- vor 6 Monaten
Kategorie
📺
TVTranskript
00:00:00Guten Abend, liebe Zuschauer. Im Krimi liest man oder sieht man nicht selten, dass der Täter
00:00:08sein Opfer erpresst. Gibt es eigentlich auch bei uns noch Erpressungen und wenn ja, in welcher
00:00:14Größenordnung? Diese Frage stellte mir kürzlich ein junger Mann auf einem Forum. Ich musste ihm
00:00:20bestätigen, dass auch unser Kriminalitätsgeschehen die Erpressung noch kennt. Eine Zahl allerdings
00:00:26konnte ich ihn beim besten Willen nicht nennen. Als ich daraufhin einen Blick in die Kriminalstatistik
00:00:32warf, war ich selbst überrascht. Bei uns werden im Jahresdurchschnitt noch 67 Fälle registriert.
00:00:41Erpressung, das ist ein Tatbestand, der im Geschäftsleben der Ausbeutergesellschaft seinen
00:00:45Ursprung hat. Dort gehört er zum Wolfsgesetz des Konkurrenzkampfes zur Jagd nach Profit. Da der
00:00:53Erpresser sich zu bereichern sucht, gilt sein Verhalten in der bürgerlichen Ordnung als Angriff
00:00:58auf das Eigentum. Für die sozialistische Gesellschaft ist die Erpressung eine Straftat, die sich gegen den
00:01:04Menschen, gegen seine Persönlichkeit richtet. Denn der Erpresser verursacht Schlimmeres als das Vermögen
00:01:10anderer zu schädigen. Mit seiner Tat greift er Freiheit und Würde des Opfers an. Der heutige Fall,
00:01:19meine Damen und Herren, mit dem sich ein Kreisgericht unserer Republik zu befassen
00:01:23hatte, beweist, wie schmerzlich und qualvoll eine solche Straftat für den Erpressten sein kann.
00:01:29Guten Morgen, Frau Hartmann.
00:01:59Frau Hartmann, sind Sie es?
00:02:06Ja, Herr Lukas. Ich wünsche Ihnen einen recht schönen guten Morgen.
00:02:11Guten Morgen, ein Glück, dass Sie da sind. Ich kann nämlich den Bericht nicht finden. Wo haben Sie den bloß versteckt?
00:02:15Den Bericht? Der ist noch nicht fertig.
00:02:18Was? Warum ist der noch nicht getippt?
00:02:21Vorgestern hatte ich Hausattag und gestern haben Sie gesagt, ich soll erst die Atem...
00:02:24Frau Hartmann, Sie wissen doch genau, dass ich den Bericht heute Vormittag brauche, wenn ich zur Abteilung fahre.
00:02:28Es wird mir leid, Herr Lukas, ich habe ihn vergessen. In einer halben Stunde bin ich fertig, ja?
00:02:41Guten Morgen allerseits.
00:02:43Frau Felix, ne, auch schon da?
00:02:44Ja, und dabei bin ich erst der zweiten Stunde drin.
00:02:46So?
00:02:47Stell dir mal vor.
00:02:48Entschuldige, das war nicht so gemeint.
00:02:50Schlecht geschlafen?
00:02:50Doch, was heißt schlecht geschlafen?
00:02:54Die Frau lässt mich doch hängen.
00:02:56Ja, es kann doch mal vorkommen.
00:02:57Ja, mal, aber doch nicht so oft.
00:02:59Ja, Sie hat Ihnen zu Hause so einiges um die Ohren.
00:03:01Dafür kann auch die Schule nichts, ne?
00:03:02Also, wenn ich daran denke, was du da vorher für eine Jungvorsitzende hattest, ist sie doch das große Los.
00:03:06Ja, ja.
00:03:08Den Bericht, den bringen Sie mir in die 9a, ja, aber möglichst noch in dieser Stunde.
00:03:11Ja, für mich.
00:03:11Bisschen aufgeregt, unser Chef, ne?
00:03:23Ja.
00:03:25Da bin ich schon.
00:03:27Ich habe den Bericht gerade vergessen.
00:03:29Langsam, langsam.
00:03:40Was ist denn da passiert, Gummik?
00:03:41Immer mit der Ruhe.
00:03:44Sie haben gut reden.
00:03:45Sagen Sie mal, suchen Sie nicht eine Wohnung?
00:03:54In der Waldstraße wird eine frei.
00:03:56Zwei Zimmer, Küche, Park.
00:03:57Tatsache?
00:03:59Und das wäre wirklich zu schön, um wahr zu sein.
00:04:02Sie sind wirklich ein Enge, Verharrter.
00:04:04Also, für den Hinweis da, da verdienen Sie einen Kuss.
00:04:08Sie haben doch nichts gesehen.
00:04:10Gab es auch nichts zu sehen, Frau Schäfer.
00:04:13Das war nur so eine Art Vermittlungsgebühr.
00:04:16Wie heißen die Leute?
00:04:17Schmiedl, Waldstraße 24.
00:04:21Waldstraße.
00:04:24Das schaffe ich noch bis zum Unterricht.
00:04:26Für den Schien war es.
00:04:34Sagen Sie mal, haben Sie schon gehört?
00:04:36Die Greibich liegt im Krankenhaus.
00:04:38Nein.
00:04:39Was hat sie denn?
00:04:40Na, Gallenstein.
00:04:41Jetzt muss sie unters Messer, ob sie will oder nicht.
00:04:43Die Frau tut mir leid, das geht ja schon jahrelang mit mir.
00:04:47Ach, ich vergesse, im Konsum gibt es Bananen.
00:04:51Soll ich Ihnen welche mitbringen?
00:04:52Natürlich sollen Sie.
00:04:52Warten Sie, ich gebe mir Geld.
00:04:56Also, wissen Sie, mir tut die überhaupt nicht leid.
00:04:59Ja, die hat doch immer geraucht wie ein Schlot.
00:05:01Und die Eta hat die auch nicht gehalten, ne?
00:05:03Ja, trotzdem.
00:05:04Schließlich hat sie ja die Kleine kaum für ein Jahr alt.
00:05:06Na ja, sehen Sie, sehen Sie, an den Kindern bleibt es immer hängen.
00:05:08Die müssen das ausbaden.
00:05:10Jetzt passen Sie mal auf, was ich Ihnen sage.
00:05:11Ob das Gallensteine sind.
00:05:12Das wird sich nämlich erst herausstellen, nicht?
00:05:14Na ja, nur, vielleicht ist das was ganz anderes.
00:05:17Wolfgang, es ist Zeit.
00:05:45Du musst dich beeilen.
00:05:46Ich bin schon fertig.
00:05:47Ich bin schon fertig.
00:05:55Äh, oh.
00:05:56Blumen, Serviette, viel zum Geburtstag.
00:06:12Ich bin schon fertig.
00:06:13Ich bin schon fertig.
00:06:14Ja, ich bin schon fertig.
00:06:15Ja.
00:06:16Ja.
00:06:17Ja, ich bin schon fertig.
00:06:18Ach, du bist ja meine wunderbare Frau.
00:06:29Ich hab was für dich.
00:06:37Hier, zieh's mal ein.
00:06:40Iri.
00:06:41Hat dich gestern Abend völlig vergessen.
00:06:43Oh Mann.
00:06:44Steht dir bestimmt.
00:06:45Du, das war doch sicher wahnsinnig teuer.
00:06:48Hauptsache, du freust dich.
00:06:49Geh, zieh's mal an.
00:06:51Danke, Liebes.
00:07:03Sag mal, hast du eigentlich die Nummer von Kallen?
00:07:08Warum?
00:07:10Ich brauch den mal anrufen.
00:07:12Den bist auf der Kaufstelle.
00:07:14Das war doch bloß ein Vorschlag von mir.
00:07:16Irgendwas muss ich doch mal anfangen.
00:07:19Oder?
00:07:20Ich dachte, weil du schon Erfahrungen auf dem Gebiet hast.
00:07:24Erfahrungen?
00:07:25Hab ich auf vielen Gebieten.
00:07:27Ich weiß.
00:07:30Übertage, Untertage, auf dem Bau, als Reiseleiter.
00:07:38Na?
00:07:39Gut.
00:07:41Ja.
00:07:42Ja.
00:07:44Steht hier gut.
00:07:45Passt gut zur Hose.
00:07:47Ja.
00:07:48Find ich auch.
00:07:50Jetzt brauchte ich bloß noch die Schuhe, die wir gesehen haben.
00:07:53Und die Lederjacke aus dem Exquisit.
00:07:56Vielleicht von meinem ersten Gehalt als Verkaufsstellenleiter.
00:08:00Was meinst du dazu?
00:08:01Also ehrlich gesagt, ich kann's mir kaum vorstellen.
00:08:03Du hinterm Ladentisch.
00:08:04Ach, weißt du, ich würde auch viel lieber was mit Autos anfangen.
00:08:10Oder Werkstatt.
00:08:11Oder Tankstelle.
00:08:14Oder so.
00:08:15Aber jetzt hab ich erst mal Hunger.
00:08:19Darf ich bitten?
00:08:29Ach, einfach kindisch.
00:08:32Wenn sich jemand so sehen würde.
00:08:33Wer denn zum Beispiel?
00:08:35Na, irgendjemand.
00:08:37Die Kollegin im Rathaus?
00:08:38Oder der Herr Bürgermeister?
00:08:40Ja, zum Beispiel.
00:08:41Und was wäre denn?
00:08:42Ach, nicht auszudenken.
00:08:45Komm, gib mal deine Tasse.
00:08:47Die würden sich auch wieder beruhigen.
00:08:48Nein, nein, du.
00:08:49Bei mir nicht.
00:08:50Warum nicht bei dir?
00:08:51Ich weiß es nicht.
00:08:53Jeder anderen würden sie's verzeihen.
00:08:55Das und noch viel mehr.
00:08:57Nur mir nicht.
00:08:59Das bildest du da doch bloß ein.
00:09:01Nein, du.
00:09:01Das ist so.
00:09:04Wir sind eigentlich ein ganz gutes Kollektiv.
00:09:07Aber ich könnte zu keinem gehen und sagen,
00:09:10du, hör mal, ich hab da ein Problem.
00:09:15Nein.
00:09:16Das wär einfach nicht drin.
00:09:19Vielleicht liegt das auch an dir.
00:09:22Ich hab solche Schwierigkeiten nicht.
00:09:25Du?
00:09:26Das glaub ich gerne.
00:09:29Sag mal.
00:09:30Hm?
00:09:31Wohin fahren wir eigentlich übers Wochenende?
00:09:34Tja.
00:09:35Weißt du, wenn du schon dein Trabant hättest?
00:09:37Ach, jetzt weißt du doch.
00:09:38Damit müssen wir mindestens noch ein halbes bis dreiviertel Jahr warten.
00:09:42Also, wohin?
00:09:46Du, warte mal.
00:09:48Da war doch was.
00:09:49Tja, hier.
00:09:56Allerdings nicht gerade was fürs Wochenende.
00:09:58Bulgarien.
00:10:00Schwarzes Meer.
00:10:02Aber verhältnismäßig billig.
00:10:04Na du, ich hab doch noch
00:10:05acht Tage Urlaub zu kriegen
00:10:06und ein paar Tage muss ich noch abbummeln.
00:10:08Vielleicht wär das was.
00:10:11Nee, nee, du.
00:10:13Das kommt aber nicht in Frage.
00:10:17Das ist Jugendtouristik.
00:10:19Nein.
00:10:27Allerdings.
00:10:28Für mich kommt das nicht in Frage.
00:10:31Eri.
00:10:34Ach, du bist so empfindlich.
00:10:38Mag sein.
00:10:43Weißt du,
00:10:45als wir uns vor vier Wochen
00:10:47in dem kleinen Espresso am Markt
00:10:48zum ersten Mal sahen,
00:10:49da war ich fix und fertig.
00:10:52Völlig am Ende.
00:10:54Ich fragte mich immer,
00:10:55wozu das Ganze, für wen?
00:10:56Und am Abend dieses Tages
00:11:01da sah vieles anders aus.
00:11:05Da war ich nach langer Zeit
00:11:06mal wieder so richtig glücklich.
00:11:07Und jetzt bist du es nicht mehr?
00:11:12doch.
00:11:12Aber was?
00:11:13Aber fragst du dich denn nie,
00:11:17was die Leute vermutlich über uns reden?
00:11:19Nö.
00:11:20So, wozu?
00:11:22Leidenswert.
00:11:25Da bist du wirklich besser dran als ich.
00:11:27Ach, du machst dir zu viel unnütze Gedanken.
00:11:29Unnütz?
00:11:29Na, ich weiß nicht.
00:11:32Ja.
00:11:34Lass uns irgendwo hinfahren.
00:11:36Weit weg.
00:11:37Ans schwarze Meer.
00:11:39Aber du,
00:11:39so ist das unheimlich teuer.
00:11:41Ach was.
00:11:42Ich gehe nachmittag mal
00:11:43beim Reisebüro vorbei.
00:11:44Irgendwas werden sie schon haben für uns.
00:11:49Lass uns wegfahren.
00:11:51Nur wir beide.
00:11:52So, Wartung,
00:12:13ich gehe jetzt in den Jugendclub,
00:12:15zu dieser Diskothek.
00:12:19Die Neuner,
00:12:20die lassen einfach keine Ruhe.
00:12:21Ich soll unbedingt dabei sein.
00:12:23Dabei kann ich gar nicht tanzen.
00:12:26Schon gar nicht diesen,
00:12:26diesen Piet.
00:12:29Das brauchen Sie auch nicht.
00:12:31Bisschen zappeln genügt vollkommen.
00:12:33Sie haben gut reden, zappeln.
00:12:35Ich fühlste was Besseres heute Nachmittag zu zappeln.
00:12:38Sechzig Aufsätze liegen noch zu Hause.
00:12:42Aber, Herr Lukas,
00:12:43jedermann an jedem Ort,
00:12:44das gilt auch heute noch.
00:12:45Ja, ja,
00:12:46Sie sollen ja recht haben.
00:12:48Also, wenn dieser Anruf doch noch kommen sollte,
00:12:50dann wissen Sie also, wo ich bin?
00:12:51Aber in einer halben Stunde muss ich auch weg.
00:12:56Ja, wohin denn nun schon wieder?
00:12:58Wenn es Rater ist,
00:12:58wir haben fast kein Geld mehr.
00:13:00Ach so.
00:13:02Na ja, dann stellen Sie das Telefon durch.
00:13:04Sie wissen,
00:13:06ja, wo ich bin
00:13:07und ich werde bei Schubert Bescheid sagen.
00:13:09Übrigens,
00:13:10hier habe ich ja noch die Quittung
00:13:12über die Lampe für den Projektor.
00:13:14Die können Sie gleich mit unterbringen, ne?
00:13:15Kann ich.
00:13:16Tja.
00:13:17Also, auf in den Kampf.
00:13:20Ich wünsche Ihnen einen vergnügten Nachmittag.
00:13:22Oh.
00:13:22Oh.
00:13:22Hahaha.
00:13:23Hahaha.
00:13:53So, let's go.
00:14:23Guten Tag, Verhaltung.
00:14:39Na nur, was haben Sie denn gemacht? Geschnitten?
00:14:41Ja, beim Abwaschen. Meine Frau ist verreist.
00:14:44Da kann man sehen, wohin die Gleichberechtigung führt.
00:14:46Da haben Sie recht.
00:14:53Guten Tag, Herr Schmidt.
00:14:55Guten Tag, Frau Penzel.
00:14:57Na, noch zehn Minuten vor Feierabend, einen Haufen Arbeit? Das haben wir gern.
00:15:02Tut mir leid, Herr Schmidt, aber wir sitzen fast auf dem Trocknen.
00:15:06Gut, nehmen Sie Platz. Es wird nicht lange dauern.
00:15:09Danke.
00:15:10So, damit Sie sich nicht langweilen. Hier ein paar Journale.
00:15:17Das ist nett von Ihnen. Danke Ihnen.
00:15:19Das Neueste aus Politik, Kultur und Wissenschaft sowie ein umfangreiches Kapitel Mode.
00:15:28Kollege Schmidt, bitte.
00:15:31Entschuldigen Sie bitte.
00:15:49Na, alles in Ordnung?
00:16:12Die Sachen bleiben vorläufig hier.
00:16:14Ja, natürlich. Aber das Kassenbuch, das...
00:16:16Ja, das auch.
00:16:18Das haben Sie doch immer unterzeichnet und mir wieder...
00:16:19Auch das Geld können Sie heute nicht kriegen.
00:16:23Warum nicht?
00:16:27Sie können gehen, Frau Hartung.
00:16:31Wiedersehen.
00:16:41Wiedersehen.
00:16:42Wiedersehen, Herr Schmidt.
00:16:44Frau Hartung.
00:17:10Das war nicht das erste Mal.
00:17:17Nicht wahr?
00:17:20Wie oft?
00:17:23Es gab in letzter Zeit einige Belege, die nicht in Ordnung zu sein schienen, aber...
00:17:28Ich war mir meiner Sache nie so ganz sicher.
00:17:32Heute nun...
00:17:32Ziemlich plump gefälscht, finden Sie nicht?
00:17:39Wie oft haben Sie das schon gemacht?
00:17:41Zehn oder zwölf Mal.
00:17:51Na, und wie viel?
00:17:53Ich meine in Geld.
00:17:56Zwe... zweihundert Mark ungefähr.
00:18:01Aber ich werde alles zurückzahlen.
00:18:03Bestimmt.
00:18:03Ich habe drei Kinder, verstehen Sie.
00:18:06Und dann meinen Mann.
00:18:08Daran hätten Sie früher denken sollen.
00:18:10Ja, ich weiß.
00:18:11Was werden Sie tun?
00:18:14Tja.
00:18:16Das werden Sie morgen sehen.
00:18:18Tut mir leid für Sie, Frau Hartung.
00:18:20Danke.
00:18:23Lieben Sie.
00:18:23Gut.
00:18:24Hau.
00:18:25Gut.
00:18:26Ich versuche, Sie吃.
00:18:27Dich.
00:18:27Wolle.
00:18:28Bcerak.
00:18:29Wolle.
00:18:29Boat.
00:18:30Ich versuche, Sie spielen, was Sie verletzten.
00:18:31So eine Pfanne?
00:18:32Ich versuche, Sie versuchen zu schicken.
00:18:33Oder Sie nehmen?
00:18:34Sie müssen die Pfanne.
00:18:35U.S.
00:18:36Und was Sie, ich versuche, Sie bei Ihnen weiter.
00:18:38Wir machen hier, Sie machen Sie noch 5 Jahre hin und auf.
00:18:39Ich versuche, Sie machen Sie nicht also.
00:18:41Sie lasst.
00:18:43Sie cupen, Siemens und das sind Siegüchern.
00:18:44Siegüchernig.
00:18:45Sie sind, Sie haben Sie im intézenden!
00:18:45Herr, Sie konnten Siegüchern Siegüchern.
00:18:46Okay.
00:19:17Polytechnische Oberschule, Sekretariat.
00:19:22Ja, Bürgermeister, Herr Lukas ist da. Ich verbinde.
00:19:28Der Bürgermeister für Sie.
00:19:46Frau Hartung, kommen Sie dabei.
00:19:56Frau Hartung!
00:20:01Frau Hartung!
00:20:08Frau Hartung!
00:20:10Herr Doktor, warum antworten Sie nicht?
00:20:18Das ist eine schöne Schweinerei. Warum haben Sie mir nichts gesagt?
00:20:21Ich wollte schon, aber ich...
00:20:22So, Sie wollten es. Das ist sehr erfreulich. Und was soll nun werden?
00:20:25Weiß ich nicht.
00:20:27Dabei haben Sie doch genau gewusst, dass der Kollege Becher heute zur Konsultation muss
00:20:30und deshalb die Kollegin Liska bei der Werksbesichtigung nicht vertreten kann.
00:20:32Eben finde ich den Zettel auf meinem Schreibtisch.
00:20:35Der Kollege Becher?
00:20:37Siehst du nicht gut?
00:20:38Arrivo.
00:20:39Ach, was glauben Sie, was die beiden Achten jetzt so zwei Stunden lang anstellen werden ohne Aufsicht?
00:20:44Aber ich habe doch gleich Herrn Rieger Bescheid gesagt.
00:20:47War der denn frei?
00:20:49Na ja. Man kann die Kinder doch nicht alleine lassen.
00:20:52Na ja, dann ist ja alles in Ordnung.
00:20:55Sie entwickeln Initiative-Parten.
00:20:58Na ja, und ich dachte schon.
00:21:01Ach, Schwamm drüber.
00:21:03Übrigens, die Analyse hat Zeit bis morgen, hm?
00:21:09Die Analyse hat sich ganz gut und was macht's jetzt.
00:21:11Die Analyse hat sich auch nicht mehr in Ordnung.
00:21:13Die Analyse hat sich auch nicht mehr in Ordnung.
00:21:14Tee...
00:21:17Tee-tee-tee...
00:21:34...kann ist denn jetzt keinen Bier mehr da?
00:21:36Weiß ich nicht.
00:21:37Wo waren das Perzter-Minsen und drei Flassen drin?
00:21:40Ich hab´s nicht getrunken.
00:21:41Ist ja gut.
00:21:43Du trinkst Tee Bier, sonst niemand, eh?
00:21:47Ich hab gesagt, ist ja gut.
00:21:49Vielleicht liegt dann ja auch.
00:21:50Vielleicht liegt dann ja auch.
00:21:51Du rickst dich doch auf, dass kein Bier mehr da ist.
00:21:52Nee, ich dann nicht.
00:21:53Du nicht, ich vielleicht, ja?
00:21:55Bumm!
00:21:56Du Walg!
00:21:57Du fass da auf Start, Walg!
00:21:59Lass den Jungen in Ruhe!
00:22:13Was ist denn los, Inge?
00:22:27Es ist eben zu viel wertig, die Kinder in dein Beruf.
00:22:31Geh doch nur halbe Tage.
00:22:35Du bleib doch ganz daheim.
00:22:43Luftball.
00:22:50Du atmest doch auch sehr gut.
00:22:56Du compartmentalier...
00:22:58Abh Juan jumping...
00:23:00Funkschels.
00:23:02Fotosfrau.
00:23:04Boxen.
00:23:06Vielen Dank.
00:23:36Ach, du bist ja doch noch auf.
00:23:54Ach, du musst eingeschlafen sein.
00:23:59Willst du noch was essen?
00:24:00Nein, danke.
00:24:05Wegen der Reise.
00:24:06Da soll ich nächste Woche noch mal vorbeikommen.
00:24:09Sie haben nichts im Augenblick für uns.
00:24:11Vielleicht klappt's.
00:24:14Ich war mit Kallenbach zusammen, wegen dieser Verkaufsstelle.
00:24:18Wir haben zusammen Abendbrot gegessen.
00:24:20Ach, dir mit der Verkaufsstelle wird's übrigens nichts.
00:24:22Ach, hör auf.
00:24:24Wieso?
00:24:26Ich hab dich nicht danach gefragt.
00:24:28Wonach hast du mich nicht gefragt?
00:24:29Du warst mit Kallenbach zusammen?
00:24:32Du glaubst mir nicht?
00:24:36In welchem Lokal wart ihr denn?
00:24:39Das interessiert dich?
00:24:43Ja.
00:24:43Ich hab Kallenbach nämlich heute Nachmittag getroffen.
00:24:48Mit Hut und einem großen Koffer.
00:24:50Und er wollte nach Leipzig.
00:24:52Kaum anzunehmen, dass er heute Abend schon wieder zurück war.
00:24:54So?
00:24:55Ja, so.
00:24:57Und was hast du sonst noch drauf zu sagen?
00:24:59Oh, einiges.
00:25:00Na, da bin ich aber mal gespannt.
00:25:03Zum Beispiel, dass ich vorhin noch Licht sah, als ich auf der Straße stand.
00:25:08Und als ich hochkam, war's dunkler.
00:25:11Und du hattest geschlafen.
00:25:17Ja, ich hab auf dich gewartet.
00:25:19Vier Stunden lang.
00:25:20Ich war mit keiner anderen Frau zusammen.
00:25:22Hat sich das beruhigt?
00:25:22Ach, hör auf.
00:25:23Ich weiß ganz gut, was wir mal ausgemacht hatten.
00:25:32Was haben wir denn ausgemacht?
00:25:35Du kannst doch unmöglich unseren Schwur vergessen haben.
00:25:39Ausgerechnet du doch nicht.
00:25:40Ich weiß von keinem Schwur.
00:25:43Uns zu lieben und zu vergnügen, ohne Reue und ohne Treue.
00:25:48Ach so.
00:25:49Und ohne daran zu denken, dass morgen ein neuer Tag sein wird.
00:25:53Willst du vielleicht doch noch was essen?
00:25:58Nein, danke.
00:26:00Ein bisschen Glas Wein.
00:26:01Hast du Sonnabend Zeit?
00:26:24Ja.
00:26:26Warum?
00:26:27Wo sind wir eingeladen?
00:26:29Bei wem?
00:26:29Bei Dr. Ledermann.
00:26:33Was?
00:26:34Dem Tierarzt?
00:26:35Ja.
00:26:36Mit dem war ich nämlich den ganzen Abend zusammen.
00:26:39Ah.
00:26:40Er wollte seinen neuen Gigoli ausprobieren und war damit liegen geblieben.
00:26:45Ich hab den Wagen wieder in Schwung gebracht.
00:26:47Und dann sind wir damit durch die Gegend gebraust.
00:26:49Ich sag dir, einfach klar sein.
00:26:52Der Wagen oder Dr. Ledermann?
00:26:54Beide.
00:26:55Der Mann ist in Ordnung und der Wagen auch.
00:26:59140 Sachen schafft er wie nichts.
00:27:02Du, dabei ist er noch nicht mehr eingefahren.
00:27:04Sag mal, und Dr. Ledermann hat mich auch eingeladen?
00:27:08Ja, natürlich.
00:27:09Er hat gesagt, bringen Sie doch Ihre Freundin mit.
00:27:13Wir werden zusammen einen Fass aufmachen.
00:27:15Mensch, du.
00:27:16Das ist doch eine einmalige Gelegenheit.
00:27:18Hm.
00:27:20Vielleicht können wir nun jedes Wochenende mit dem Gigoli weg.
00:27:23Ja, warum nicht?
00:27:24Vielleicht worgt er uns den Wagen auch mal.
00:27:27Hm?
00:27:33Pors, ich kann nicht, um mich lustig zu machen.
00:27:34Ach, weißt du.
00:27:36Ich halte nicht viel von diesen aufgemachten Fässern.
00:27:39Das war ja vorauszusehen.
00:27:41Alles musst du einem vermiesen.
00:27:43Alles.
00:27:44Aber Wolfgang, überleg doch mal.
00:27:45Ach, lass mich.
00:27:46Ich bin müde.
00:27:54Sag mal, wie viel kostet eigentlich so ein Gigoli?
00:28:00Ein bisschen mehr, als du für deine Karre anlegen musst.
00:28:04Ja, das weiß ich.
00:28:07Und wie lange muss man darauf warten?
00:28:09Unter Umständen soll das ziemlich schnell gehen.
00:28:12Das heißt, wenn man sich drum kümmert.
00:28:15Na, dann kümmere dich doch mal drum.
00:28:19Um einen Gigoli?
00:28:22Wie willst du denn das machen?
00:28:24Klappst du, ich schaff das nicht?
00:28:29Doch.
00:28:30Du schaffst es.
00:28:32Du schaffst alles.
00:28:37Ach, du bist doch eine wunderbare Frau.
00:28:50Ah.
00:28:54Fräulein Penzel, ich hab Sie überall gesucht.
00:29:05Kann ich Sie in Augenblick sprechen?
00:29:07Ich wusste ja, dass Sie es nicht melden.
00:29:08Wie kommen Sie denn da rauf?
00:29:12Natürlich muss ich es melden.
00:29:14Nein, das können Sie nicht.
00:29:15Warum haben Sie es denn nicht schon längst getan?
00:29:17Weil es mir nicht leicht fällt.
00:29:19Weil ich mir immer noch überlege, wie und wem ich es am besten sage.
00:29:21Nein, das dürfen Sie nicht.
00:29:22Ich hab drei Kinder.
00:29:23Bitte.
00:29:24Bitte nehmen Sie sie doch zusammen, Frau Hartung.
00:29:25Guten Tag.
00:29:26Ich weiß nicht, was ich mache, wenn es rauskommt.
00:29:30Gar nichts werden Sie machen.
00:29:31Sie werden sehr vernünftig sein.
00:29:34Ich kann nicht mehr.
00:29:35Kommen Sie.
00:29:36Wir setzen uns beide irgendwo hin.
00:29:41Danke.
00:29:44Deshalb kann ich die Sache nicht stillschweigend übergehen.
00:29:46Verstehen Sie das denn nicht?
00:29:48Ich würde mich ja mitschuldig machen.
00:29:52Wenn das rauskäme, dann säße ich ja noch mehr in der Tinte als Sie.
00:29:57Hören Sie mir eigentlich überhaupt zu?
00:29:59Sie haben ja keine Kinder.
00:30:02Das wissen Sie doch.
00:30:03Sie können sich überhaupt nicht vorstellen, was ich durchmache.
00:30:06Ich glaube, das weiß ich trotzdem ganz gut.
00:30:07Nein, das können Sie nicht.
00:30:10Ich würde wahrscheinlich verrücken, wenn ich fortmüsste von Ihnen.
00:30:13Als Gefängnis.
00:30:15Ich würde mir einen Strick nehmen oder einen Gas anrufen.
00:30:19Wenn Sie selber Kinder hätten...
00:30:20Dann hätte ich mir vermutlich vorher überlegt, was ich tue.
00:30:25Der Jüngste ist jetzt drei Jahre.
00:30:27Die anderen gehen schon in die Schule.
00:30:29Und mein Mann.
00:30:31Ich bin der, was davon erfährt.
00:30:37Entschuldigen Sie bitte.
00:30:39Einen Augenblick.
00:30:45Guten Tag, Wolfgang.
00:30:51Entschuldigen Sie bitte.
00:30:53Ich habe mich geirrt.
00:30:55Entschuldigung.
00:30:59Ich wollte sagen, mein Mann hat keine Ahnung davon.
00:31:14Ich weiß nicht, was er sagen würde.
00:31:16Vielleicht...
00:31:17Vielleicht lässt er sich scheinen.
00:31:18Das würde ich nicht überstehen.
00:31:26Wir sind eine glückliche Familie.
00:31:27Eine sehr glückliche Familie.
00:31:30Das können Sie natürlich nicht begreifen.
00:31:31Sie haben ja keine.
00:31:33Sie brauchen für niemanden zu sorgen.
00:31:34Aber bei mir hängen immer vier Menschen dran.
00:31:38Die können sich doch nicht unglücklich machen.
00:31:40Und vor allen Dingen die Kinder nicht.
00:31:49Natürlich weiß ich, was Sie für mich riskieren würden.
00:31:53Voll ein Pensel.
00:31:54Ich wäre Ihnen so dankbar.
00:31:58Ich würde mich auch erkenntlich zeigen.
00:32:00100 Mark?
00:32:08Nehmen Sie nur.
00:32:10Tja, aber warum?
00:32:12Warum?
00:32:15Tun Sie es weg.
00:32:15Es braucht doch keiner zu wissen.
00:32:16100 Mark?
00:32:42Ist Ihnen Ihre glückliche Familie wirklich ganze 100 Mark wert?
00:32:48Wären dann nicht 500 Mark angebracht, oder?
00:32:57Das soll wohl ein Witz sein.
00:32:59Nein, Frau Hartung.
00:33:01Das ist kein Witz.
00:33:03500 Mark übermorgen hier in dieselbe Zeit.
00:33:08Wo soll ich denn 500 Mark hernehmen?
00:33:10Das ist ausschließlich Ihre Angelegenheit.
00:33:14Und Sie haben völlig recht.
00:33:16Es braucht wirklich niemand was davon zu wissen.
00:33:35So.
00:33:40Guck mal, das habe ich dir von den Kindern mitgebracht.
00:33:47Alle für mich?
00:33:49Wo habe ich denn meine Brille?
00:33:51Ah, hier.
00:33:58Ein Schneemann.
00:34:00Der 1. Mai.
00:34:01Ein bunter Hahn.
00:34:07Ja, und das hier?
00:34:10Goldmarie und Pechmarie.
00:34:15Wo kann ich denn die Blumen stellen?
00:34:18Ach, die schönen Blumen.
00:34:20Da im Vertikus steht eine Vase.
00:34:21Ich glaube, Inge, du hast sehr begabte Kinder.
00:34:32Und weißt du, was ich mit den Bildern machen werde?
00:34:35Ich hänge sie hier überall auf.
00:34:38Und wenn jemand kommt, sage ich,
00:34:40das haben meine Urenkel gemalt.
00:34:41Du, Oma.
00:34:52Ja?
00:34:54Ich brauche Geld.
00:34:56Ach.
00:34:58Auch mal wieder.
00:35:09Ja.
00:35:09Du kannst behalten.
00:35:12Nee, Oma, ich brauche mehr.
00:35:16Ich brauche 500 Mark.
00:35:18500 Mark?
00:35:20Wozu denn das?
00:35:22Bitte frag mich nicht.
00:35:24Na, fragen werde ich wohl noch dürfen.
00:35:26500 Mark?
00:35:28Und ich sage, wofür.
00:35:29Wollt ihr euch was anschaffen?
00:35:38Nein, Oma, Günther weiß nichts davon.
00:35:39Ich brauche das Geld.
00:35:41Das stimmt doch was nicht.
00:35:42Ich kenne dich, Inge.
00:35:44Schließlich habe ich dich großgezogen.
00:35:47Sag mir, was los ist.
00:35:50Ich kann nicht.
00:35:51Mädchen.
00:35:53Mach dich doch nicht unglücklich.
00:35:55Sag mir, wozu brauchst du das viele Geld?
00:35:57Oh, Mann, bitte frag mich nicht.
00:35:58Ich kann dir jetzt nicht antworten.
00:36:08Immer hast du mir alles erzählt und nur auf einmal.
00:36:12Ich mache mir Sorgen.
00:36:14Nein, das brauchst du nicht.
00:36:15Später erzähle ich dir alles, ne?
00:36:20Na gut.
00:36:22Tja.
00:36:23Aber so viel Geld habe ich gar nicht im Haus.
00:36:25Dann müssen wir zur Sparkasse.
00:36:26Na ja.
00:36:27Aber erst brühe ich uns unseren Kaffee auf.
00:36:29Oma, wir müssen uns furchtbar beein.
00:36:30Halb fünf macht die Sparkasse zu.
00:36:32Dann also auch keinen Kaffee.
00:36:35Bitte zieh deinen Mantel an.
00:36:36Wenn du wenigstens ein bisschen Vertrauen zu mir hättest.
00:36:44Aber nicht einmal das.
00:36:49Oh Gott.
00:36:50Ja.
00:36:58Bitte drehen die Küche das Gas ab.
00:37:00Hm?
00:37:00Ja.
00:37:01Bitte drehen die Küche das Gas ab.
00:37:04Tag.
00:37:10Guten Tag.
00:37:12Bitte setzen Sie sich.
00:37:13Nein.
00:37:14Zählen Sie nach.
00:37:16Es wird nicht nötig sein.
00:37:18Dann werde ich es tun.
00:37:21100, 200, 300, 400, 500.
00:37:26Nicht so laut.
00:37:27Die Leute werden ja schon aufmerksam.
00:37:28Ist es Ihnen unangenehm?
00:37:30Ich hoffe Ihnen auch.
00:37:31Ich erpresse niemanden.
00:37:33Nein.
00:37:33Aber es könnte gerade nach Bestechung aussehen.
00:37:37Sie sind widerlich.
00:37:39Nein.
00:37:39Das bin ich nicht.
00:37:40Im Gegenteil.
00:37:46Ich möchte mich gern mit Ihnen unterhalten.
00:37:49Aber ich nicht.
00:37:50Mit einer Person wie Sie.
00:37:52Sie haben ihr Geld und fertig.
00:37:54Was heißt denn eine Person wie Sie?
00:37:55Sie glauben wohl, ich wüsste nicht Bescheid, hm?
00:38:00Aber keine Angst, Sie werden bald wieder allein sein.
00:38:03So ein Strolch hält doch nirgendwo lange aus.
00:38:05Kennen Sie ihn denn überhaupt?
00:38:07Wie Gott bewahre.
00:38:08Ich sag nur, was man so hört.
00:38:09Im Rathaus zum Beispiel.
00:38:11Und jung ist er auch.
00:38:12Viel jünger als Sie.
00:38:13Sie könnten ja seine Mutter sein.
00:38:15Ekelhaft.
00:38:16Ich glaube, das können Sie wohl nicht beurteilen.
00:38:17Das mag schon sein.
00:38:19Ich jedenfalls würde mich mit sowas nicht abgeben.
00:38:22Bleiben Sie.
00:38:22Ich habe keine Zeit mehr.
00:38:25Also gut.
00:38:26Wie Sie wollen.
00:38:27Und in vier Wochen bringen Sie mir dann 600 Mark.
00:38:41Noch mal 600 Mark?
00:38:44Nein.
00:38:45Nicht noch einmal.
00:38:46In Zukunft jeden Monat.
00:38:49Woher soll ich denn jeden Monat 600 Mark nehmen?
00:38:52Ich konnte doch kaum diese 500 auftreiben.
00:38:54Als Schulsekretärin wissen Sie doch, wie man zu Geld kommt.
00:38:58Ja, aber das waren immer ganz kleine Summen.
00:39:00Mal 10, mal 20 Mark.
00:39:02Es gibt doch noch andere Möglichkeiten.
00:39:08Ich habe mir das alles ganz genau überlegt.
00:39:10Was sind denn für Möglichkeiten?
00:39:12Sie durften dabei allerdings nur bis zu einer Summe von 800 Mark monatlich gehen.
00:39:18So viel kann ich im Haushalt der Stadt zusätzlich unterbringen, ohne dass es auffällt.
00:39:24600 davon wären für mich und 200 wären für Sie.
00:39:35Nein, das ist vollkommen unmöglich.
00:39:36Man würde sofort dahinter kommen.
00:39:38Wer denn?
00:39:39Mein Chef zum Beispiel.
00:39:41Lukas?
00:39:42Ich bin nicht so flink und umsichtig wie andere Sekretärinnen.
00:39:46Ihr schaut mir auf die Finger.
00:39:47Im Grund hat er doch überhaupt nichts damit zu tun.
00:39:50Sie rechnen bei mir wöchentlich ab und Sie kriegen auch von mir das Geld.
00:39:55Aber plötzlich so eine hohe Summe, das muss doch auffallen.
00:39:58Das lassen Sie mal meine Sorge sein.
00:40:01Im Rahmen des Etats für die Volksbildung ist das ein verhältnismäßig kleiner Posten.
00:40:06Und was ich dem Bürgermeister vorschlage, findet immer seine Zustimmung.
00:40:09Ich nehme an, Ihr Chef wird wohl der Letzte sein, der sich gegen eine Erhöhung seines Etats wendet.
00:40:18Er wird fragen, warum sie nötig ist.
00:40:20Ja, naja, sicher brauchen wir ein paar Gründe, die die Erhöhung rechtfertigen.
00:40:23Aber Ihr Etat ist ja in letzter Zeit sowieso langsam, aber stetig gestiegen.
00:40:31Er wird in Zukunft etwas schneller steigen.
00:40:34Das ist alles.
00:40:37Und wenn es eine Revision gibt?
00:40:40Bei mir hat es noch keine Revision gegeben.
00:40:43Das heißt, keine Überraschende, denn ich sitze selber in der Kommission.
00:40:48Und da ist keiner, der mehr von Finanzen versteht als ich.
00:40:50Aber so mancher, die mich nachgewiesen habe, dass er wohl zu wenig davon versteht.
00:40:58Na?
00:40:59Bitte lassen Sie mich da raus. Ich kann das nicht.
00:41:03Doch. Sie können es, Frau Hartung.
00:41:10Und wenn ich Nein sage?
00:41:13Dann würde ich eine Revision beantragen.
00:41:20Sie brauchen keine Angst zu haben.
00:41:40Inge, es ist kein Risiko dabei.
00:41:43Fräulein, zwei Kaffee bitte.
00:41:50Passen Sie mal auf.
00:41:53Ich habe mir doch alles ganz genau überlegt.
00:41:56Hier.
00:41:57Zum Beispiel bei der Fahrgelderstattung bei Klassenausflügen.
00:42:01Oder bei der Erziehungsbeihilfe.
00:42:03Das würde also folgendermaßen aussehen.
00:42:08Und da habe ich zu ihm gesagt, na Junge, so geht das wirklich nicht.
00:42:11Mit dir gehen die Pferde durch.
00:42:13Meine Verbesserungsvorschläge hören sich ja ganz gut an.
00:42:15Aber sich was ausdenken und dann in die Praxis umsetzen, ist nicht dasselbe.
00:42:18So was braucht Zeit.
00:42:19Es geht nicht von heute auf morgen.
00:42:21Weißt du, was der Bengel mehr darauf geantwortet hat?
00:42:23Na, was glaubst du?
00:42:24Was würdest du machen, wenn ich nicht da wäre?
00:42:27Sag mal, ich werde mir ja mundfußlich und du hörst mir nicht mal zu.
00:42:30Wohin willst du denn?
00:42:32Nirgendwohin.
00:42:32Ich meine nur so.
00:42:34Zum Beispiel ins Krankenhaus.
00:42:37Fühlt sich nicht wohl?
00:42:39Hast du Schmerzen?
00:42:39Überhaupt nicht.
00:42:40Ich sage doch nur mal angenommen.
00:42:42Also was würdest du tun?
00:42:43Also einen Teufel nicht an die Wand, mal.
00:42:48Sag doch mal.
00:42:50Das weiß ich doch jetzt nicht.
00:42:52Wahrscheinlich müsste ich versuchen, irgendwie mit den Kindern über die Runden zu kommen.
00:42:57Und zweimal in der Woche werde ich sie mir schnappen.
00:43:00Straußblumen dazu.
00:43:01Oder was Süßes.
00:43:03Und dich dann besuchen.
00:43:06Wenn das nicht geht.
00:43:08Wenn was nicht geht?
00:43:11Wenn ich...
00:43:12Wenn ich ein paar Jahre wegbleiben müsste.
00:43:16Ein paar Jahre im Krankenhaus und keine Besuchstage.
00:43:18Komm doch mit dem bösen Krankenhaus auf!
00:43:20Sag mal, spinnst du?
00:43:34Was soll denn dieses Gequatsche hier um fünf Ecken herum?
00:43:39Ich will was Ernstes mit dir besprechen und du sollst mir zuhören.
00:43:42Na, höre ich vielleicht nicht zu.
00:43:43Wolltest du dich rausschmeißen?
00:43:53Wie kommst du denn darauf?
00:43:55Und der Lukas hat doch da was zu meckern.
00:43:57Hast du ja selber gesagt.
00:44:00Und wenn es so wäre?
00:44:01Dann würde ich dem Herrn ordentlich die Meinung geigen.
00:44:04Genosse Direktor würde ich sagen,
00:44:06behandelt man so eine werktätige Frau,
00:44:07die daheim noch eine ganze Familie sitzen hat,
00:44:09die sie nach Feierabend versorgen muss.
00:44:10Ich sag dir, du, so klein würde der, du.
00:44:13So klein mit Hut.
00:44:22Also.
00:44:24Was denn der ist?
00:44:27Auch nichts.
00:44:30Achtung, Achtung, eine Sprechprobe.
00:44:31Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, Ende.
00:44:41Und das könntest du?
00:44:42Na klar, Lukas.
00:44:44Na, wenn ich einen Schaltplan habe,
00:44:45dann geht das ruckzuck.
00:44:46Und wenn nicht, ist auch nicht schlimm.
00:44:47Dann dauert es aber ein paar Minuten länger.
00:44:48Und dann komm doch heute Nachmittag mal bei mir vorbei.
00:44:50Das heißt, wenn du Zeit hast.
00:44:51Na, heute Nachmittag geht es vielleicht,
00:44:52da habe ich Training.
00:44:53Morgen oder übermorgen?
00:44:54Morgen wäre gut.
00:44:55Na fern.
00:44:56Nun beeil dich,
00:44:56damit du nicht noch eine Stunde versorbst.
00:44:57Grüß.
00:44:58Wiedersehen.
00:44:58Wiedersehen.
00:45:01So, Wartung.
00:45:03Die Sprechanlage ist wieder in Ordnung.
00:45:04Ich habe es gehört.
00:45:06Hat er sie repariert?
00:45:07Ja.
00:45:08Und ich dachte schon,
00:45:09wir müssten wochenlang darauf warten,
00:45:10bis sich jemand von der PGH her bemüht.
00:45:12Denn der Kollege Schneider
00:45:13ist ja auch nicht damit fertig geworden.
00:45:15Über den Baumann beschweren sich doch alle Lehrer.
00:45:17Ja.
00:45:18Sogar ich.
00:45:20Aber da erfährt man zufällig,
00:45:21dass er sich einen Fernseher zusammengebastelt hat.
00:45:23Man sieht, wie er an diese komplizierte Anlage rangeht.
00:45:25Man unterhält sich.
00:45:27Und dann erwischt man sich dabei,
00:45:28dass man drauf und dran ist,
00:45:29seinem Schüler im Direktionszimmer,
00:45:31meinen Cognac und Zigaretten anzubieten.
00:45:33Was?
00:45:33Sie haben den Baumann einen Cognac angeboten?
00:45:35Nein, natürlich nicht.
00:45:37Na?
00:45:40Ich frage mich, wie es kommt,
00:45:42dass man oft nur das Negative in einem Menschen sieht.
00:45:45Das dürfte doch gerade uns Lehrern nicht passieren.
00:45:48Vielleicht loben wir zu wenig.
00:45:50Was meinen Sie?
00:45:51Sie haben da auch Kinder.
00:45:51Ich weiß nicht.
00:45:55Vielleicht sollten wir weniger die schlechten Seiten bekämpfen,
00:45:58als die guten fördern.
00:46:00Aber dazu gehört eben,
00:46:01dass man das Vertrauen des anderen gewinnt.
00:46:03Ach, man müsste eben viel mehr Zeit haben.
00:46:07Aber diese tägliche Kleinkram hier,
00:46:09der frisst einen doch auf.
00:46:10Ja?
00:46:25Herr Lukas, kann ich Sie einen Augenblick sprengen?
00:46:27Ja, was gibt's denn?
00:46:30Ich hab...
00:46:30Stopp!
00:46:31Darf ich mal raten?
00:46:34Haushaltstag?
00:46:34Zwei Stunden Frühjahr nach Hause?
00:46:37Oder einen kleinen Vorschuss,
00:46:38den ich Ihnen sowieso nicht geben kann?
00:46:40Oder wieder mal einen zusätzlichen Urlaub?
00:46:43Nein, darum geht's nicht.
00:46:45Frau Hartmann,
00:46:46Sie wissen doch,
00:46:47dass wir Sie alle hier sehr gern haben.
00:46:49Sie sind nett, hilfsbereit und ehrlich.
00:46:51Aber als Sekretärin
00:46:54nehmen Sie es mir nicht übel.
00:46:56Sie schaffen es doch so kaum.
00:46:57Und dann laufen Sonderwünsche.
00:46:59Also überlegen Sie es noch mal.
00:47:00Und wenn es dann wirklich so wichtig ist,
00:47:02dann kommen Sie eben in Gottes Namen zu mir rein.
00:47:04Und dann kommen Sie eben in Gottes Namen zu mir.
00:47:34und dann kommen Sie in Gottes Namen zu dir.
00:47:35Und dann kommen Sie in Gottes Namen zu mir.
00:48:04Finger weg. Kannst du nicht warten?
00:48:12Für eine Apfelsile, Mama.
00:48:13Mama. Na schön für jeden einen.
00:48:16Du mein Messer da.
00:48:18Wo ist mein Flitz? Wo?
00:48:20Ich wüsste doch. Hier.
00:48:23Gut, dass du mir aber nicht auf Menschen zielst.
00:48:30Ich darf mich anziehen.
00:48:31Sieh doch aus, dein Anderer.
00:48:33Du bist zu warm hier.
00:48:34Da, nimm dein Hohen.
00:48:37So, da ist dein Buch.
00:48:38Danke.
00:49:01Na, Wend.
00:49:16Ey, was hast du denn da?
00:49:17Na, Mantel, siehst du doch.
00:49:19So, aber können wir uns das jetzt leisten?
00:49:20Ach, weißt du, wenn ich darauf warten wollte.
00:49:23Wie viel hat er denn gekostet?
00:49:26Sommer, du siehst doch gar nicht, wie ich rumlaufe, hm?
00:49:30Du, für dich habe ich auch was in den Kopf gemacht.
00:49:35Guck mal, das trägt man jetzt.
00:49:37Prima.
00:49:37Prima.
00:49:43Also, was hat er nur gekostet?
00:49:47150 Mark.
00:49:49Nur?
00:49:49Na, ja.
00:49:51Manchmal hat er eben Glück.
00:49:52Kommt, sei denn genug vor, ne?
00:49:53Und woher hast du das Geld?
00:49:55Von Oma.
00:49:56Kleiner Vorschuss auf Weihnachten.
00:49:57Du, sonst hat der Frau nicht immer was Geld aus dem Kreuz verhauen.
00:50:00Das mag ich nicht.
00:50:01Bis dann habe ich auch gespart.
00:50:02Hast du gar nicht gemacht, ne?
00:50:03Ne.
00:50:05Anders kommt man eben zu nichts.
00:50:13Gefällt dir der wenigstens?
00:50:14Mhm.
00:50:14Du, wenn nicht, bring ich ihn sofort zurück.
00:50:16Nein, nein, lass ihn doch.
00:50:17Siehst wirklich gut drin aus.
00:50:26Ah ja, wenn er dir gefällt.
00:50:28Mhm, gefällt mir.
00:50:31Guck mir, du wirst jetzt nur so eine hübsche Frau ab.
00:50:33Alter Spinner.
00:50:34Fuck, Gott.
00:50:57Hörst du? Hier stand's, mitten auf dem Tisch. Du hattest es vergessen.
00:51:08Wieso ich?
00:51:10Na hier. Eine Aufregung, warum sonst?
00:51:12Du hättest auch dran denken können.
00:51:15Na sicher hätte ich dran denken können, aber ich muss dir sagen, ich hab's überhaupt nicht vermisst.
00:51:18Ein Radio, wozu?
00:51:22Ach, Liebe, ich bin glücklich, du.
00:51:25Eine Woche Budapest mit dir.
00:51:28Ich hab nie geglaubt, dass eine Stadt so schön sein kann.
00:51:31Ach ja, das war ganz nett.
00:51:33Ganz nett, ganz nett, sagt er. Himmlisch war's, oder?
00:51:38Na gut, dann war's eben himmlisch.
00:51:41Was hast du denn? Worüber ärgerst du dich?
00:51:48Was ist los?
00:51:54Warum hast du das Taxi bezahlt?
00:51:55Warum ich?
00:52:05Der Fahrer hat saublöd gegrinst.
00:52:08Ach, das bildest du dir doch bloß ein.
00:52:09Nein, das bild ich mir überhaupt nicht ein.
00:52:11Du warst doch mit dem Gepäck beschäftigt und da dachte ich...
00:52:13Deshalb brauchtest du mich nicht so bloßzustellen.
00:52:17Bloßstellen? Aber Wolfgang, nun hör auf.
00:52:20Du warst so nett in Budapest.
00:52:22Und kaum sind wir wieder zu Hause, da geht der Ärger los.
00:52:25Das bilden nichts.
00:52:30Ich hatte dir doch vor der Reise gesagt, du sollst das Geld nehmen.
00:52:33Du wolltest doch nicht.
00:52:35Nun komm.
00:52:35Du musst jetzt wenigstens den Rest.
00:52:41Hier.
00:52:42So.
00:52:43Nun lass uns die dumme Geschichte vergessen, ja?
00:52:45Ich bin viel zu glücklich, um mich zu ärgern.
00:52:50Weißt du, was ich jetzt möchte?
00:52:52Wein trinken.
00:52:53Echten ungarischen Wein.
00:52:56Ich hab früher nie Wein getrunken.
00:52:58Oder sagen wir fast nie.
00:53:00Aber du hast es mir beigebracht.
00:53:04Das und noch einiges mehr.
00:53:07Ich werde mal sehen, ob wir irgendwo noch Salzstangen haben.
00:53:32Ganze Menge Post gekommen.
00:53:35Von meiner Mutter.
00:53:38Buchhaus Leipzig.
00:53:45Siggi.
00:53:46Oh, gib her.
00:53:46Nein, nein.
00:53:48Eine schöne Karte.
00:53:51Der Leuchtturm von Warnemünde und ein stolzes Schiff.
00:53:54So zu ergeben.
00:53:55Lass mich doch mal.
00:53:57Einen salzigen Gruß vom winterlichen Ostseestrand.
00:54:01Oh, wie poetisch.
00:54:02In alter Treue Siggi.
00:54:04Siggi.
00:54:05Kriegst du schon Rente oder was ist los mit dir?
00:54:11Ist ja eine Frechheit.
00:54:12Wer ist denn Siggi?
00:54:16Alter Kumpel von mir.
00:54:18Ah.
00:54:20Vielleicht heißt er auch Sieglinde?
00:54:22Und wenn?
00:54:29Und wenn würde es mir auch nichts ausmachen.
00:54:31Ich bin viel zu glücklich.
00:54:33Komm.
00:54:34Lass uns trinken.
00:54:35Auf Budapest.
00:54:37Auf uns beide.
00:54:38Sag mal.
00:54:46Sag mal.
00:54:47Hm?
00:54:48Und woher wusste dieser Siggi eigentlich deine Adresse?
00:54:53Ich hatte ihm mal geschrieben.
00:54:55Neulich.
00:54:57Warum?
00:54:59Nur so.
00:55:00Oh.
00:55:25Warum bezahlst du nicht, Bernd? Die Conny muss doch abrechnen.
00:55:48Ich hab kein Geld. Aber den Ausflug, den willst du mitmachen.
00:55:51Ja, Bernd Denger? Du hast doch erst vor ein paar Tagen ein Fahrgeld gekriegt. Davon hätte ich sie bezahlen können.
00:55:57Stimmt nicht.
00:55:58Hör mal, ich hab doch deinen Namen auf der Liste gelesen oder gibt's hier noch einen Bernd Denger?
00:56:01Ich hab kein Geld gekriegt.
00:56:06Hat er Bernd Denger neulich sein Fahrgeld gekriegt oder nicht?
00:56:10Weiß ich nicht.
00:56:12Also ich könnte schwören, dass ich deinen Namen zufällig auf der Liste gelesen habe.
00:56:15Aber das lässt sich ja feststellen.
00:56:16Natürlich hat er das Geld bekommen, jetzt erinnere ich mich.
00:56:18Ist ja nicht wahr.
00:56:19Bernd, Frau Hartung wird es ja wohl wissen.
00:56:22Ich hab kein Geld gekriegt. Ich fahr nämlich gar nicht mehr.
00:56:25Ich wohne jetzt hier bei meiner Tante.
00:56:26Das wird ja immer schön danach. Wir werden der Sache mal auf den Grund gehen.
00:56:30Sehen Sie mal in der Liste nach.
00:56:31Die ist schon beim Rat der Stadt. Ich hab vorgestern abgerechnet.
00:56:34Dann fragen Sie doch nach.
00:56:37Ab mit euch.
00:56:40Das ist schon beim Rat der Stadt.
00:57:10Na, endlich, Inge.
00:57:25Tag.
00:57:26Tag, du kommst aber heute spät.
00:57:28Du, ich konnte nicht eher. Wir hatten pädagogischen Rat.
00:57:31Ich hab das Geld nicht mit.
00:57:33Warum nicht?
00:57:35Heute Morgen wär beinahe alles aufgeflogen.
00:57:37Wieso denn das?
00:57:39Durch einen Schüler.
00:57:39Er stand auf der Fahrgeldliste, hatte aber gar kein Geld bekommen.
00:57:42Der Chef konnte sich zufällig an seinen Namen erinnern.
00:57:45Na und?
00:57:45Na und? Ich hab gesagt, dass der Junge lügt.
00:57:48Aber wenn die Eltern sich erkundigen und dahinter kommen, ist alles aus.
00:57:51Nein, nein, nein, nein, das glaub ich nicht.
00:57:55Da gibt's bestimmt noch einen Weg.
00:57:57Erika, ich mach da nicht mehr mit.
00:58:00Ich kann einfach nicht mehr.
00:58:04Und das Geld geb ich zurück.
00:58:07Wie willst du denn das anstellen?
00:58:09Das weiß ich noch nicht, aber irgendwas wird mir schon einfallen.
00:58:11Ja, die beste Gelegenheit, seine Schuld selber nachzuweisen.
00:58:14Hast du denn noch nicht genug?
00:58:16Fast 30.000 Mark.
00:58:18Moment.
00:58:19Mit dem, was du eingesteckt hast, ist es wohl noch ein bisschen mehr.
00:58:25Hat dein Mann vielleicht was gemerkt?
00:58:27Nö.
00:58:28Wieso?
00:58:30Könnte doch sein.
00:58:31Er könnte sich fragen, woher kommt das viele Geld?
00:58:36Das viele Geld.
00:58:38100 bis 200 Mark mehr im Monat.
00:58:39Was ist das schon?
00:58:40Das gibt man da aus, ohne dass man's merkt.
00:58:42Da brauch ich mir noch nicht mal eine Ausrede einfallen zu lassen.
00:58:45Hast du denn keine Anschaffungen gemacht?
00:58:49Was soll ich denn anschaffen?
00:58:51Ein paar Sachen für die Kinder, das merkt der Mann überhaupt nicht.
00:58:54Mir hab ich allerdings den Mantel gekauft.
00:58:56Na siehst du, so was muss ich doch stutzig machen.
00:58:58Ach, da fällt einem doch was ein.
00:59:02Und wie viel hast du gespart?
00:59:05Gespart.
00:59:07Wir sind am Monatsende genauso pleite wie früher.
00:59:11Na sieh mal.
00:59:12Dann muss dir doch an dem Geld was gelegen sein.
00:59:15Nein, Erika.
00:59:16Ich kann nicht mehr, ich kann nicht mehr, ich kann nicht mehr.
00:59:18Komm, komm.
00:59:18Verlier hier nicht die Nerven, Inge.
00:59:21Du kannst das Geld nicht mehr zurückgeben.
00:59:24Du würdest dir damit nur schaden.
00:59:26Darum, bring's am besten morgenvormittag mit.
00:59:33Zur Bank im Stadtpark.
00:59:36Du wirst es schon schaffen, dich irgendwie freizumachen.
00:59:39Und dann können wir uns ja überlegen, wann wir damit aufhören.
00:59:44Wann wir damit aufhören?
00:59:46Ja.
00:59:48Eventuell.
00:59:50Gut, dann bin ich morgen um neun mit dem Geld an der Parkbank.
00:59:53Zum letzten Mal.
00:59:54Komm.
00:59:59Komm.
00:59:59Vielen Dank.
01:00:29Bist schon wieder zurück?
01:00:33Ist die Versammlung ausgefallen?
01:00:38Erika.
01:00:40Was soll das?
01:00:42Ich kann einfach nicht mehr bleiben.
01:00:45Was?
01:00:48Ohne ein Wort?
01:00:51Ohne eine Zeile?
01:00:52Ich hätte dir geschrieben.
01:00:55Später.
01:00:55Ja, aber warum, Wolfgang?
01:01:00Lass uns jetzt nicht darüber reden.
01:01:02Wir müssen uns doch bloß widerstreiten.
01:01:04Aber es muss doch einen Grund geben.
01:01:06Das führt doch zu nichts.
01:01:10Wir haben doch so eine schöne Zeit verliebt, Wolfgang.
01:01:12Wir haben Reisen gemacht.
01:01:14In den nächsten Wochen steht der Gigoli vor der Tür.
01:01:17Du hast dich doch bei mir wohlgefühlt, oder?
01:01:21Das hat nichts mit sich wohlfühlen zu tun.
01:01:23Du hast doch gesagt, dass du mich liebst.
01:01:26Es bleibt nicht immer so, wie es mal war.
01:01:28Doch, es bleibt so.
01:01:30Ich liebe dich noch wie am ersten Tag.
01:01:32Nein, mehr, viel mehr.
01:01:36Wolfgang, ich brauch dich.
01:01:39Ich brauch dich und ich weiß, du brauchst mich auch.
01:01:42Das ist doch alles nur eine vorübergehende Laune,
01:01:45die du bestimmt morgen schon wieder bereust.
01:01:47Nein, nein, du, das glaub ich nicht.
01:01:49Kannst du dir vorstellen,
01:01:56dass man für einen Menschen alles aufs Spiel setzt?
01:02:00Alles.
01:02:02Weil man sonst denkt, es geht nicht mehr weiter.
01:02:04Du übertreibst.
01:02:06Es geht immer weiter.
01:02:07Außerdem
01:02:13habe ich niemanden gebeten,
01:02:15für mich irgendwas aufs Spiel zu setzen.
01:02:19Oder?
01:02:22Nein.
01:02:23Das hast du nicht.
01:02:24Eben.
01:02:30So einfach ist das also?
01:02:33Man packt seinen Koffer und geht.
01:02:35Ich fahre zu Sigi nach Rostock.
01:02:36Wie romantisch.
01:02:45Jetzt kommt wohl das weite, wilde Meer dran, wie?
01:02:47Das kannst du natürlich nicht verstehen.
01:02:49Nein, das kann ich wohl nicht.
01:02:51Weil ich dumme bin.
01:02:54Weil ich eine alte, dumme Kube bin.
01:02:58Aber was Dankbarkeit ist, das weiß ich immer noch.
01:03:01Ich bin dir dankbar.
01:03:03Für alles.
01:03:04Davon merkt man aber nicht viel, mein Lieber.
01:03:08Nein, so einfach ist das nicht.
01:03:10Koffer packen, Dankeschön sagen und abhauen.
01:03:12Ich habe ja schließlich auch gearbeitet.
01:03:14Was hast du?
01:03:15Ach, du hast vielleicht dreimal den Versuch gemacht.
01:03:17Aber da ist doch nie viel bei rausgekommen.
01:03:19Von den paar selbstverdienten Kröten
01:03:21hättest du doch nie das Leben führen können,
01:03:24das du hier bei mir geführt hast.
01:03:25Erika.
01:03:26Ich wette, die Hälfte von dem, was da drin ist,
01:03:28gehört dir noch nicht mal.
01:03:29Pack das aus.
01:03:30Überleg dir, was du sagst.
01:03:32Auspacken, habe ich gesagt.
01:03:33Hier, gehört dir das vielleicht?
01:03:35Nein.
01:03:36Ich dachte ja.
01:03:37Falsch gedacht, mein Lieber.
01:03:38Und das hier?
01:03:39Nein.
01:03:40Aber sowas interessiert ja einen Strolch nicht.
01:03:42Man sollte die Frau P. holen.
01:03:48Da würde vielleicht noch so manches ans Licht kommen.
01:03:57Dann hol sie doch.
01:04:00Wenn es dir Spaß macht.
01:04:04Und bleib hier!
01:04:07Du machst es einem leicht,
01:04:09wenn du wenigstens einmal Bitte gesagt hättest.
01:04:12Hier bleiben!
01:04:25Guten Morgen, Fräulein Pinsel.
01:04:28Guten Morgen.
01:04:29Da war gestern noch ein Anruf für Sie.
01:04:32Von wem?
01:04:33Von Herrn Lukas.
01:04:35Es ging um einen Schüler, der behauptete,
01:04:37er hätte noch kein Fahrgeld bekommen.
01:04:39Es scheint einigen Ärger mit den Eltern gegeben zu haben.
01:04:41Und was haben wir damit zu tun?
01:04:45Herr Lukas fragt, ob wir noch die Liste mit der Quittung hätten.
01:04:49Gut.
01:04:50Ich sehe nachher mal nach und sage Herrn Lukas Bescheid.
01:04:54Danke.
01:05:02Noch was?
01:05:02Ich habe die Liste gestern schon rausgesucht.
01:05:09Es ist unterschrieben worden.
01:05:14Dann hat der Junge also gelogen.
01:05:16Ich glaube nicht.
01:05:17Denn diese Unterschrift sieht anders aus,
01:05:20als die auf einem früheren Beleg.
01:05:22Sehen Sie?
01:05:23Dinger?
01:05:24Dinger.
01:05:25Dann müsste Sie also ein anderer unterschrieben haben,
01:05:29Ihrer Meinung nach.
01:05:30Ja.
01:05:31Und wer?
01:05:32Das weiß ich nicht.
01:05:34Das sind ja ungeheure Beschuldigungen,
01:05:36die Sie da aussprechen.
01:05:38Sie sollten etwas vorsichtiger sein
01:05:39mit derartigen Behauptungen.
01:05:42Ihre Aufgabe ist es unter anderem,
01:05:43die Belege aufzubewahren und abzuheften.
01:05:45Weiter nichts.
01:05:46Ich wäre Ihnen sehr dankbar,
01:05:47wenn Sie sich auf Ihre Aufgaben beschränken würden.
01:05:49Und was ist damit?
01:06:00Dann rechnen Sie über Glühbirnen.
01:06:02Sehen Sie sich die Ziffern bitte genau an.
01:06:06Ich kann daran nichts erkennen.
01:06:08Bei der Anzahl der Glühbirnen
01:06:10ist eine Null eingehängt
01:06:11und bei dem Preis eine Eins vorangesetzt worden.
01:06:16Ich glaube, Sie irren sich da.
01:06:18Und überhaupt 100 Glühbirnen
01:06:20für eine Schule,
01:06:21die fast ganz mit Leuchtröhren ausgestattet ist.
01:06:23So etwas gibt es doch gar nicht.
01:06:24Ja, dann warum denn nicht?
01:06:26Sie werden sich einen Vorrat
01:06:27als Reserve hingelegt haben.
01:06:29Außerdem stimmen jetzt
01:06:30Anzahl und Preis nicht mehr überein.
01:06:32Ich habe mich erkundigt.
01:06:35Ich glaube, bestimmt,
01:06:37Sie irren sich da.
01:06:40Und bei diesen Belegen hier,
01:06:42da ist es ähnlich.
01:06:44Sehen Sie,
01:06:46die sind alle gefälscht.
01:06:48Das kann ich nicht glauben.
01:07:04Also gut.
01:07:07Wir werden die Unterlagen gemeinsam prüfen.
01:07:09Suchen Sie mir bitte
01:07:11die Abrechnung
01:07:12der letzten drei Monate raus.
01:07:14Ist gut, Frau Intense.
01:07:17Ach, und noch eins.
01:07:19Bitte zu niemandem
01:07:20ein Wort darüber vorläufig.
01:07:21und zweifel.
01:07:39Okay.
01:07:40unfassbar
01:07:54wer hätte Frau Hartung sowas zugetraut
01:07:57und dass während der ganzen Zeit niemand dahinter gekommen ist
01:08:01nicht mal sie
01:08:02wieso nicht mal ich
01:08:04na ich meine es hätte doch auffallen müssen
01:08:06ja da sehen Sie wohin es führt wenn man zu viel Vertrauen hat
01:08:08ich kann doch unmöglich jeden Beleg auch noch auf seine Richtigkeit hinüberprüfen
01:08:12wo käme ich denn da hin
01:08:14und was soll jetzt geschehen
01:08:16ja
01:08:20die Frau hat drei Kinder
01:08:35vielleicht lässt sich die ganze Angelegenheit irgendwie regeln
01:08:41was meinen Sie
01:08:42na was soll es denn dazu Regeln geben
01:08:46Sie haben wohl recht
01:08:47na also
01:08:48nehmen Sie die Unterlagen wir gehen zum Bürgermeister
01:08:53ich werde eine Revision beantragen
01:08:56nicht nur
01:08:58in der Verteidigung
01:08:59keine
01:09:00Dürfen
01:09:00sie
01:09:00sie
01:09:01sie
01:09:02sie
01:09:03sie
01:09:04sie
01:09:05sie
01:09:06sie
01:09:07sie
01:09:08sie
01:09:09sie
01:09:10sie
01:09:10sie
01:09:11sie
01:09:12sie
01:09:13sie
01:09:14sie
01:09:15sie
01:09:16sie
01:09:17Gehen Sie schon mal vor, Fräulein Ewald.
01:09:34Erika, wo bleibst du denn?
01:09:36Frag nicht zu viel.
01:09:38Komm.
01:09:42Warum bist du denn nicht gekommen?
01:09:43Ich habe wer weiß, wie lange gewartet.
01:09:44Was ist denn los?
01:09:48Erika Hartmann, ich meine...
01:09:51Ja.
01:09:53Oh mein Gott.
01:09:57Der Bürgermeister weiß Bescheid.
01:09:59Es wird eine Revision geben.
01:10:03Das übernehme ich nicht.
01:10:06Inge, bitte verliere jetzt nicht die Nerven.
01:10:09Nicht die Nerven verlieren.
01:10:10Was anderes fällt dir wohl nicht ein.
01:10:12Du hättest eben die Sache mit dem Fahrgeld nicht auf die Spitze treiben dürfen.
01:10:15Du hättest sagen sollen, der Junge hat kein Fahrgeld bekommen, du hast dich geirrt.
01:10:19Und die Sache wäre doch erledigt gewesen.
01:10:20Lukas hätte dir doch geglaubt.
01:10:21Hätte, hätte, hätte.
01:10:22Dann wäre es eben was anderes gewesen, früher oder später.
01:10:25Was wird denn nun?
01:10:26Ich weiß es nicht.
01:10:34Aber was hast du denn schon groß zu befürchten?
01:10:37Alle milderten Umstände sind doch auf deiner Seite.
01:10:40Deine Kinder, die Tatsache, dass du nicht vorbestraft bist.
01:10:43Ich glaube bestimmt, man wird deine Strafe, das heißt, wenn es überhaupt so weit kommen wird, doch zur Bewährung aussetzen.
01:10:49Was wird man die Strafe zur Bewährung aussetzen?
01:10:56Wer hat denn hier mildernde Umstände nötiger?
01:10:58Du oder ich, hä?
01:10:59Du.
01:11:00Ganz allein du.
01:11:02Und es wäre gut, wenn du dich an die Gedanken langsam gewöhnen würdest.
01:11:04Das ist ja zum Lachen.
01:11:06Wer hat mich denn zu diesen Schweinereien gezwungen?
01:11:07Du.
01:11:08Und wer hat diesen ganzen Plan ausgeheckt?
01:11:10Du.
01:11:10Und ich brauche mildernde Umstände.
01:11:13Hör mir mal gut zu.
01:11:14Wenn man mich fragt, warum und wieso, da werde ich auspacken und zwar restlos.
01:11:19Da werde ich kein Blatt vom Mund nehmen.
01:11:20Wie käme ich denn dazu?
01:11:22Du, da werde ich sagen, was du für ein berechnendes, eiskaltes Biest bist.
01:11:25Alles werde ich sagen.
01:11:26Und wie du mich in die Sache reingebracht hast.
01:11:30Es wird dir wenig nützen.
01:11:32Das Gericht braucht Beweise.
01:11:34Ich habe Beweise.
01:11:35Ich kann alles beschwören.
01:11:36Ich bin der Beweis.
01:11:39Bisschen wenig für jemanden, der Unterschlagung gemacht hat.
01:11:41Und diese Unterschlagung sind das Einzige, was sich beweisen lässt.
01:11:51Man wird das Geld nicht bei mir finden.
01:11:53Nicht allen Pfennig wird man bei mir finden.
01:11:55Bei mir auch nicht.
01:11:57Nicht mal einen neuen Mantel.
01:12:04Und wenn man dich fragt, wieso dir nichts aufgefallen ist, wo du doch so eine, so eine Expertin bist.
01:12:11Ich habe die Revision selber beantragt.
01:12:17Der Bürgermeister hat mir für meine Umsicht gedankt.
01:12:25Das ist doch nicht möglich!
01:12:27Inge, du hältst mich jetzt sicher für niederträchtig und gemein, aber ich konnte nicht mehr anders.
01:12:42Du hättest an meiner Stelle bestimmt genauso gehandelt.
01:12:45Ich bin ja da so und denke mir.
01:12:58Danke.
01:13:28Inge Hartung gestand zwar ihre Betrügereien und Diebstähle ein, verschwieg zunächst aber, dass sie erpresst worden war. Sie lebte in der naiven Hoffnung, dass die Pensel mit ihrem Einfluss sie doch noch herauspauken würde.
01:13:50Und das ist überhaupt das Charakteristische für die Entwicklung und die Persönlichkeit dieser jungen Frau. Sie vermochte ihre Situation nie so richtig zu überschauen. Sie war immer Spielball, niemals Meister ihrer Probleme.
01:14:05Von der Großmutter aufgezogen, mit 17 schwanger geworden, noch bevor sie ihre Ausbildung abschließen kann, wird sie Mutter und Ehefrau, als sie selbst noch unreif und unfertig ist.
01:14:16Der Last der Verantwortung, die die inzwischen fünfköpfige Familie für die junge, werktätige Frau mit sich bringt, ist sie nicht gewachsen.
01:14:26Da Inge Hartung weder umsichtig noch wirtschaftlich ist, wird ihr Leben mehr und mehr von tausend kleinen Schwierigkeiten gezeichnet.
01:14:34Und dann greift sie zum ersten Mal in die Schulkasse. Zunächst noch in der festen Absicht, das Geld später wieder hineinzulegen.
01:14:40Doch hier bereits beginnt der kleine Rechtsbruch, der schon für manchen zum ersten Schritt auf der schiefen Ebene wurde.
01:14:49Aus kleinen Beträgen werden größere und schließlich bleiben nur noch Fälschung und Betrug, um die Schuld unsichtbar zu machen.
01:14:56Als die kleinen Betrügereien der Inge Hartung durch die Finanzsachbearbeiterin Penzel entdeckt werden, beträgt die entwendete Summe circa 200 Mark.
01:15:09Ein Vergehen, gewiss. Aber noch kein Verbrechen. Eine Strafe ohne Freiheitsentzug noch sehr wahrscheinlich.
01:15:15Inge Hartung aber lässt sich nicht vom Verstand leiden. Sie folgt allein einer blinden Angst, ihre Familie zu verlieren.
01:15:23Und so fügt sie ihrem bisherigen Fehltritt einen Schlimmeren hinzu.
01:15:28Sie stellt die Weichen für ein Verbrechen. Für die Erpressungstat der Erika Penzel.
01:15:34Das, was sie damit erreichen möchte, verkehrt sich schließlich ins Gegenteil.
01:15:38Nach Entdeckung der Straftat ist ihre Trennung von der Familie, ist der Freiheitsentzug unabwendbar.
01:15:45Denn die Summe, um die Inge Hartung unsere Gesellschaft betrogen und bestohlen hat, beläuft sich inzwischen auf circa 32.000 Mark.
01:15:55Bei der Strafzumessung berücksichtigte das Gericht, dass Inge Hartung das Gros ihrer Straftaten unter dem Druck einer Person begangen hatte,
01:16:04die ihr haushoch überlegen war. Der ebenso intelligenten wie skrupellosen Mitangeklagten Penzel.
01:16:09Das alles aber konnte an der vollen strafrechtlichen Verantwortlichkeit von Inge Hartung nichts ändern.
01:16:16Das Gericht verurteilte Inge Hartung wegen mehrfachen Betrugs und Diebstahls zum Nachteil sozialistischen Eigentums
01:16:23in Tateinheit mit Urkundenfälschung zu zwei Jahren und sechs Monaten Freiheitsentzug.
01:16:30Außerdem wurde die angeklagte Hartung anteilig zum Ersatz des entstandenen materiellen Schadens verurteilt.
01:16:35Gegen Erika Penzel lautete die Anklage auf Erpressung.
01:16:43Bis zum Schluss der Hauptverhandlung leugnet die Angeklagte ihre Tat und spielt dem Gericht den Märtyrer vor.
01:16:52Aber die Kette der Beweise ist lückenlos und lässt keinen Zweifel an der Schuld der Angeklagten aufkommen.
01:16:57Es gibt ein Motiv für Erika Penzels Tat.
01:17:04Ein Partner war ihr bisher versagt geblieben und auch sonst lebt sie einsam und isoliert.
01:17:10Darunter leidet sie.
01:17:12Als Wolfgang, jener 20 Jahre jüngere Mann, in ihr Leben tritt, da glaubt sie das Glück zum Greifen nahe.
01:17:18Bald aber merkt sie, diesen Mann kann sie nur durch materielle Dinge an sich binden.
01:17:24Durch Dinge, die ihre Verhältnisse übersteigen.
01:17:27Und so sucht sie eine Lebensgemeinschaft allein auf Wohlstand zu gründen und ihren Partner in einen Käfig mit goldenen Gittern zu sperren.
01:17:34Um ihr Glück zu machen, war Erika Penzel bereit, das anderer zu opfern.
01:17:42Nahm sie in Kauf, dass drei Kinder für längere Zeit auf ihre Mutter verzichten müssen.
01:17:46Wollte sie einen labilen, jungen Mann in eine unnatürliche Bindung verstricken.
01:17:52Welch einem erbärmlichen Glück jagte diese Frau eigentlich nach.
01:17:58Das Gericht fand wenig, was es dieser Angeklagten hätte zugutehalten können.
01:18:04Es verurteilte sie wegen mehrfacher Erpressung im schweren Fall zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren.
01:18:11Selbstverständlich wurde Erika Penzel anteilig zum Ersatz des Schadens verurteilt.
01:18:19Länger als drei Jahre werden die Straftaten der Hartung und der Penzel.
01:18:25Wäre man dem fachlichen Können der Penzel nicht mit blindem Vertrauen begegnet,
01:18:29Einen solchen Umfang hätte der entstandene materielle Schaden niemals annehmen können.
01:18:36Allerorts durchzuführende, allgemeine, universelle Rechnungsführung und Kontrolle.
01:18:42Darin besteht das Wesen der sozialistischen Umgestaltung,
01:18:44nachdem die politische Herrschaft des Proletariats begründet und gesichert ist.
01:18:49Das ist ein Wort Denins.
01:18:51Im Rat der Stadt, in dem Erika Penzel ihr Unwesen trieb, hatte man es nicht begriffen.
01:18:56Guten Abend.