Neue Diskussion um Preis des Deutschlandtickets durch EVG-Chef
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Das DE-Ticket wird bereits mit 1,5 Milliarden vom Bund subventioniert. Wer die Möglichkeit und Muße hat vom eigenen Auto auf den ÖPVN umzusteigen, hat dies bereits getan.
Der Preis pro Kilometer eines Verbrenners lag bisher bei ca. 0,30€ bis 0,45€ (inkl.Verschleiß). Was beim aktuellen Preis des DE-Ticket von 63,-€ macht es dieses bereits ab einen täglichen Weg von über 10,5km bis 7km (4Wochen, 5 Tage) preisgünstiger als das Auto. Bei einen Spritpreisanstieg von 25% wären es bereits nur 8,4km bis 5.6km. Im Fall eines Pendelwegs sind Gesamtkilometer die Entfernungsstrecke wäre sogar nur die Hälfte.
Eine Reduktion des DE-Ticket-Preis um 30% auf 45,10€ ergeben im zweiten Fall 5,88km bis 3,92km.
Möglicherweise werden einige nun ihren Zeitinvestition in den Weg und Komfortanspruch einwenig Überdenken.
Ein durch Subvention erreichten noch günstigerer Preis wird jedoch kaum einen Effekt auf den Spritverbrauch durch Autonutzung haben. Er wir auch nicht vele der verbliebenen Autofahrern zu einem Umstieg auf den ÖPVN bewegen können oder Bedürftige unter diesen entlasten. Die Gründe der Autonutzung sind andere Zwänge.
Eine Entlastung der durch den Ölpreis-Anstieg besonders belasteten Geringverdiener bzw. “Bedürftigen” wird man durch ein günstigeres DE-Ticket nicht erreichen.
Wir sollten uns die zusatzliche Subvention sparen und besser in die Sanierung der ÖPVN-Infrastruktur investieren, damit es den verbliebenen Autofahrern ermöglicht wird den ÖPVN zu nutzen.
Über die paar neuen DE-Ticket-Abos, die aufgrund des hohen Spritpreises abgeschlossen werden, sollten wir uns freuen.
Da erzählt dir mein früheres Ich, mein 9-Euro-Ticket-nutzender Arsch aber etwas anderes
Mit welchem Verkehrsmittel hast du die notwendigen Fahrten, nach dem 9-Euro-Ticket bis jetzt ersetzt?
Wann ist eine Fahrt “notwendig” und wann nicht?
Bin immer noch größtenteils längere Strecken mit dem ÖPNV unterwegs, manchmal mit Carsharing, manchmal mit einer Mitfahrgelegenheit. Kurzstrecken-ÖPNV habe ich schon immer selten genutzt.
Ich weiß aber gar nicht was die Zeitspanne danach ausmachen soll: das 9-Euro-Ticket hat mir als es existierte sehr günstig meine alltägliche Mobilität ermöglicht. Dadurch wurde ich damals “erreicht”.
Das sind Einzelfallentscheidungen eines jeden Einzelnen. Ich mache es daran fest, wieviel Einfluss man selbst auf das entstehen der Fahrt hat. Einfachstes Beispiel: Beruf bzw. erwirtschaften des Lebensunterhalt, ohne Gleitzeit, HomeOffice, gegebenenfalls Schichtarbeit ausserhalb der Städte kann meist weniger auf die Fshr verzichten, als ein der Ausflüge zum See. Der stattdessen auch leicht eine andere Freizeitbeschäftigung (Fahrradtour), mit dem Fahrrad zum See fahren oder mit vielen Freunden selbst einen Bus, Fahrgemeinschaft,ÖPV nutzen kann.
Sofern du dafür das DE-Ticket benutzt, zeigt das,doch auch, dass sich mit 9,- statt 63,- Euro keine Nutzungsänderung ergeben würde. Nachdem du,schreibst, dass es hauptsächlich Langstrecken sind, wirst du jedoch wahrscheinlich andere Ticket kaufen und auch schnellere Fernverkehrds-Verbindungen nutzen.
Ich hatte es damals ebenfalls, genutzt um mit Familie der ganzen Familie den ÖPVN näher zu bringen. Das Ergebnis war ernüchternd. (Was ist das Gegenteil von “erreicht”?) Du schreibst selbst, dass du Mitfahrgelegenheiten nutzt. Ich sehe und erlebe darin viel Potential. Dazu muß man nur etwas aus der eigenen Komfortzone, mit Menschen sprechen, die eigenen Ressourcen ebenfalls teilen und manche eigene Angewohnheit überdenken.
Ich bleibe dabei. Die 54€ (63,-€ - 9,-€) wären besser in die Sanierung der ÖPV-Infrastruktur investiert um diese besser Auslasten zu können, als den Ticket-Preis für einen Zeitraum noch mehr zu subventionieren.
Ich erinnere an die Ursprungsantwort:
Ich wurde entlastet. Statt das anzuerkennen scheinst mir meine Lebensrealität absprechen zu wollen, das nehme ich als höchst unangenehm wahr. Mir ist es wichtig das das anerkannt wird.
Das kommt auf das Ziel an. Langfristige Stärkung des ÖV? Ja Entlastung von Menschen ohne Geld? Nein
Entlastung von Menschen ohne Geld? Nein
Das ist völlig richtig.
Ich möchte und stelle deine Lebensrealität nicht in Frage stellen. Jeder einzelne Euro, den ein Produkt weniger kostet ist eine Entlastung.
Nimmt man die hierfür aufgewendet Mittel als begrenzt an, ist eine zielgenauere Entlastung besser für Menschen mit wenig Geld bzw. Einkommen. Dass sich der Chef der EVG eine Entlastung über den ÖPVN bevorzugen würde, ist nicht überraschend. Wenn das Resultat eine Senkung des Ticketpreis ohne zusätzliche Subvention durch Bund und Länder bedeuten würde, wäre seine Position eine andere.
Sofern wir bei dem Andatz “Entlastung über Kosten der Mobilität” bleiben, wäre auch Geringverdienern über die erwähnten “notwendigen Fahrten” besser geholfen.