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Cake day: August 7th, 2024

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  • Nummernschilder hängen völlig verquer in der Datenschutzrechtssprechung. Sie gelten als personenbezogenen, zu schützende Daten. Dafür gibt es sicherlich gute Gründe, meistens fährt ja nur eine Person ein Auto oder ein sehr enger Personenkreis und daher ist es sicherlich nicht verkehrt, dass nicht jeder einfach einen Nummernschildscanner aufstellen darf, um dann auszuwerten, wann seine Nachbarn unterwegs sind oder dass Firmen daraus Bewegungsprofile generieren. Wer wissen will, wie gruselig das ist, darf mal in die USA schauen.

    Aber: Diese schützenswerten Daten müssen per Gesetz außen groß und in maschinenlesbar am Fahrzeug angebracht werden. Und die Menge an Autos führt dazu, dass man in der Öffentlichkeit eigentlich keine Fotos machen kann ohne dass ein Nummernschild drauf ist. Und die Datenschützer hier nutzen dann Datenschutz als Täterschutz, was auch null geht.




  • Der Kontext hier ist extrem wichtig. Das Zitat stammt aus dem April 2020:

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schlug heute nachdenkliche Töne an: „Wir werden in ein paar Monaten wahrscheinlich viel einander verzeihen müssen.“ Mit diesen Worten bat Spahn um Verständnis für schwierige, politische Entscheidungen in der Corona-Krise. Während einer Regierungsbefragung im Bundestag in Berlin erklärte der CDU-Politiker, man habe in der Geschichte der Bundesrepublik noch nie „mit so vielen Unwägbarkeiten, die da sind, so tief gehende Entscheidungen treffen müssen“. In den vergangenen Wochen hätten alle viel über das Virus dazugelernt, sagte Spahn. Neben der Politik werde auch für die Gesellschaft und die Wissenschaft eine Phase kommen, in der man feststelle, dass man vielleicht an der einen oder anderen Stelle falsch gelegen habe. Auch er werde in einem halben Jahr möglicherweise feststellen müssen, dass er nicht „in jeder Lage immer richtig“ gehandelt habe. Daher sei er „immer ganz neidisch auf die, die schon immer alles gewusst haben“, so Spahn.

    https://www.welt.de/vermischtes/article207443999/Das-Update-zur-Corona-Krise-Wir-werden-viel-verzeihen-muessen-sagt-Jens-Spahn.html

    Dagegen kann man eigentlich nichts sagen. Das waren “damals” wirklich wilde Zeiten, die v.a. jenseits des Erfahrungshorizontes aller waren.

    Problematisch ist halt nicht das Zitat, sondern halt dass es diese Bereicherung in diesem Bereich gab. Das Zitat zielt ja auf Fehlentscheidungen hin, etwa in Richtung Lockdowns, Schulschließungen, Maßnahmen etc. Dass sind da Leute fleißig bereichert haben, ist natürlich davon nicht abgedeckt und es beinhaltet auch nicht, dass man jedem Coronaleugner in seinem privaten Umfeld verzeihen muss, der durch sein Verhalten aktiv Menschen ermordet hat und jetzt immer noch über die Impfung jammert.





  • Was ein merkwürdiger Artikel.

    Der Einfachheit halber nehmen wir zwei Schwellenwerte, um den Weg zum Reichtum zu markieren: 100.000 Euro und eine Million Euro an Erspartem. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts legten private Haushalte in Deutschland im vergangenen Jahr im Schnitt 270 Euro im Monat zurück. Flösse diese Summe schlicht auf ein unverzinstes Girokonto, bräuchte man rund 31 Jahre, um darauf 100.000 Euro anzusammeln. Eine Million hätte man dementsprechend nach 310 Jahren angespart.

    Es ist natürlich absoluter Quatsch die durchschnittliche Sparrate zu nehmen, einfach weil es einen ganzen Haufen Leute gibt, die wenig verdienen oder die überhaupt nichts sparen oder die z.B. an Häusern abbezahlen.

    Wenn du einen halbwegs vernünftig bezahlten Vollzeitjob hast und dann nicht mit dem Geld um dich wirfst, dann sieht die Sparrate plötzlich völlig anders aus. Und dazu darf man auch Zinsen nicht unterschätzen, gerade der Zinseszinseffekt ist gewaltig. Aber auch so: Wenn du sagen wir mal 70.000€ schon angespart hast und die beim EZB-Zins von 2% auf dem Tagesgeld hast, dann landest du bei 1400€ im Jahr an Zinsen, also einer zusätzlichen Sparrate von 116€.













  • Bei der aktuellen Zuverlässigkeit und Auslastung der Bahnen führt eine Reservierungspflicht automatisch dazu, dass zig Reisende stranden werden. Ja, es ist kacke, wenn ein ICE in Richtung Süden ausfällt und sich dann zwei Ladungen Menschen in den nächsten drängeln, aber eine Reservierungspflicht bedeutet im Endeffekt, dass diese Stehplatzreserven ausfallen und die Leute irgendwo am Bahnhof stehen und nie am Ziel ankommen. Auf der Strecke, die ich regelmäßig fahre, sind die ICEs meistens z.B. am Freitag Mittag und Sonntag Nachmittag bis zum letzten Platz gefüllt - mit Reservierungspflicht bedeutet das, dass du einerseits nicht mehr spontan reisen kannst oder einen anderen Zug nehmen kannst. So funktioniert es halt auch mit Sparpreis ganz gut, wenn etwa dein Anschlusszug arg verspätet ist, dass du einen anderen Zug in Richtung Süden nimmst und du nicht in Mannheim verschimmelst.


  • Ich weiß nicht, ob KI hier wirklich das Problem ist. Wir wissen ja bereits, dass Spotify selbst seine Standard-Playlists mit “ghost artists” füllt, also Künstlern, die für eine einmalige Zahlung dann alle Rechte an recht generischen Werken an Spotify abgeben. Spotify packt diese dann in die üblichen “Chill-out”, “Background music to study to” oder “beach vibes” playlists, um Tantiemen zu sparen. Das gibt es so auch schon ewig im Genre der GEMA-freien Musik.

    Dazu kommt dann das altbekannte Problem, dass es mehr Musiker gibt als man hören kann und dass die Kosten für professionelle Musikerstellung deutlich gesunken sind. Was gut ist. Aber jetzt kann halt jeder in seinem gar nicht so teuren Homestudio sich als DJ ausleben. Jede Garagenband halbwegs professionell klingende Alben einen globalen Publikum anbieten und keiner muss mehr Kassetten in schlechter Tonqualität auf dem Gig im lokalen Jugendzentrum verticken. Das führt aber natürlich dazu, dass es eine nicht mehr zu bewältigende Flut an Musik gibt.

    Und das hat bislang mit KI noch gar nichts zu tun.


  • Ich finde es ehrlich gesagt nicht dramatisch. Menschen kaufen, was sie im Supermarkt finden und was ihnen schmeckt. Warum sollte man jetzt etwas blöd gesagt in Deutschland keine Pizza essen dürfen, nur weil die in Italien beheimatet ist? Und wenn jetzt McDonalds auf die Idee kommt, die amerikanischen Hamburger hier zu verkaufen, hey, warum nicht. Das coole an Essen ist doch gerade auch dieser globale Austausch von leckeren Dingen.