Ich bin bei autonomen PKW nach wie vor zwiegespalten. Einerseits sehe ich darin die realistischste Möglichkeit wirklich komplett vom Individualverkehr und von PKW in Privatbesitz wegzukommen.
Andererseits fürchte ich, dass der Betrieb der autonomen Flotten sehr komplex sein wird in Bezug auf Kapitalbedarf, Energieversorgung, Wartung, Reinigung, Haftung etc., weshalb ich nicht glaube, dass kleine oder mittelständige Unternehmen das stemmen können.
Würde der Staat diese Aufgabe übernehmen, könnte ich damit leben, aber das funktioniert ja heute schon eher schlecht als recht. Wenn sich autonome Autos als Verkehrsmittel durchsetzen sollten, so fürchte ich, dass uns das alle nur wieder in eine Abhängigkeit zu einer Megacorp treibt. Ob das dann Google, Uber, Tesla oder Moya heißt - ich glaube nicht, dass das ein gutes Szenario für die Menschheit wäre.
Für mich wäre ein erster, noch sehr analoger Schritt, massiv in Carsharing (nicht nur finanziell) zu investieren. Wir brauchen keinen Privatbesitz, der 23 h an Tag nur in der Stadt auf der Straße rumsteht. Es löst nicht alle Probleme, aber es senkt den Leidensdruck.
Ich denke Carsharing ist prinzipiell ein guter Ansatz, aber auch mit relativ viel menschlichem Aufwand verbunden, um die Fahrzeuge bei Einwegmieten wieder ordentlich zu verteilen, zur Wartung zu fahren, Ladesäulen umzustecken etc. Man könnte es, um Kosten zu senken, ähnlich wie bei den eScootern machen, dass Nutzer diese Tätigkeiten gegen einen kleinen Obolus übernehmen, aber das ist dann im Endeffekt wieder Lohndumping.
Und je mehr unabhängig agierende Anbieter es gibt, desto unattraktiver wird so ein Modell. Man muss so Autos mehr oder weniger beliebig von A nach B nutzen können, idealerweise ganz ohne feste Stationen oder zumindest dass ich mit jedem Fahrzeug jede Station anbieter- und grenzüberschreitend nutzen kann.



