:57Ja, bei so was von.
23:01Lendenstück vom Rind.
23:05Steak.
23:06Filet.
23:07Es ist die Schule.
23:19Na, geh doch ran, Schätzchen.
23:21Nein?
23:22Jetzt bist du dran.
23:23Alles andere kann warten.
23:26Mein Mann ist Hausmeister am Gymnasium
23:28und ich mache den Kiosk dort.
23:31Ihre Schüler müssen aber heute ohne sie auskommen,
23:33denn jemand hat recht,
23:33die Gesundheit geht vor.
23:34Da können Sie sich schon mal dran gewöhnen.
23:36Ab Sommer ist sowieso Schluss.
23:37Da gehen wir in Rente und ziehen an die Nordsee.
23:39Oh, da bin ich aber neidisch.
23:41Nehmen Sie mich mit?
23:42Wir haben ein wunderschönes Bauernhäuschen
23:45an der Nordsee gefunden.
23:46Zwar gibt es noch einiges zu tun, aber...
23:48Aber da freuen wir uns drauf.
23:50Meine Frau hat ein Händchen fürs Einrichten.
23:52Das macht dir so schnell keiner nach.
23:55Wie lange sind Sie denn schon verheiratet?
23:5935 Jahre.
24:00Okay, jetzt bin ich wirklich neidisch.
24:04So.
24:06Alles gut?
24:07Danke.
24:14Geht's ja immer noch nicht besser?
24:16Ist schon okay.
24:17Ich brauche nur mal fünf Minuten,
24:18dann bin ich bestimmt wieder fit.
24:20Weißt du was,
24:21ist eh gleich Schichtende.
24:22Geh mal nach Hause und leg dich hin.
24:23Auf gar keinen Fall.
24:24Wenn der Petersen das mitkriegt,
24:25dann habe ich gleich wieder
24:26den nächsten Ärger am Hals.
24:31Du hast ihn gar nicht bemerkt, oder?
24:33Den.
24:35Du bist definitiv krank.
24:36Geh jetzt nach Hause.
24:37Und wenn der Petersen
24:38irgendwas dazu zu kamellen hat,
24:39dann kann er das gerne mit mir klären.
24:42Danke.
24:43Gute Besserung.
24:43Ist die Mutter von diesem
24:45Eishockey-Jungen noch da?
24:47Nee, die ist schon wieder gegangen.
24:48Wieso?
24:49Anrufen.
24:50Die soll so schnell wie möglich
24:51wieder zurückkommen.
24:55Okay.
24:55Es ging ja schnell.
25:00Ich war noch auf dem Gelände.
25:02Ist mit Florian alles in Ordnung?
25:03Das trifft sich gut.
25:04Ich bin gerade auf dem Weg zu ihm.
25:05So, wenn Sie bitte mitkommen würden.
25:07Aber.
25:09Ja, das war zu erwarten.
25:11In Ihren Augen sind deutliche Anzeichen
25:13von Kaiserfleischer...
25:14Was willst du denn hier?
25:15In Ihren Augen sind deutliche Anzeichen
25:19von Kaiserfleischer Kornialring zu erkennen.
25:22Das ist ein Anzeichen dafür,
25:23dass der Kupferstoppwechsel
25:24in Ihrer Leber gestört ist.
25:25Das Kupfer setzt sich dann
25:27unter anderem am Rand der Hornhaut
25:28als goldbrauner Ring
25:29um die Iris herum ab.
25:31Primärer Speicherort
25:32ist allerdings die Leber,
25:33manchmal auch das Gehirn.
25:34Ist das schlimm?
25:35Die Erkrankung nennt sich Morbus Wilson
25:36und basiert auf einem Gendefekt.
25:37Es kann zu Leberschäden
25:38und neurologischen Defiziten kommen.
25:41Ist das heilbar?
25:42Es ist behandelbar.
25:43Ich kann allerdings erst Aussagen
25:45über eine Therapie machen,
25:46wenn ich weiß,
25:47wie weit die Krankheit
25:47bereits fortgeschritten ist
25:48und deshalb geht es für Sie
25:49jetzt erst mal zum MRT.
25:51Bis morgen.
25:54Es besteht keine Lebensgefahr.
25:55Es war gut,
25:56dass wir ihn hier behalten haben.
25:59Willst du jetzt plötzlich
26:00einen auf Mama machen?
26:01Jetzt brauche ich dich auch nicht mehr.
26:03Florian.
26:03Verpiss dich!
26:05Das kannst du doch so gut.
26:05Einfach gehen und wegbleiben.
26:07Ich will dich nicht mehr sehen.
26:13Florian hat recht.
26:29Ich habe nichts anderes verdient.
26:32Ich habe ihn und seinen Vater
26:33verlassen, als er vier war.
26:36Und mich seitdem nicht mehr
26:37um ihn gekümmert.
26:39Und warum?
26:39Ich habe vier Jahre versucht,
26:46eine Mutter und Ehefrau zu sein.
26:49Ich habe es wirklich versucht,
26:50jeden Tag aufs Neue.
26:53Aber am Ende
26:54habe ich es einfach nicht gekonnt.
26:56Ich bin kaputt gegangen.
26:58Ich war nur noch unglücklich.
27:01Ich habe mich
27:01wie im falschen Leben gefühlt.
27:04Und dann eines Tages
27:05habe ich Florian
27:06in den Kindergarten gebracht
27:07und bin gegangen.
27:09Für immer.
27:09Und
27:14danach waren Sie glücklicher?
27:19Ich weiß,
27:19das klingt jetzt furchtbar,
27:21aber ja,
27:21ich war glücklicher.
27:23Ich bin nicht stolz drauf.
27:25Aber das Gefühl,
27:27niemanden mehr lieben zu müssen,
27:28den man nicht lieben kann,
27:30das hat mir eine enorme Last
27:32von den Schultern genommen.
27:34Und wenn sich die Schuldgefühle
27:35gemeldet haben,
27:36dann habe ich mir gesagt,
27:37dass es auch das Beste
27:38für meinen Sohn ist.
27:39und das habe ich auch
27:40bis heute geglaubt.
27:42Aber eben im Zimmer
27:43habe ich seinen Schmerz gespürt.
27:46Manche Menschen
27:47sollten einfach
27:47keine Kinder bekommen.
27:48die Strecke ist schöner,
28:00aber auch wesentlich
28:00anstrengend.
28:01Okay.
28:02Na, ich bin bei allen dabei.
28:03Super.
28:06Schwester Betty!
28:09Ach, Sie sind der zweite Arsch.
28:10Ja, schauen Sie ruhig hin,
28:11wenn es Ihnen gefällt.
28:12Das ist doch das Mindeste,
28:12was ich für meine Mitarbeiter tun kann.
28:14Wissen Sie was?
28:15Diese Klinik hier hat eine hervorragende
28:16psychiatrische Abteilung,
28:17nur im Fall,
28:18dass Sie die Symptome von
28:19Selbstüberschätzung mal
28:19behandeln lassen wollen.
28:20Also gar nicht auch mit Ihnen
28:21vielleicht Schwester Betty,
28:22aber wir müssen weiter.
28:23Ja, ja.
28:24Wollen Sie noch mit rein?
28:25Geh, danke.
28:26Ich nehme den Nächsten.
28:27Tschüss.
28:27Tschüss, Sie.
28:28Ich muss dir immer das letzte Mal sagen.
28:33Immer.
28:41Na?
28:43Ich wollte noch mal kurz gucken,
28:44wie es dir geht,
28:44bevor ich den Feierabend gehe.
28:53Ich kann mir vorstellen,
28:54wie du dich fühlen musst.
28:56Ja.
28:58Das glaube ich kaum.
29:00Doch.
29:02Also,
29:03ein bisschen zumindest.
29:05Ich habe erst vor ein paar Monaten
29:06meinen Vater kennengelernt,
29:08der sich vorher nie um mich gekümmert hat.
29:11War ich auch ziemlich wütend.
29:15Und dann?
29:16Ich habe gedacht,
29:17besser später als nie.
29:21Das hat sie nicht verdient.
29:26Das mag sein.
29:28Aber weißt du,
29:30es geht gar nicht um sie.
29:33Sondern einzig und allein darum,
29:35was du brauchst.
29:37Und was du willst.
29:40Sind uns wohl?
29:41Ich habe ein Angebot für mein Nagelstudio.
29:50Eine Kette möchtest du mir abkaufen.
29:52Und du sollst ja bitte den Vertrag ansehen,
29:53nicht, dass die mich über den Tisch ziehen.
29:55Und du auf die Idee vorher anzurufen,
29:57bist du nicht gekommen.
29:57Doch, aber ich hatte Angst,
29:58dass du beschäftigt bist und mir absagst.
30:00Und diese Schmerzen kamen ganz plötzlich?
30:07Hat sie was gegessen?
30:09Nein.
30:10Nein.
30:11Das könnte ein Darmverschluss sein.
30:12Ich rufe eine Chirurgie an.
30:14Muss ich operiert werden?
30:15Hab keine Angst, mein Schatz.
30:17Ich bin bei dir.
30:17Ja, ich denke schon.
30:21Ja, hallo?
30:22Dr. Lewandowski hier, Aufnahmestation.
30:24Ich habe hier eine Patientin
30:26mit Verdacht auf Darmverschluss.
30:27Bitte bereiten Sie alles
30:28für eine mögliche Operation vor.
30:30Hopplum?
30:31Ja.
30:32Eine Schwester wird gleich kommen
30:33und Sie auf die Operation vorbereiten.
30:35Vorher muss ich Sie aber nochmal untersuchen.
30:37Wow, das ist ein ordentliches Sömmchen.
30:43Aber was willst du denn machen,
30:44wenn du dein Name im Studio verkaufst?
30:47Auf zu neuen Ufern.
30:49Das ist doch das Aufregende am Leben.
30:51Solange du keine Umschulung
30:52zur Krankenschwester machst
30:53und bei uns anfängst, ne?
30:55Wenn Lissi jetzt nicht gleich kommt,
30:57dann müssen wir gar nicht mehr los.
30:58Wo bleibt die denn?
30:59Wo wollt ihr denn hingehen?
31:00Tanzen?
31:01Was heißt das?
31:02Jetzt komme ich einfach mit.
31:04Sorry, Wanda,
31:04aber zu junge Hühner
31:05lassen die da nicht rein.
31:06Ach.
31:07Das mit dem Jungen heute,
31:21das habe ich nur gesagt,
31:22damit du keinen Ärger kriegst, ne?
31:25Du meinst,
31:26du wolltest mich retten und beschützen?
31:29Ja.
31:29Unspannend?
31:44Spannender als das?
31:45Guten Morgen.
32:07Danke.
32:09Morgen.
32:09Schön, dass du noch lebst.
32:11Ich war schon kurz davor,
32:12eine Vermisstenmeldung auch zu geben.
32:13Ja, ich war mit Mira aus
32:15und dann habe ich bei ihr übernachten.
32:19Oh, Betty,
32:20wir waren verabredet, oder?
32:21Was zu mir leid,
32:22das habe ich total vergessen.
32:23Ja,
32:24ist schon okay.
32:26Ich habe mir noch ein bisschen Sorgen gemacht,
32:27weil du nicht zurückgerufen hast.
32:29Mein Akku war leer.
32:30Klassiker.
32:30Ich mache es wieder gut,
32:33ja, versprochen.
32:35Warte, wir machen mal was zu dritt.
32:37Sie sind schon wieder aus der Klinikverwaltung.
32:39So.
32:41So.
32:44Jetzt reicht's.
32:46Entschuldigung.
32:47Ich wurde angerufen,
32:48weil die Ergebnisse von Florians Kernspinnuntersuchung vorliegen.
32:52Ein Stück von einem Zahnstocher?
32:54Ja.
32:55Am Übergang von Dünndarm zu Dickdarm.
32:57Auf dem Röntgenmüll war er nicht zu erkennen.
32:58Das Gewebe drumherum war verwuchert und entzündet.
33:01Der Dampfverschluss stand kurz bevor.
33:03Was es alles gibt.
33:05Ich kann mich nicht erinnern,
33:06jemals einen Zahnstocher verschluckt zu haben.
33:09Hauptsache, es geht Ihnen jetzt wieder besser.
33:12Danke, Dr. Lewandowski.
33:14Ja.
33:15Das ist ja nun mal mein Beruf.
33:18So.
33:19Und jetzt ruhen Sie sich erst mal ein bisschen aus.
33:21Etwas, das ich auch tun werde.
33:25So viel zu Colitis ulcerosa.
33:28Und zu Moritz Crohn.
33:30Ich mache jetzt Feierabend.
33:31Ich wünsche noch einen ruhigen Dienst.
33:34Das MRT zeigt deutlich,
33:35dass Ihr Gehirn bereits betroffen ist.
33:36Die Basalganglien sind verkleinert.
33:38Bitte.
33:38Die was?
33:40Die Basalganglien.
33:41Was machst du denn schon wieder hier?
33:43Ich habe dir doch gesagt,
33:44dass ich die nicht mehr sehen will.
33:48Ich warte draus.
33:51Gut.
33:51Also, die Basalganglien vereinfacht ausgedrückt optimieren und steuern die Bewegungsabläufe.
33:58Diese Funktion steht Ihnen ja nun leider von Zeit zu Zeit nicht mehr zur Verfügung,
34:01da sich das Kupfer bereits in Ihrem Gehirn abgelagert hat.
34:04Aber Sie bekommen gleich ein spezielles Medikament, das Trientine E.
34:09Damit ist die Krankheit gut in den Griff zu bekommen.
34:12Sie müssen das Medikament allerdings ein Leben lang nehmen.
34:14Ein Leben lang?
34:16Mhm.
34:17Aber ich kann dann trotzdem weiter Eishockey spielen?
34:19Ja, prinzipiell schon.
34:21Allerdings gehört das Trientine E. zu einer Gruppe von Medikamenten,
34:24die bei einer Untersuchung als Doping gelten.
34:25Das könnte eine professionelle Laufbahn schwierig bis unmöglich machen.
34:29Nein.
34:31Nein, das kann nicht sein.
34:33Ich stehe so kurz davor, den Sprung in die Bundesliga zu schaffen.
34:46Er hat mir deutlich zu verstehen gegeben, dass er mich nicht um sich haben will.
34:51Welches Recht habe ich, mich darüber hinwegzusetzen?
34:54Ich glaube, er braucht gerade dringend jemanden.
34:57Und Sie sind die Einzige, die da ist.
34:59Und Sie sind die Einzige, die da ist.
35:29Und Sie sind die Einzige, die da ist.
35:59Ah, gut, dass Sie noch da sind.
36:12Das kam eben aus der Radiologie.
36:14Das MRT von Frau Plums Bauchraum und die Ergebnisse der Gewebeprobe.
36:22Ein Tumor in der Bauchspeichergrüse.
36:26Sie wissen, was das bedeutet?
36:30Wollen Sie es dir sagen, oder soll ich das machen?
36:35Ich mache das.
36:37Ich komme mit.
36:41Weißt du, was der größte Witz dabei ist?
36:47Dass ich ursprünglich nur Tessa-Profi werden wollte,
36:49weil ich dachte, dass wenn ich erst mal berühmt bin
36:53und du siehst, was aus mir geworden ist,
36:56dann tut es dir leid, dass du mich verlassen hast.
36:59Dann kommst du wieder zurück zu mir.
37:01Da war ich gerade 15.
37:07Warum?
37:12Was war nicht in Ordnung mit mir, dass...
37:14...dass du weggegangen bist?
37:15Nichts, gar nichts.
37:17Das darfst du nicht mal denken.
37:20Warum dann?
37:22Ich glaube nicht, dass du das je verstehen wirst.
37:26Versuch es mir zu erklären.
37:29Vielleicht verstehe ich es ja doch.
37:34Krebs?
37:35Sie sagten noch, der Zahnstocher.
37:40Das Gewebe um den Zahnstocher steckte ebenfalls voller Krebszellen.
37:47Der primäre, also der eigentliche Tumor, sitzt aber nicht im Darm,
37:53sondern in ihrer Bauchspeicheldrüse.
37:56Was heißt das?
37:56Operation, Chemo und all das?
38:04Ein Tumor in dieser Form ist nicht behandelbar.
38:09Wie lange habe ich noch?
38:13Das lässt sich nicht so genau sagen.
38:16Jahre?
38:19Monate?
38:19Aber Sie haben doch gesagt, es ist alles in Ordnung.
38:27Sie haben gesagt, ich werde wieder gesund.
38:31Nicht weinen, Ulrich.
38:33Nicht weinen.
38:35Wir haben so schöne Jahre miteinander verbracht.
38:39Dafür sollten wir Danken sein.
38:44Lass uns die letzte Zeit genießen.
38:47Die wäre noch...
38:49Das, das haben Sie gut gemacht.
39:00Ich habe ihr gesagt, ich bringe Sie wieder in Ordnung.
39:03Ein klassischer Anfängerfehler.
39:07Es passiert jedem Allwähler genau ein einziges Mal.
39:19Ja, haben wir, oder?
39:22Würde ich auch sagen.
39:24Herein.
39:26Schwester Betty, dann sind wir ja komplett.
39:28Sie wollen sich sicherlich bedanken.
39:31Bedanken?
39:32Ja.
39:32Für die zweite Runde blauer Briefe.
39:35Nein.
39:36Tatsächlich wollte ich Ihnen sagen, dass wenn Sie glauben, Sie...
39:38Schwester Betty.
39:39Also ich glaube, was unser Chefarzt versucht Ihnen mitzuteilen,
39:42ist, dass, bevor Sie hier das Rumpelstilzchen geben,
39:45sollten Sie vielleicht erst mal den Brief aufmachen.
39:48Dann würden Sie nämlich feststellen, dass sich darin die Mitteilung befindet,
39:52dass sämtliche gestrigen Einträge aus den Personalakten gelöscht worden sind.
39:57Tatsächlich?
39:58Ja.
39:59Dann gehe ich mal davon aus, dass das auf den Einsatz von Dr. Behring und Frau Puhl zurückzuführen ist.
40:04Tja, nee, wir haben in einem ausführlichen Gespräch mit Herrn Petersen
40:07einvernehmlich diese Entscheidung getroffen.
40:09Hm, verstehe.
40:12Ja, dann sage ich danke im Namen meiner Kollegen.
40:16Gerne.
40:17Aber meinen Eintrag löschen Sie bitte nicht, ja?
40:19Wie bitte?
40:20Und warum nicht?
40:21Weil ich mir lieber den kleinen Finger abhacke,
40:23als mich für die Entfernung eines ungerechtfertigten Eintrags bei Herrn Petersen auch noch zu bedanken.
40:32Sag ich doch immer.
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