Hallo zusammen,

Da es über die Monate immer mal wieder Nachfragen gab: die Liste sind nur Beispiele. Solange es jetzt keine Nachrichten sind und ihr der Meinung seid, es könnte andere Menschen interessieren, dann stellt es uns anderen Nutzern vor, erzählt was euch daran gefällt und warum ihr es mit uns teilt. Blogpost, Sachbuch, egal. Nur Memes und Nachrichten würde ich ausnehmen, da daraus schon der große Rest des Fediverses besteht.

Was habt ihr in der letzten Woche so an tollen Büchern gelesen, Filme geguckt, Spiele gezockt, Musik entdeckt, Museen oder Veranstaltungen besucht, … ?

  • kossa@feddit.org
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    2 days ago

    Guck nach wie vor langsam und parallel Star Trek Discovery und Voyager. Dabei ist mir aufgefallen, wie wenig Schauspieler früher ‘geschauspielert’ haben. Das ist auch gefühlt bei alten Tatorten so. Ich frage mich, ob unsere modernen Hirne durch verkürzte Aufmerksamkeitsspannen, Clickbait, soziale Medien auch diese Übertreibung in der Schauspielerei brauchen, um zu erkennen, was da gerade gefühlsmäßig bei den Charakteren abgeht. Interessant finde ich v.a., dass in so Reviews von früher die schauspielerische Leistung tlw. so gelobt wird, und ich mir oft denke: die ändern nicht mal ihren Gesichtsausdruck und stehen einfach immer nur gerade 😅.

    Ich meine, OTOH entwickelt sich ja alles weiter. Sportler von heute sind ja auch durch Fortschritte im Training, in der Sportwissenschaft etc. einfach viel krasser als früher.

    Nach meinem missglückten Ausflug zu Horvath, der ja ein bisschen wie Remarque schreibt, aber in viel schlechter, habe ich mir wieder einen Remarque geschnappt. Der Weg zurück ist quasi der unmittelbare Nachfolger von Im Westen nichts Neues und ist einfach wieder richtig gut. Bedrückend, aber soooo gut geschrieben, so nachvollziehbar, als ob man mittendrin wäre. Der Typ war einfach ein literarisches Genie.

    • lichtmetzger@discuss.tchncs.de
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      2 days ago

      Ich schaue gerade TNG und mir ist vor allem aufgefallen, wie ruhig diese Serie ist. Szenen werden teilweise minutenlang gehalten, man hört nur das leise Rauschen des Raumschiffs im Hintergrund und nur ab und an gibt es kurze musikalische Einspieler, meist wenn die Dramatik in die Werbepause einleiten soll.

      Es funktioniert aber trotzdem, Spannung zwischen Personen zu erzeugen, ohne viel Blingbling drumherum zu haben, weil die Geschichte eben interessant geschrieben ist.

      Ich vermisse diese Art von TV, damals wurde sich eben noch viel Zeit gelassen, heute muss alles schnell abgehandelt und mit viel Epos durchgeballert werden. J.J. Abrams’ Lensflares sind wohl ein prominentes Beispiel dafür. Hab auch schon überlegt, ob das vielleicht einfach daran liegt, dass eine Serie früher locker 20+ Folgen hatte und man heute froh sein kann, 8 zu bekommen. Es muss alles schneller runtergedreht werden und für Charakterentwicklung und Filler-Episoden ist dadurch weniger Zeit. Eine meiner Lieblingsfolgen von TNG ist die, in der Captain Picard einfach mit seinem Bruder auf einem Weingut abhängt und einen Nervenzusammenbruch bekommt, weil die Doppelfolge davor ihn so krass gezeichnet hat. Heute fast undenkbar in einer modernen Serienstruktur, die Handlung muss ja sofort weitergehen.

      Ein positives Beispiel ist allerdings die neue Serie von Vince Gilligan: Pluribus. Er lässt sich sehr viel Zeit für Charakterentwicklung und dadurch haben große Handlungspunkte viel mehr Wirkung. Allerdings sind die Gehirne von vielen unserer Mitmenschen mittlerweile einfach zersiebt durch Social Media, ich hab sehr viele Kommentare der Art “Langweilig, da passiert ja gar nichts” gelesen - und das macht sehr betroffen.

      • kossa@feddit.org
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        2 days ago

        Ja stimmt. Die Ruhe ist auch krass. Und alleine, manchmal verlassen die Charaktere das Szenebild durch eine Tür, und man sieht einfach random 5 Sekunden noch einen leeren Raum. Das ist irgendwie absurd, aber im Vergleich echt ganz cool, weil so entschleunigt.

        • lichtmetzger@discuss.tchncs.de
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          2 days ago

          Ich finde es sehr gut, da man so kurz mit seinen Gedanken alleine gelassen wird und die Handlung selbst reflektieren kann. Das Schauspiel ist definitiv subtiler als in heutigen Serien, aber dennoch überhaupt nicht schlecht.

          Ich hab gestern eine Folge gesehen, in der Commander Data verdächtigt wird, etwas gegenüber der Crew zu verbergen und sich Picard schlussendlich entscheidet, ihn durch Security von der Brücke eskortieren zu lassen. Er sagt dann nur in so einem ganz kurzen Nebensatz “I know the way myself”, steht auf - Schnitt, fertig. In diesem kurzen Schauspiel steckt jedoch viel drin - vor allem ein ganz großer Vertrauensbeweis, indem er sich selbst stellt - und diese kleine Sache trägt dann den ganzen Rest der Folge, weil der Zuschauer dann auch auf seiner Seite ist.

          Moderne Serien sind da mehr “on the nose”, damit die Leute die nebenbei beim Saubermachen zuschauen, der Handlung auch noch folgen können. Ich mag diese ruhige, subtile Art irgendwie lieber, aber sie ist nicht kompatibel mit kurzen Laufzeiten und schlechten Aufmerksamkeitsspannen.

    • Wrufieotnak@feddit.orgOP
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      2 days ago

      Interessante Beobachtung von dir, die ich gefühlt auch erstmal bestätigen würde. Aber das ist mir bisher noch nicht bewusst so klar geworden.

  • Augustiner@lemmy.world
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    3 days ago

    Habe diese Woche Friedrich Schillers Wallenstein Reihe gelesen. Historisch fand ich es sehr cool, mich mal wieder mit dem 30 jährigen Krieg zu beschäftigen. Das haben wir in der Schule in zwei drei Stunden locker abgefrühstückt, was ich im Nachhinein schade finde.

    Bisher hatte ich von Schiller Die Räuber und Wilhelm Tell gelesen. Während Karl Moor und seine Räuber im rechtschaffenden revolutionären Eifer im Zeichen der Aufklärung Gräueltaten begehen, war Tell eine Mary Sue, deren Revolution in Blut und Boden begründet ist. Wallenstein liegt nun irgendwo dazwischen. Er ist ein von den Sternen getriebener Mensch, doch gleichzeitig ein Meister der Politik und Manipulation. Vom Krieg profitiert er wie kein zweiter, doch auch er wird von ihm schließlich zur Kasse gebeten. Der Krieg selbst ist hier, wie der Kapitalismus und die Miene in Zolas Germinal wie ein Tier. Er ist ein selbsterhaltendes System. Ganz nach dem Kredo „Der Krieg ernährt den Krieg“ muss er immer weiter gehen und alle haben ein Interesse daran, dass er nie endet.

    Spannend ist hier auch die Form. Schiller hat das Stück in drei Teilen geschrieben, die an drei Abenden aufgeführt werden konnten. Der erste Teil, Wallensteins Lager ist im Knittelvers geschrieben und soetwas wie ein atmosphärischer Proolog. Keine der wichtige Figuren des eigentlichen Stücks existieren hier, stattdessen sehen wir die Stimmung bei den Somdaten und den einfachen Leute und können erahnen, wie die Zivilisten unter dem Krieg leiden. Das muss damals ein gewagter Scjritt gewesen sein, und ich frage mich, wie viele Leute sich nach diesem ersten Abend heute noch den zweiten angesehen hätten. Für Teil 2 und 3 wechselt Schiller dann in Blankvers, um die eigentliche Geschichte, die sich in der Politischen Oberschicht abspielt zu erzählen.

    • Wrufieotnak@feddit.orgOP
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      3 days ago

      Spannend, ich have mich nie größer mit Schiller’s Wallenstein beschäftigt, aber der Prolog alleine klingt ja schon eher nach einer Vorstufe von Brecht.

      • Augustiner@lemmy.world
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        3 days ago

        Ich habe von Brecht bisher nur Mutter Courage gelesen, aber das hat mich tatsächlich stark daran erinnert. Natürlich ist bei Brecht die Sprache etwas moderner, und der Fokus liegt bei Schiller deutlich mehr auf den Generälen als auf den einfachen Leuten. Aber die Art und Weise, wie der Krieg als fast unaufhaltsame Kraft dargestellt wird, die vom Opportunismus der Individuen befeuert wird, ähnelt sich sehr. In Wallensteins Lager gibt es sogar eine Marketenderin, die alleine einen Sohn großzieht und von der ich mir gut vorstellen könnte, dass die Courage durch sie inspiriert wurde.

  • aaaaaaaaargh@feddit.org
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    3 days ago

    Wir haben mal angefangen, endlich eine neue Spielesammlung zu gründen. Begonnen haben wir nach einiger Recherche mit 7 Wonders Duel und Fantastische Reiche. Ersteres haben wir schon gespielt und es war erstaunlich eingänglich und unterhaltsam - im Grunde ein Civilization light auf dem Küchentisch. Wir haben auch noch Blood Rage und Too many bones als größere Projekte auf dem Schirm, aber mir scheint, dass man beide Spiele nicht mehr so wirklich kaufen kann.

  • Wrufieotnak@feddit.orgOP
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    3 days ago

    Ich habe die Woche Aztech Forgotten Gods gespielt. Es ist ein interessantes Konzept, aber die Umsetzung ist leider nicht besonders gelungen. Man spielt im Prinzip eine Superheldin in einer aztekischen SciFi Welt. So eine Kombination hatte ich bisher noch nicht erlebt, daher fand ich die Ästhetik recht erfrischend. Das Spielprinzip ist allerdings recht simpel (gibt eigentlich nur eine Angriffskombo, 2 normale Gegnertypen und dann 7 Bosse die bezwungen werden wollen) und wird mit Spielfortschritt nicht viel besser. Auch wenn die Bosse und ihre Kämpfe recht interessant und unterschiedlich designt sind. Empfehlen kann ich es nicht unbedingt, aber es ist ein super Kandidat für ein Remake, wenn das Entwicklerteam mehr Erfahrung mit solchen Spielen hat. Denn die grundlegende Idee, die immer mal wieder durchscheint ist schon toll. Nur an der Umsetzung hat es wie gesagt gehapert.

  • Dunstabzugshaubitze@feddit.org
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    3 days ago

    habe The White Vault fertig gehört, ist eine Horrorgeschichte veröffentlicht als podcast. Die ersten Staffeln haben die Analyse von Audio und Videotagebüchern eines Teams als Erzählrahmen genutzt, das rausfinden sollte was mit einem Forschungsteam auf Svalbard passiert ist, zu dem der Kontakt abgebrochen ist, in späteren Stafeln haben die Ereignisse die Rahmenhandlung aber eingeholt, sodass die ein eher traditionelles Hörspiel sind. Der Podcast hat mir über jahre gut gefallen und wer z.b. Filme wie ‘Das Ding aus einer anderen Welt’ mag sollte definitiv mal reinhören.

    Ansonsten hab ich ungefähr 15 Seiten Hummelhirn von Judith Holofernes gelesen, was glaube ich eine ganz gute Erzählung der Kindheit der “Wir sind Helden”-Sängerin ist, aber mein eigenes Hummelhirn ist viel zu abgelenkt von Slay the Spire 2 :D

  • flughoernchen@feddit.org
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    3 days ago

    Ich habe diese Woche den zweiten Teil von Becky Chambers’ Monk & Robot Duologie zuende gehört. Schon lange kein Geheimtipp mehr unter Freundis des Solarpunk - Becky Chambers generell ist ein ziemlich großer Name - dennoch war die Reihe an mir bisher vorbei gegangen und damit bin ich bestimmt nicht alleine. Daher hier die wärmste Empfehlung für eine kleine, liebevolle Atempause inmitten des zum Alltag werdenden Schreckens.

  • Feddinat0r@feddit.org
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    3 days ago

    Gestern habe ich mir auf dem tv crunchyroll installiert. Habe da noch ein recht günstiges abo, schaue aber zu selten rein.

    Und was sehe ich da:

    Etwas neues von Trigun.

    Die ersten 15min war ich mir unsicher ob es was mit dem alten trigun zu tun hat, aber irgendwann kam vash the stampede…

    Yeah, ich hab nun was zum gucken gefunden :)