- vor 4 Monaten
Dem Jugendkollektiv eines Kaufhauses bereiten Kaufhausdiebe Probleme. (Text: hr-fernsehen)
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00:00:00Alltag in einem Kaufhaus. Kunden kommen und gehen. Die einen hassten, andere lassen sich Zeit.
00:00:12Wer einen guten Fang macht, ist zufrieden. Wer das Gesuchte nicht bekommt, geht enttäuscht nach Hause.
00:00:20Die Freude am Einkauf, finde ich, hängt aber auch von einer freundlichen Bedienung ab.
00:00:25Der Kunde soll König sein. Die meisten Handelsleute richten sich danach.
00:00:32Freilich, mitunter vergessen wir, dass die Frau hinter dem Ladentisch oder am Warenregal kein Computer ist.
00:00:38Auch sie hat ihre Sorgen und Probleme. Immer mehr Waren gelangen in die Kaufhäuser und Geschäfte.
00:00:43Immer mehr Bedürfnisse von Kunden wollen befriedigt sein.
00:00:46Wussten Sie eigentlich, liebe Zuschauer, dass allein in diesem Jahr für die Versorgung der Bürger Waren im Werte von mehr als 83 Milliarden Mark zur Verfügung stehen?
00:00:59Da muss nicht nur der Umsatzplan stimmen, wenn die Prämie stimmen soll.
00:01:03Wo beispielsweise Minusdifferenzen auftreten, kommt es häufig zu Spannungen im Verkaufskollektiv.
00:01:10Das Manko kann viele Ursachen haben.
00:01:14Eine jedenfalls liegt bei solchen Kunden, die die offene Verkaufsform, vor allem die Selbstbedienung missbrauchen,
00:01:20die ein Kaufhaus nur betreten, um mit der Ware einen Bogen um die Kasse zu machen.
00:01:24Wie sehen Kaufhausdiebe aus? Warum stehlen sie? Wie raffiniert gehen sie vor? Wie kann man sie erkennen und überführen helfen?
00:01:47Ich suche ein Kostüm für mich.
00:01:49Vorige Woche hatten wir sehr schöne jugendliche Kostüme, aber die waren in zwei Tagen verkauft.
00:01:52Und wann werden Sie wieder welche reinbekommen?
00:01:55Fragen Sie mal Donnerstag nach? Heute haben wir hier diese Hosenanzüge. Ich habe mir selber einen gekauft.
00:02:01Ob ich ihn mal anprobiere?
00:02:02Ja, aber natürlich.
00:02:13Entschuldigen Sie bitte, ich hätte gern eine weiße Bluse.
00:02:16Karin, kannst du der Kundin mal die weißen Blusen zeigen?
00:02:18Kleinen Moment mal.
00:02:19Wenn Sie mal einen kleinen Augenblick Zeit haben, wir haben da sehr schöne Pullover reingekriegt. Da sind sicher auch zwei für Sie dabei.
00:02:26In gleicher Farbe?
00:02:28Ja, sicher auch in gleicher Farbe.
00:02:30Dann warten wir.
00:02:31Hm, gut.
00:02:32Vielen Dank.
00:02:32Bitte.
00:02:33Weiße Blusen? Das haben wir gleich. M94, stimmt's? Würden Sie bitte mal drüben nachsehen?
00:02:38Na, habe ich zu viel versprochen?
00:02:49Nein, überhaupt nicht. Er gefällt mir fantastisch.
00:02:52Bloß, wissen Sie, ich würde ihn ja gern kaufen, aber man ist nicht immer so bei Kasse.
00:02:56Naja, wem sagen Sie das?
00:02:58Vielleicht ein anderes Mal. Wir bekommen solche Modelle öfter rein.
00:03:00Ja?
00:03:01Mhm.
00:03:01Danke.
00:03:05Sind das die Pullis, von denen Ihre Kollegin gesprochen hat?
00:03:07Das müssten Sie wohl sein.
00:03:08Mein Liebhocken.
00:03:11Können Sie sich denn nicht ein bisschen vernünftiger benehmen, meine Herrschaften? Sie sehen doch, dass ich noch nicht mal fertig bin mit Auspacken.
00:03:16Wie soll man denn unter solchen Umständen ordentlich arbeiten?
00:03:19Verkäuferinnen sollten sich etwas höflicher benehmen.
00:03:20Ich bin sogar sehr gern höflich, mein Herr. Wenn mir die Kunden dabei nur ein bisschen entgegenkommen.
00:03:27So, jetzt können Sie aussuchen. Aber denken Sie bitte dran, dass die Sachen, die Sie nicht kaufen, noch andere Kunden tragen müssen.
00:03:31Vielen Dank.
00:04:01Wir sind kundenfrei.
00:04:28Wir auch gleich.
00:04:29Nochmals vielen Dank und schönen Feierabend.
00:04:35Danke, gleichfalls.
00:04:38Kunden frei.
00:04:59Ach, also ich verrechne mich aber auch andauernd.
00:05:12Manchmal denke ich, ich schaffe das nie.
00:05:14Abendabrechnung ist anstrengender als den ganzen Tag verkaufen.
00:05:16Ach, das lernst du auch noch. Das haben wir alle gelernt.
00:05:19Rechne doch mal nach.
00:05:20Dann gucken wir uns dein Kram zusammen an.
00:05:21Das Kleid kann auch in den Verkauf zurück. Wir heben uns der Kundin schon drei Tage länger auf als verabredet.
00:05:27Wisst ihr, wie die heißt?
00:05:32Lisa Schmeckebier?
00:05:36Möchtet ihr Schmeckebier heißen?
00:05:37Auf keinen Fall, Lisa.
00:05:39Daher könnt ihr nicht ein bisschen leiser sein. Ihr wollt schließlich auch nach Hause.
00:05:43Entschuldige mich. Ich wusste nicht, dass du heute sein Kindlis bist.
00:05:46Wer hat in meiner Ecke einen Anzug verkauft und den leeren Bügel zurückgehängt?
00:05:59Du spinnst wohl, Flora. Von uns hängt doch keiner leere Bügel in die Träger zurück.
00:06:03Aber er hängt drin. Und der Anzug ist weg. Einer von den fünf Roten.
00:06:08Der gleiche, den sich Sonja gekauft hat?
00:06:10Der gleiche.
00:06:11Das gibt's doch nicht.
00:06:12Also mach keinen Quatsch und sag mir, wer in meiner Ecke bedient hat.
00:06:15Ich hab bei dir bedient, als du nicht da warst.
00:06:18Ja, ich war einkaufen. Wie üblich.
00:06:20Mensch, du kannst aber auch nicht mitten in der Arbeitszeit einkaufen gehen, wo wir sowieso schon unterbesetzt sind.
00:06:24Ja, kannst du mir sagen, wann ich das sonst machen soll?
00:06:27Wenn wir schließen, dann schließen die anderen Geschäfte auch.
00:06:29Ja, der muss eben mal deinen Mann.
00:06:30Ja, mein Mann. Der ist auf Montage. Und wenn ich nach Hause komme, warten drei Jörn auf mich.
00:06:36Versuch schon immer, die verkaufsame Zeit abzupassen.
00:06:38Und ausgerechnet der gleiche Anzug, der dir auch so gut gefallen hat, Flora.
00:06:41Was wirst denn du damit sagen?
00:06:45Ich will überhaupt nichts sagen, aber es ist ulkig, dass gerade dann, wenn du weg bist, aus deiner Ecke was verschwindet.
00:06:50Ach, und in deiner Ecke ist auch schon mal was verschwunden. Und sogar als du damals...
00:06:54Ach, nur hört auf, euch zu streiten.
00:06:57Vielleicht kommt's noch so weit, dass wir uns gegenseitig beschuldigen.
00:07:00Lass mich doch nicht beschuldigen.
00:07:01Ich möchte selbst gern wissen, wer herklaut.
00:07:03Also, wenn ihr mich fragt, den roten Anzug kann nur die Blonde gestohlen haben, die ich bedient habe.
00:07:10Der Anzug hat ja gepasst, wie angegossen. Ich hab gedacht, der ist verkauft.
00:07:14Die hat sich vom Spiegel geziert wie ein Pfau.
00:07:16Die hat nur sehen wollen, ob er ja passt, bevor sie ihn klaut.
00:07:18Genau. Aber die erkenne ich wieder.
00:07:22Ich glaube, ich hab die sogar schon mal bei uns gesehen.
00:07:25Das hilft uns aber sehr weiter.
00:07:26Vielleicht doch.
00:07:27Na, jedenfalls ist der Anzug weg und deine Blonde auch.
00:07:31Und wir werden's an der Prämie merken.
00:07:34Kommt davon, wenn die lieben Kolleginnen während der Arbeitszeit ihre Schinkenbrötchen einkommen.
00:07:37Hör jetzt auf, Ilse!
00:07:40Hast du überhaupt schon mal deine Wüthische kontrolliert?
00:07:42Wann denn?
00:07:43Ja, dann geh raus und tu's. Wir wollen nämlich alle nach Hause.
00:07:46Leute, ich bin fertig.
00:07:48Hier, ich hab dreimal nachgerechnet. Stimmt jetzt alles.
00:07:52Du hast vielleicht ein sonniges Gemüt, Seelchen. Nichts stimmt hier.
00:07:56Was ist denn los?
00:07:56Ach, lass dir das von Flora erklären.
00:07:59Ich versuch nur mal, Genossen Schurmer zu erreichen.
00:08:01Der Diebstahl muss zu Protokoll.
00:08:06Diebstahl?
00:08:07War das eben nötig, Ilse.
00:08:10Solche Diskussionen vergiften unser Klima und uns auch.
00:08:12Flora wird's überstehen.
00:08:14Wenn wir so weitermachen, sind wir bald kein Kollektiv mehr,
00:08:16sondern eine Gruppe giftiger alter Schachtel.
00:08:18Schön, zwar blöd von mir, ich geb's zu.
00:08:24Hat dich dein Langer gestern Abend versetzt?
00:08:26Hm?
00:08:27Wieso?
00:08:28Nun, immer wenn's mit euch beiden nicht stimmt,
00:08:30hast du am nächsten Tag schlechte Laune.
00:08:34Ich kann eben nicht aus meiner Haut.
00:08:35Ja, er hat mich versetzt.
00:08:37Ich hätte den Kerl ja schon längst zum Mond geschossen,
00:08:39aber ich mag ihn eben.
00:08:41Und das Theater hier mit den Wühltischen
00:08:43kann er ihn auch auf die Palme bringen.
00:08:44Wann schaffen wir die endlich wieder ab?
00:08:45Die Wühltische bleiben.
00:08:46Seit wir sie haben, haben wir auch viel mehr verkauft.
00:08:49Die Leute wollen immer herumsuchen
00:08:50und kramen wie zu Hause in ihren Kisten.
00:08:52Dann mach mal.
00:08:59Und Klauen.
00:09:01Fehlt bei dir auch was?
00:09:03Zwei Pullis, soweit ich's übersehe.
00:09:05Mensch, das darf doch nicht wahr sein.
00:09:08Von diesem Posten hier, ja?
00:09:10Na ja, wenn ich jetzt ill sehe...
00:09:11Na Gott, ich hab doch vorhin gesagt,
00:09:12dass es blöd von mir war.
00:09:14Ich werd mich bei Flora entschuldigen.
00:09:15Mach das.
00:09:17Und überprüft das hier nochmal genau.
00:09:24Es gibt nur zwei Möglichkeiten.
00:09:27Entweder wir bauen die Abteilung um
00:09:29oder wir brauchen mehr Verkaufspersonal.
00:09:33Da werden wir wohl eher umstellen müssen.
00:09:37Sie haben doch schon eine Vorstellung.
00:09:41Mein Mann hat mir mal,
00:09:42so aus Jux, die Abteilung umgestellt.
00:09:44Was er da aufgezeichnet hat,
00:09:46das war gar nicht so übel.
00:09:47Vor allen Dingen viel übersichtlicher,
00:09:48als es jetzt ist.
00:09:49Das wär für uns schon ne große Erleichterung.
00:09:51Na ja, warum nicht?
00:09:52Besprechen Sie das mal mit Ihren Mädchen.
00:09:54Ja.
00:09:55Im Augenblick sehen die in jeder Ecke weiße Mäuse.
00:09:57Sie hätten einen guten Kriminalisten abgeben können.
00:10:10Da will ich ihn lieber nicht ins Handwerk fischen.
00:10:12Nein, nein, im Ernst.
00:10:13Eine auffällig blonde Dame,
00:10:14betont elegant gekleidet,
00:10:16Mitte 30.
00:10:17Die Konfektionsgröße 88.
00:10:19Muttermal hinterm rechten Ohr.
00:10:21Und schöne Beine.
00:10:22Sehr schöne Beine sogar.
00:10:24Normalerweise gucken da bloß die Männer her.
00:10:27Haben Sie ne Ahnung von Frauen?
00:10:29Mein Mann sagt immer,
00:10:30Frauen ziehen sich schön an,
00:10:31nicht um den Männern zu gefallen,
00:10:32um andere Frauen zu ärgern.
00:10:34Hat er vielleicht gar nicht so sehr Unrecht.
00:10:35Nee, nee.
00:10:36Sie haben die Dame schon gut beobachtet.
00:10:38Ja, leider in der Kabine,
00:10:39nicht im Verkaufsraum.
00:10:40Auf jeden Fall haben wir erst mal
00:10:42Ihre Anzeige gegen Unbekannt.
00:10:43Ich kann jetzt mit den Ermittlungen beginnen
00:10:45und den anderen Verkaufsstellen nachfragen,
00:10:46ob eine Person,
00:10:47auf die Ihre Beschreibung zutrifft,
00:10:49angefallen ist.
00:10:49Die bringe ich Ihnen bestimmt.
00:10:52Und die genaue Aufstellung
00:10:53über die Fehlmenge an den Wühltischen
00:10:54geben Sie mir morgen früh, ja?
00:10:56Vielleicht bringen Sie den Entwurf
00:10:57von Ihrem Mann mal mit.
00:10:58Ja, ja, mach mal.
00:11:04Also, wenn ihr mich fragt,
00:11:05ich kann mir nie vorstellen,
00:11:07dass einer klaut.
00:11:07Und ich frage mich immer,
00:11:09wer die Pulle ist heute.
00:11:12Leute,
00:11:13wir müssten endlich mal
00:11:15unseren Mann in Grau
00:11:16unter die Lupe nehmen.
00:11:17Der drückte sich heute
00:11:18auch wieder an den Wühltischen rum.
00:11:20Diese komische,
00:11:21harmlose Nudel.
00:11:22Habt ihr gesehen,
00:11:23wie der sich heute
00:11:23so einen Pulli von Bauch gehalten hat?
00:11:25Ich hätte mir echt glatt hinsetzen können.
00:11:27Ich halte den schon lange
00:11:28für einen,
00:11:29der uns beklaut.
00:11:31Ah ja,
00:11:31ihr wisst ja immer alles besser.
00:11:34Leute,
00:11:35jeden zweiten,
00:11:35dritten Tag ist er hier,
00:11:36aber der hat noch nie was gekauft.
00:11:38Er wird doch weiter
00:11:38jeden zweiten,
00:11:39dritten Tag hier sein
00:11:40und auch da nichts kaufen.
00:11:41Das ist eben so ein Tick.
00:11:43Der wandert aus
00:11:43Spaß oder Zeit,
00:11:45vertreibt durchs ganze Haus.
00:11:46Und unterhält sich
00:11:47mit den Verkäuferinnen.
00:11:48Und zwar sehr höflich,
00:11:50das muss ich sagen.
00:11:51Der ist doch ein bisschen schrullig.
00:11:53Ja,
00:11:53seine Schrulligkeit ist Masche.
00:11:55Der ist schrullig,
00:11:56Karin.
00:11:57Vielleicht spricht er gern Frauen an,
00:11:59sowas gibt's doch.
00:12:00Auf der Straße kann er das nicht,
00:12:01da zeigen sie ihm einen Vogel
00:12:02oder rufen die Polizei.
00:12:04Als Verkäuferin
00:12:04musste ihm antworten.
00:12:05Ach,
00:12:06ich hatte ihn noch nie angesprochen.
00:12:08Und was soll die große Reisetasche,
00:12:11die hier laufen
00:12:12mit sich rumschleppen?
00:12:13Die gehört zum Tick.
00:12:14Damit macht er sich wichtig.
00:12:15So,
00:12:15das ist wir geschafft.
00:12:17Fehlt der dir noch mehr?
00:12:19Es ist dabei geblieben,
00:12:20zwei Pullis.
00:12:22Unser Seelchen hat eben
00:12:22den großen Dieb des Hauses entdeckt.
00:12:24Der Mann in Grau.
00:12:25Ach,
00:12:26Karin,
00:12:27du hier mal.
00:12:27Ja,
00:12:27natürlich,
00:12:28du glaubst mir auch nicht.
00:12:28Ich bin ja bloß ein Kindskopf.
00:12:30Ich find ja prima,
00:12:31dass du dir Gedanken machst,
00:12:32aber den halt ich
00:12:33nun wirklich für harmlos.
00:12:34Also Leute,
00:12:35ich muss nach Hause,
00:12:35meine Kinder warten.
00:12:36Mir reicht's auch für heute.
00:12:38Warte,
00:12:38Flora,
00:12:38ich komm gleich mit.
00:12:39Ja.
00:12:42Hast du die Theaterkarte
00:12:43für Sonnabend bestellt?
00:12:44Tja,
00:12:45ja,
00:12:45bestellt,
00:12:46abgeholt,
00:12:47zu Hause vergessen.
00:12:49Mein langer Held
00:12:49nicht viel vom Theater.
00:12:50Von Opa schon gar nichts.
00:12:52Ey,
00:12:52ey,
00:12:52ey,
00:12:53ey,
00:12:53dass der mir nicht abspringt.
00:12:55Die Karten müssen
00:12:56er so und so bezahlen.
00:12:57Ja,
00:12:57ja,
00:12:58tschüss.
00:12:59Tschüss.
00:13:01Was machst du denn
00:13:02heute Abend?
00:13:04Ich weiß nicht.
00:13:06Komm mal mit zu mir.
00:13:09Ja,
00:13:09wirklich?
00:13:10Mhm.
00:13:11Ja,
00:13:12da kann ich ja endlich
00:13:13mal deine Wunderküche sehen.
00:13:30Frau Seifert.
00:13:31Herr Richter,
00:13:31Nanu,
00:13:32kommen Sie herein?
00:13:33Nein,
00:13:33nein, nein,
00:13:34ich möchte da gar nichts stören.
00:13:35Sie hatten mir doch
00:13:37neulich mal erzählt,
00:13:39dass Ihre Enkelin
00:13:40gern mal so eine schicke Hose hätte.
00:13:43Erinnern Sie sich noch?
00:13:43Ja,
00:13:44das stimmt.
00:13:45Meine Nichte
00:13:46hat sich eine gekauft.
00:13:48Sie denkt immer wunder,
00:13:49wie schlank sie ist.
00:13:51Ja,
00:13:51und dann musste sie feststellen,
00:13:52dass ihr die Hosen
00:13:53gar nicht passen.
00:13:55Ja,
00:13:55und da dachte ich,
00:13:56vielleicht passen Sie
00:13:57Ihrer Enkelin.
00:13:58Dann kommen Sie doch rein.
00:13:59Ja,
00:14:00ist denn Ihre Enkelin
00:14:00gar nicht da?
00:14:01Doch,
00:14:01natürlich.
00:14:02Evelyn,
00:14:03Evelyn.
00:14:04Ja,
00:14:05doch.
00:14:06Ist denn oben?
00:14:07Herr Richter hat so ein paar Hosen,
00:14:09nachdem du so verrückt bist.
00:14:15Nein,
00:14:15zeigen Sie her.
00:14:17Mensch,
00:14:17das ist ja ein Ding.
00:14:18Und die sollen für mich sein?
00:14:20Ja,
00:14:20wenn sie Ihnen passen.
00:14:22Was sollen sie denn kosten?
00:14:24Na,
00:14:24der Preis steht dran.
00:14:26Da ist das Schild.
00:14:28Meine Schwester sagt,
00:14:29ich könnte ruhig um 10 Mark runtergehen,
00:14:32auch wenn sie noch nicht getragen ist.
00:14:34Schließlich ist es ja ein Zweitverkauf.
00:14:37Im Laden hätte ich das auch bezahlen müssen.
00:14:41Ey,
00:14:41das fetzt.
00:14:42Die sitzen wie eine zweite Haut,
00:14:44was?
00:14:45Ja,
00:14:46da hätte ich noch was.
00:14:49War meine Nichte auch zu klein?
00:14:51Sehr preiswert.
00:14:54Importware.
00:14:54Und das für 35 Mark?
00:15:02Evelyn,
00:15:03kannst du dich nicht drinnen umziehen?
00:15:05Man sieht doch nichts.
00:15:06Am Strand
00:15:07laufe ich doch auch immer so herum.
00:15:08Am Strand.
00:15:09Den nehme ich auch,
00:15:19Herr Richter.
00:15:20Ihre Nichte sollte sich noch mehr kaufen,
00:15:22was ihr nicht passt.
00:15:24Und bloß,
00:15:25weil du zu faul bist,
00:15:26selber ins Kaufhaus zu laufen.
00:15:27Aber Omi,
00:15:28da kann man manchmal 10 Mal laufen
00:15:30und finde doch nichts.
00:15:31Moment,
00:15:32Herr Richter.
00:15:33Ach,
00:15:33was macht man bloß mit dem jungen Gemüse?
00:15:35Mal sind sie so selbstständig,
00:15:37wie wir in ihrem Alter nicht mal zu träumen wagten.
00:15:40Und manchmal kommen sie direkt aus den Windeln.
00:15:43Ich habe nach dem Preisschildern gerechnet.
00:15:46Dankeschön.
00:15:49Meine Schwester wird sich sehr freuen,
00:15:51dass sie keinen Verlust dabei hatte.
00:15:53Was ihr bloß an diesen Dingen findet.
00:15:55Na ja.
00:15:56Hosen mit Knöpfen vorn.
00:16:00Na jedenfalls,
00:16:01ich danke Ihnen recht schön, Herr Richter.
00:16:03Das war sehr aufmerksam von Ihnen.
00:16:04Aber ich bitte Sie,
00:16:05und das so guten Bekannten.
00:16:08Wiedersehen.
00:16:08Wiedersehen, Herr Richter.
00:16:11Wiedersehen.
00:16:12Wiedersehen.
00:16:13Und noch vielen Dank, Herr Richter.
00:16:25Mann, wie das duftet.
00:16:28Kann ich nicht anfassen.
00:16:30Du, ich habe Besuch mitgebracht.
00:16:31Kannst du dein Abendbrot strecken?
00:16:32Wie viel?
00:16:32Für eine einzige junge,
00:16:36hübsche Dame.
00:16:37Oh.
00:16:38Wer ist das denn?
00:16:42Ach, Karin.
00:16:44Endlich mal ein erfreulicher Abend.
00:16:46Guten Abend.
00:16:46Ich kann ja auch gehen.
00:16:48Und seit wann ist das so entgegenkommen?
00:16:51Ich höre bald.
00:16:52Ist das schön hier.
00:17:03Mensch, ist das hübsch.
00:17:06Und da soll ich weggehen.
00:17:08Ich will hier essen und nicht in der Fremde.
00:17:10Tu, sowas habe ich nur nie gesehen.
00:17:13Das hat Mane alles alleine gemacht.
00:17:15Was?
00:17:16Ja.
00:17:16Und da kochen sie auch noch?
00:17:20Ach.
00:17:22Ein bisschen.
00:17:23Sei nicht so bescheiden.
00:17:26Arbeiten und Kochen sind doch deine beiden Hobbys.
00:17:28Und Einkaufen.
00:17:31Ja, stimmt.
00:17:33Ich weiß schon nicht mehr, wie ein Fleischerladen von innen aussieht.
00:17:35Ja, du hast es gut.
00:17:36Wenn ich da an Flora denke.
00:17:37Ja, das stimmt.
00:17:38Und setz dich hin.
00:17:39Was gibt es denn mit Flora?
00:17:42Das vergisst man manchmal.
00:17:43Ach, so erzähle ich dir nachher.
00:17:45Sag uns lieber, was es zu essen gibt.
00:17:48Indische Linsensuppe, überbackenes à la Provence und Tarator-Salat.
00:17:55Das habe ich noch nie gegessen.
00:17:56Das ist bulgarisch.
00:17:58Gurken, Paprikaschoten, Knoblauch, natürlich Salz, Dill, Nüsse und saure Sahne.
00:18:03Das schmeckt.
00:18:04Fantastisch.
00:18:05Du, wie lange wird es noch dauern?
00:18:07Zehn Minuten.
00:18:09Zeig uns doch mal den Entwurf, den wir von unserer Abteilung gemacht haben.
00:18:13Oh ja.
00:18:14Ach, das alte Ding.
00:18:15Ja, Schirmer möchte ihn gerne sehen.
00:18:18Und die Mädchen auch.
00:18:25Du wirst sehen, der ist mindestens genauso fantastisch wie seine Küche.
00:18:28Vielleicht zeig mal her.
00:18:32So.
00:18:33Guck mal.
00:18:34Hier ist die Kasse, ja?
00:18:37Hier sind die umkleinen Kabinen.
00:18:41Naja, die Aufsteller müssten am besten so stehen, dass von dem Punkt, wo ihr euch am häufigsten aufhaltet,
00:18:48die Abteilung am besten übersehen werden kann.
00:18:50Naja, klar.
00:18:51Ja, oder ein anderer Vorschlag.
00:18:52Man könnte sie ringförmig anordnen.
00:18:57Dann könnten viele Warenträger, sagen wir mal, von der Kasse aus, durch Kontrollgeräte beobachtet werden.
00:19:02Ach, das ist ja toll.
00:19:03Mit Fernsehen.
00:19:06Tja, aber woher soll man das nehmen?
00:19:07Auch ohne Fernsehen ist die Sache viel übersichtlicher, als es jetzt ist.
00:19:11Das ist genau das, was wir brauchen.
00:19:12Naja, stimmt.
00:19:14Also der Vorschlag wird bestimmt angenommen.
00:19:16Meinen Sie?
00:19:17Ja, auch wenn ich mal gerade erst ausgelernt habe, aber sowas sieht man sofort.
00:19:21Sie, das war mal so eine Art Zeitvertreib für einen Abend, als Sonja Brigadeleiterin wurde.
00:19:28Ich sag's ehrlich.
00:19:28Bei einer Flasche Subrovka und hinterher hatten wir ein Mäckchen Schwipses.
00:19:33Ach.
00:19:33Übrigens, ich habe für Samstag nach dem Theater einen Tisch im Mäckischen Hof bestellt.
00:19:39Das ist schön.
00:19:41Wir werden tanzen, weinen oder Subrovka trinken und Karin bringt dir einen Freund mit, ja?
00:19:48Ich weiß nicht.
00:19:50Du, ich hab gar keine Mäckchen.
00:19:52Oh, da findet sich bestimmt einer.
00:19:54Da brauchst du nicht rot zu werden, Karin.
00:19:57Ach, rot.
00:19:58Sonjitschka, da könntest du gleich deinen neuen Hosenanzug einweihen.
00:20:01Den ziehe ich nicht an.
00:20:07Aha.
00:20:09Na ja, ich verstehe.
00:20:10Du hast ihn gekauft, um ihn nicht anzuziehen, hm?
00:20:15So einer ist heute bei uns gestohlen worden.
00:20:18Ich ziehe ihn erst wieder an, wenn ich die Blonde gefunden habe, die ihn geklaut hat.
00:20:23Na ja, ich find's ja fein, dass du so denkst.
00:20:26Aber meinst du nicht, dass du dir dann in Zukunft alles selber schneidern müsstest, hm?
00:20:29Du nimmst mich nicht ernst.
00:20:32Ach, im Gegenteil. Und wie ernst ich dich nehme.
00:20:35Ich werde die Frau wiedererkennen.
00:20:36Also, hier ist es so willig.
00:20:39Da ist so willig.
00:20:45Da steht dann was.
00:20:48Die Telefonnummer
00:21:18Alfred, das ist aber eine Überraschung.
00:21:35Ja, bitte, komm, tritt mir her.
00:21:38Ja, sag mal, willst du nicht ablegen?
00:21:40Danke.
00:21:48Das war es fein, dass du mich besuchst.
00:22:00Ja, doch bitte, setz dich doch.
00:22:06Danke.
00:22:18Hast du Hunger?
00:22:20Nein, danke, Vater.
00:22:25Ja, ich wollte bloß mal sehen, wie es dir so geht.
00:22:27Na ja?
00:22:29Bist lange nicht hier gewesen.
00:22:32Zwei Monate.
00:22:36Wir machen Überstunden.
00:22:38Na ja.
00:22:41Von Mutter soll ich dich auch schön grüßen.
00:22:45So?
00:22:45Hast du mich immer noch grüßen lässt?
00:22:49Sie macht sich sogar immer noch Sorgen um dich.
00:22:51Sie hat sich aber keine gemacht, als sie sich von mir scheiden ließ.
00:22:53Wollen wir immer wieder mit den alten Geschichten anfangen?
00:22:55Ja, ich weiß, ich weiß.
00:22:57Ihr wollt nichts davon hören.
00:22:58Du nicht und deine Mutter nicht.
00:23:00Ja, wir wollen tatsächlich nichts mehr davon hören.
00:23:04Ihr wollt einfach die Schwierigkeiten vergessen,
00:23:07die ich durch die Scheidung bekam.
00:23:10Also, Vater, nicht wir haben dich in Schwierigkeiten gebracht,
00:23:14sondern du, Mutter.
00:23:15Ja, ja, ich trauge ja nichts.
00:23:16Ich kann ja nichts.
00:23:17Ich hab ja überall Schiffbruch erleden.
00:23:25Dabei
00:23:26hätte ich Bäume für deine Mutter ausgerissen.
00:23:31Ganze Wälder.
00:23:34An bloßen Händen hätte ich die Erde für sie umgegaben.
00:23:36Du hast es aber nicht getan.
00:23:38Na, weil sie es nicht gewollt hat.
00:23:41Weil sie in all meiner Arbeit Unrat witterte.
00:23:43Weil sie mich für eine Braune erzählte.
00:23:45Lass uns doch endlich davon aufhören, Vater.
00:23:46Sonst hab ich eines Tages überhaupt keine Lust mehr herzukommen.
00:23:52Ja, schön.
00:23:56Ich werde die Wahrheit für mich behalten, bitte.
00:23:59Bitte.
00:23:59Aber ihr werdet noch staunen.
00:24:06Ich arbeite nämlich jetzt wie ein Pferd.
00:24:09Ja, wie ein Pferd.
00:24:10In ein paar Monaten
00:24:14kaufe ich mir ein Grundstück an Bieter draußen
00:24:18mit einem kleinen Häuschen drauf
00:24:19für meine alten Tage.
00:24:21Und Wald.
00:24:23Und Wasser.
00:24:25Du hast doch wieder bloß Spinnen, Vater.
00:24:28Spinnen?
00:24:29Den Vertrag unterschreibe ich schon nächste Woche.
00:24:32Und wo willst du das Geld dafür hernehmen?
00:24:36Aber ich sage doch,
00:24:39ich arbeite
00:24:41und ich verdiene gut.
00:24:44Und wo?
00:24:45Aber das ist doch völlig uninteressant.
00:24:50Also wieder bloß Angabe.
00:24:53Ach, Vater, lass doch bloß die Aufschneidereien.
00:24:58Du?
00:24:58Ich kaufe dir auf der Stelle ein Motorrad.
00:25:05Ist ja gut, Vater.
00:25:09Na ja, ich freue mich,
00:25:10dass es dir endlich besser geht.
00:25:12Behalte mal dein Geld.
00:25:14Und ein Motorrad habe ich doch.
00:25:15Ich verdiene gut auf dem Bau.
00:25:16So, ja.
00:25:18Gefällt es dir denn dort?
00:25:19Ja, macht mir Spaß.
00:25:23Bauarbeiter.
00:25:25Du bist denn schon ein Bauarbeiter?
00:25:28Du hättest der Arzt werden können.
00:25:31Der Professor,
00:25:32der Leiter eines Krankenhauses,
00:25:34wenn deine Mutter bei mir geblieben wäre.
00:25:36Ich bin aber Bauarbeiter.
00:25:38Und ich werde meinen Meister machen.
00:25:40Was ist ein Meister?
00:25:43Und was ist ein Arzt?
00:25:45Ja, Ärzte werden gebraucht,
00:25:46Bauarbeiter aber auch.
00:25:47Und ich bin eben Bauarbeiter.
00:25:53Gut.
00:25:54Reden wir nicht mehr drüber.
00:26:04Komm mit in die Küche.
00:26:07Gibt Enten klein mit Reis.
00:26:11Wer von euch beiden wird mir denn nun sagen,
00:26:13warum ihr das hier gestohlen habt?
00:26:15Dazu fehlt euch also der Mut.
00:26:23Habt ihr das schon öfter gemacht?
00:26:25Es war das erste Mal.
00:26:28Das soll ich glauben?
00:26:32Und du, Achim?
00:26:34Einmal schon,
00:26:34aber nur Kaugummis.
00:26:36Ah.
00:26:37Nur Kaugummis.
00:26:39Und heute Kaugummis
00:26:40und einen Füllfederhalter.
00:26:41Und keiner von euch
00:26:52kann mir sagen,
00:26:53warum er das tut.
00:26:54Weil.
00:26:55Halt den Rand.
00:26:56Ich bin doch nicht blöd, Achim.
00:26:57Ich sag jetzt alles.
00:26:59Dann kriegst du doch die Dresche alleine.
00:27:00Moment, Dresche.
00:27:02Jetzt raus mit der Schwache, Jan.
00:27:06Manne, was ein Freund von uns ist,
00:27:07schickt immer andere,
00:27:08wenn er das braucht.
00:27:09Und wer nicht mitgeht
00:27:10oder nichts mitbringt,
00:27:11ist ein Feigling.
00:27:12Stimmt doch.
00:27:13Nee, gar nicht.
00:27:14Manne ist selber Feigling.
00:27:16Der kann bloß kräftig zuhauen.
00:27:18Seinen Füller hat er nämlich vermanscht.
00:27:20Da kriegt er zu Hause eine Abreibe.
00:27:23Und damit's bei ihm keiner merkt,
00:27:25sollten wir einen Roten klauen.
00:27:27Hm.
00:27:28Ist ein dufter Freund, nicht?
00:27:30Alle Achtung.
00:27:33Und die Kaugummis,
00:27:34sind die auch für ihn?
00:27:36Die sind für uns alle.
00:27:39Habt ihr eigentlich mal drüber nachgedacht,
00:27:42dass ihr uns alle
00:27:44und damit auch euch selbst bestehlt?
00:27:47Die paar Groschen.
00:27:48Wenn uns keiner erwischt,
00:27:49fällt das überhaupt nicht auf.
00:27:54Die Kaugummis
00:27:55und der Füllfederhalter
00:27:56kosten zusammen
00:27:57sieben Mark zwanzig.
00:27:59Im Durchschnitt
00:27:59kaufen wir uns täglich
00:28:00zwölftausend vierhundert Leute ein.
00:28:04Wenn dabei jeder so denken wollte wie ihr,
00:28:06dann...
00:28:07Wisst ihr was?
00:28:09Schreibt euch das mal auf.
00:28:12Und rechnet zu Hause genau aus,
00:28:15was uns da pro Tag fehlen würde.
00:28:22Sagen wir
00:28:23zwölftausend
00:28:25389
00:28:27mal sieben Mark zwanzig.
00:28:32Und das Ergebnis bringt ihr mehr, klar?
00:28:33Hm.
00:28:35Und was machen Sie mit uns?
00:28:38Den Diebstahl muss ich der Schule melden
00:28:40und euer Klassenlehrer
00:28:41wird sich dann mit euren Eltern verständigen.
00:28:43Manometer.
00:28:44Ja, habt ihr was anderes erwartet?
00:28:47Passt mal auf.
00:28:49Ich mach euch einen Vorschlag,
00:28:51durch den ihr am besten beweisen könnt,
00:28:53dass ihr keine Feiglinge seid.
00:28:54Ihr geht jetzt nach Hause
00:28:56und sagt euren Eltern,
00:28:57was ihr angestellt habt.
00:28:59Aber sagt ihnen alles.
00:29:01Und morgen früh geht ihr gleich
00:29:02zu eurem Klassenlehrer
00:29:03und sagt es ihm auch.
00:29:04Die erfahren das sowieso.
00:29:06Aber vielleicht können wir dadurch
00:29:07mildernde Umstände für euch erreichen.
00:29:10Und zu meinem Nachhause
00:29:11fahr ich gleich selber.
00:29:12Einverstanden?
00:29:14Schreibt mir mal seine Adresse auf.
00:29:19Ja?
00:29:21Ach, störe ich?
00:29:22Nein, wir sind gleichwertig.
00:29:23Kommen Sie rein, Frau Bertolt.
00:29:24So, das wäre erledigt.
00:29:35Ihr könnt euch jetzt nach Hause scheren.
00:29:37Ja.
00:29:37Und macht, was ich euch gesagt habe.
00:29:39Wiedersehen.
00:29:39Wiedersehen.
00:29:40Wiedersehen.
00:29:46Und eure Rechenkünste sehe ich bald, ja?
00:29:48Ja.
00:29:48Ja.
00:29:49Ja.
00:29:49Ja.
00:29:49Ja.
00:29:54Hoffentlich bringen Sie mir
00:29:55nicht auch noch solche Kandidaten.
00:29:56Nee, nee.
00:29:57Ich wollte mich nur nach
00:29:58unseren Vorschlägen erkundigen.
00:30:00Tja.
00:30:01Ihr Plan hat gefallen.
00:30:03Man hat Ihre Abteilung
00:30:04wieder mal mächtig gelobt.
00:30:05Also bauen wir um.
00:30:10Ihre Abteilung wird
00:30:11auf Fernsehkontrolle umgestellt.
00:30:12Das ist ja prima.
00:30:13Davon ist unser Vorschlag ja eigentlich ausgegangen.
00:30:14Ja.
00:30:16Aber erst nächstes Jahr.
00:30:20Ach so.
00:30:21Hm.
00:30:23Aber eine bessere Übersicht im Verkaufsraum.
00:30:25Die müssten wir uns sofort schaffen.
00:30:27Bloß bedeutet das doppelten Umbau.
00:30:29Und doppelter Umbau, doppelte Kosten.
00:30:31Ach, ich hab meine Mädchen.
00:30:33Ich weiß, die wären bereit,
00:30:34nach Feierabend zuzupacken.
00:30:35Und von der Dekoabteilung
00:30:36würden wir auch jemanden kriegen.
00:30:37Sie glauben also wirklich,
00:30:39wir könnten das ohne
00:30:40zusätzliche finanzielle Mittel schaffen?
00:30:42Alles, was wir brauchen,
00:30:43ist die Zustimmung der Leitung.
00:30:44Und die müssen Sie uns beschaffen.
00:30:45So.
00:30:46Muss ich.
00:30:48Ja.
00:30:49Weil Sie als Kriminalist
00:30:50unseres Hauses
00:30:50die besten Argumente haben.
00:30:55So, von den Pullovern
00:30:56kann die ganze Sendung nach oben.
00:30:58Ja, ist gut.
00:31:00Von den Kostümen
00:31:01nur zehn Stück,
00:31:03da haben wir noch genug.
00:31:04Ich stell das gleich zusammen, Sonja.
00:31:05Ach so.
00:31:08So, Mädels.
00:31:09Das ist der letzte Posten für heute.
00:31:11Habt ihr schon quittiert?
00:31:12Also, Moment mal.
00:31:13So schnell geht's noch auch wieder nicht.
00:31:15Ich bin doch nicht mal
00:31:15mit dem Zählen fertig.
00:31:17Du, mach du mal hier weiter.
00:31:20Äh, gib mir mal.
00:31:21Ich mach die Mäntel.
00:31:21Gib mir mal den Zettel rüber.
00:31:22Hier.
00:31:27Gerauht wird hier nicht.
00:31:28Kleiner.
00:31:30Ja, dann mach doch ein bisschen hin.
00:31:31Ich will nicht ewig hier rumhocken.
00:31:33Der Mensch muss nämlich auch mal rauchen.
00:31:34Ja, und wir müssen alles überprüfen.
00:31:36Bei der Übernahme
00:31:37hab ich selber nachgeprüft.
00:31:39Moment mal.
00:31:40Ach, dieses ewige Zähle
00:31:41macht einen ganz schwach.
00:31:43Man kommt sich vor,
00:31:43als hätte man sich selbst was eingesteckt.
00:31:45Das geht doch nicht gegen Sie,
00:31:46aber Kontrolle muss sein.
00:31:47Nur, mir scheint,
00:31:47hier fehlt ein Damenmantel.
00:31:49Was?
00:31:50Nichts, ein Stück.
00:31:51Was meinen Sie,
00:31:51warum ich die Papiere unterschrieben habe?
00:31:53Und die Endkontrolle
00:31:54hat auch gegengezeichnet.
00:31:56Na, vielleicht hab ich mich verzählt.
00:31:57Ich zähl noch mal nach.
00:31:59Als Halbmann so vertrödelt.
00:32:03Frau Börthold.
00:32:04Tag.
00:32:04Kommen Sie bitte mal in die Schuhabteilung.
00:32:06Ich kann jetzt nicht.
00:32:06Ich hab Warnabnahme.
00:32:08Dann muss Frau Leupold
00:32:09eben eine Weile alleine weitermachen.
00:32:10Ich glaube,
00:32:10ich hab die Blonde entdeckt.
00:32:12Was?
00:32:12Ihre Beschreibung passt genau auf Sie.
00:32:19Bleiben Sie ruhig, Frau Börthold.
00:32:20Wir schauen uns die Dame mal aus der Nähe.
00:32:21Ja.
00:32:35Ruhe bewahren, Frau Börthold.
00:32:36Wir müssen Sie auch auf Warnform sehen.
00:32:38Kommen Sie.
00:32:48Also nicht?
00:32:49Nein.
00:32:51Aber sie hatte einen roten Hosenanzug an.
00:32:55Das war ein ganz anderes Rot.
00:32:57Die haben wir voriges Jahr verkauft,
00:32:5822 Stück.
00:32:59Donnerwetter,
00:33:00Sie haben ein erstaunliches Gedicht.
00:33:01Ja, deswegen weiß ich ja auch,
00:33:02dass es diese Dame nicht war.
00:33:03Naja, macht nichts.
00:33:04Wir werden sie schon noch finden.
00:33:06Diesmal war es eben Blinderalarm.
00:33:07Ja.
00:33:10Tja, Kollege.
00:33:12Es fehlt wirklich ein Mantel.
00:33:14Und zwar für 272 Mark.
00:33:17Ihr müsst doch wohl eine Maise haben.
00:33:18In meinem Betrieb ist das Zeug rausgegangen.
00:33:21Richtigkeit und Vollständigkeit ist bestätigt laut Protokoll.
00:33:25Wenn Sie bitte in der Liste nachsehen möchten...
00:33:26Ja, ich habe ja in der Liste nachgesehen.
00:33:28Da habe ich festgestellt,
00:33:29dass der Mantel auf dem Weg hierher verloren gegangen ist.
00:33:31Unter Ihrer Obhut, Kollege.
00:33:32Sie wollen doch nicht etwa behaupten,
00:33:33ich hätte ihn gestohlen.
00:33:34Na, habe ich das gesagt?
00:33:36Aber wenn Ihnen das lieber ist,
00:33:37dann rufe ich unseren Kriminalisten.
00:33:40Das war übrigens der Kollege,
00:33:41der eben meine Kollegin geholt hat.
00:33:43Der war Kriminalist?
00:33:44Der ist Kriminalist.
00:33:45Und ein guter sogar.
00:33:47Schockt mich überhaupt nicht, verehrte Kollege.
00:33:50Außerdem habe ich mir so einen anders vorgestellt.
00:33:52Mit Schalocomens Blick, was?
00:33:53Nee.
00:33:54Aus dem Märchenalter bin ich raus.
00:33:56Aber meinetwegen können Sie
00:33:57zehn von Ihren Kriminalisten holen.
00:33:59Bei mir fehlt nämlich nichts.
00:34:01Bei mir?
00:34:01Der fehlt ein Mantel.
00:34:02Das habe ich doch gesagt.
00:34:03Wissen Sie übrigens,
00:34:05wo der Fahrer vor Ihnen gelandet ist?
00:34:07Kunststück.
00:34:08Hat ja eine öffentliche Verhandlung
00:34:09in Betrieb gegeben.
00:34:10Zwei Jahre.
00:34:11Tja.
00:34:12Sollten Sie also wissen,
00:34:13wo der Mantel ist, dann...
00:34:15Also so nicht.
00:34:17Bei mir herrscht Ordnung und Sicherheit.
00:34:18Krumme Finger habe ich noch nie gemacht.
00:34:19Aber holen Sie doch Ihren Kriminalisten.
00:34:21Etwas nicht in Ordnung.
00:34:22Also der Mantel fehlt.
00:34:23Ich habe zweimal gezählt.
00:34:25Tja.
00:34:26Es wird im Protokoll vermerkt
00:34:27und der junge Mann unterschreibt.
00:34:29Ach, wenn wir immer schon zählen.
00:34:30Nein, nein, nein, nein.
00:34:31Es kann keiner fehlen.
00:34:33Im Wagen ist keiner an das Zeug rangekommen
00:34:34und hier habe ich es doch selbst verfrachtet.
00:34:36Wie soll denn da was wegkommen?
00:34:38Im Fahrstuhl ist der Mantel liegen geblieben.
00:34:40Ach.
00:34:41Wahrscheinlich kommt Riecher hier vor allem.
00:34:43Deshalb habe ich das Zeug kaum aus dem Fahrstuhl rausgekriegt.
00:34:46Sie haben ja das Leben gerettet, Meister.
00:34:47Tja, Kollege.
00:34:50Das ist eine schöne Ordnung und Sicherheit, nicht?
00:34:53Naja, wenn Sie den reinigen lassen und das sollte was kosten.
00:34:56Naja, jetzt ist ja alles in Ordnung.
00:34:57Jetzt stimmt das alles da.
00:34:59Können Sie Ihre Zigarette rauchen.
00:35:01Aber draußen, ja?
00:35:02Danke, vielen Dank.
00:35:02Danke, vielen Dank.
00:35:32Was darf's denn sein?
00:35:37Haben Sie aber hübsche Sachen heute, junge Frau?
00:35:40Also, wenn ich ein Mädchen wäre, würde ich mir sofort dieses Kleid kaufen.
00:35:46Dass Sie sich als Mann dafür interessieren?
00:35:49Ja, warum denn nicht?
00:35:50Ich möchte sogar eins kaufen.
00:35:52Ich kann mich nur nicht entscheiden, nehme ich nun dieses oder dieses.
00:35:58Aber welches gefällt mir?
00:36:00Ja, wem denn?
00:36:02Habe ich Ihnen das gar nicht gesagt?
00:36:03Dir meine Enkelin.
00:36:05Sie hat sich zum Geburtstag ein Kleid gewünscht.
00:36:08Aber wissen Sie, als Mann ist man nicht so firm.
00:36:12Ja, was gestern noch große Mode war, das lachen die heute aus?
00:36:16Ja, meine Große ist erst elf und hat da auch schon ihren eigenen Kopf.
00:36:19Ja, bei einer Elfjährigen, da kann man sich noch durchsetzen.
00:36:22Aber bei einer 18-Jährigen...
00:36:26Entschuldigen Sie mich einen Augenblick.
00:36:27Bloß einen Augenblick.
00:36:28Aber bitte, selbstverständlich.
00:36:30Natürlich.
00:36:31Natürlich.
00:36:31Natürlich.
00:36:31Natürlich.
00:36:31Natürlich.
00:36:31Natürlich.
00:36:31Natürlich.
00:36:31Natürlich.
00:36:31Natürlich.
00:36:33Ich weiß nicht, langsam kommt der mir wirklich komisch vor.
00:36:51Sag Sonja Bescheid.
00:36:56Na, haben Sie sich entschieden?
00:36:59Um es ehrlich zu sagen, meine Damen und Herren.
00:37:00Sie haben ja selbst gesagt, man kann den Geschmack der heutigen Guten nicht mitbestimmen.
00:37:07Das Beste wird sein, ich komme mit meiner Enkelin heute oder morgen nochmal vorbei.
00:37:12Sie muss sich das selbst aussuchen.
00:37:13Ja.
00:37:13Werden dann die Kleider noch da sein?
00:37:15Ja, genau können wir das nie sagen.
00:37:18Tja, kann man die nicht beiseite legen?
00:37:20Naja, für so kurze Zeit machen wir das schon.
00:37:23Spätestens morgen Abend komme ich dann vorbei.
00:37:25Ja, ich werde Sie in unsere Kabine hängen.
00:37:27Melden Sie sich dann bei mir.
00:37:29Sehr gerne.
00:37:30Verbindlichen Dank.
00:37:30Allerverbindlichsten Dank.
00:37:33Sagen Sie zu den Strumpfosen.
00:37:35So weiße, so farbige.
00:37:37Das ist doch da drüben.
00:37:38Ja, genau.
00:37:39Sie können gleich mitkommen.
00:37:40Danke.
00:37:45Du, Sonja.
00:37:46Der Mann hing raus wieder da.
00:37:49Na und?
00:37:50Ja, na, die Flora ist zu mir gekommen.
00:37:52Die findet ihn plötzlich auch verdächtig.
00:37:55Wenn Flora da schon sagt.
00:37:57Du.
00:37:57Du.
00:37:58Ich meine, wir müssten vielleicht eine Taschenkontrolle bei Ihnen durchführen.
00:38:02Ach, ich weiß nicht, Kari.
00:38:04Aber immer wenn bei uns was fehlte, da war auch eher eine Abteilung.
00:38:07Also schön, ich kann es mir zwar nicht vorstellen, aber machen wir eine Kontrolle.
00:38:12Gut.
00:38:12Wer soll es tun?
00:38:14Na, das müsstest du bestimmen.
00:38:15Du bist Brigadeleiterin.
00:38:16Flora.
00:38:17Flora, gut.
00:38:17Nein, Ilse.
00:38:18Ruf mal Ilse rein.
00:38:19Ist was?
00:38:25Hast du den Mann in Grau gesehen?
00:38:26Na, der ist doch nichts übersehen.
00:38:27Der ist bei Flora hinten.
00:38:28Wenn er die Abteilung verlässt, dann lässt du dir von ihm den Inhalt seiner Tasche zeigen.
00:38:32Ich?
00:38:34Du bist verrückt.
00:38:35Dazu bin ich völlig ungeeignet.
00:38:38Karin kann das bestimmt besser.
00:38:40Nee, nee, mit mir hat er sich noch nie unterhalten.
00:38:42Mit dir immer.
00:38:43Außerdem, ich stelle mich an die Treppe.
00:38:45Pass auf, als er tönen will.
00:38:46Du, Sonja, ich weiß wirklich nicht, ob ich sowas kann.
00:38:49Ich kann das ganz bestimmt nicht.
00:38:50Du, das müssen wir lernen.
00:38:52Leider.
00:38:52Auch wenn es unangenehm ist.
00:38:54Mensch, ich finde es idiotisch, unser Mann in Grau, diese Napsel.
00:38:56Diese Hom.
00:38:59Hier, bitteschön.
00:39:00Danke.
00:39:01Karin, der Graue geht jetzt.
00:39:03Bei mir hat er zwei Verstrumpfosen gekauft.
00:39:05Ja, ist gut.
00:39:07Einen Augenblick, bitte.
00:39:16Ja, guck mal, da ist er.
00:39:27Na los.
00:39:29Nun mach schon.
00:39:32Böse.
00:39:37Was ist denn los?
00:39:39Nee, ich kann das nicht.
00:39:42Entschuldigung.
00:39:42Ja, bitte.
00:39:44Bitte.
00:39:45Dürfte ich mal in Ihre Tasche sehen?
00:39:47Warum?
00:39:47Bei uns wird manchmal gestohlen, da machen wir ab und zu Taschenkontrollen.
00:39:51Bitte gehen Sie doch weiter.
00:39:52Gestohlen?
00:39:53Ja, gibt es denn das auch noch?
00:39:54Tja, leider, wenn ich jetzt mal darf.
00:39:55Ja, bitte.
00:39:56Ich kann Sie nicht hindern, wenn Sie Ihrer Pflicht nachkommen müssen.
00:39:59Das hier, das habe ich gerade bei Ihrer Kollegin bezahlt.
00:40:02Ja, das ist ein Paket für meine Schwester.
00:40:04Ich will es gerade zur Post bringen.
00:40:06Soll ich es auspacken?
00:40:07Natürlich nicht.
00:40:08Ist ja verschnürt.
00:40:10Entschuldigen Sie bitte.
00:40:11Aber bitte, gern geschehen.
00:40:13Ich finde es ausgezeichnet, wie Sie Ihrer Pflicht nachkommen.
00:40:16Tja, Wiedersehen.
00:40:27Was war denn die Lottenscheine?
00:40:29Nichts.
00:40:30Gar nichts.
00:40:31Die Strumpfhose.
00:40:32Die hat er bezahlt.
00:40:33Und ein verschnürtes Paket, das er zur Post bringen will.
00:40:36Na, das passt ja großartig.
00:40:47Wie nennen Sie?
00:40:48Tja, da braucht keine Naht, kein Zwickel verändert zu werden.
00:40:54Also von der Stange kriegen Sie es nicht besser.
00:40:57Was war denn da vorhin an der Treppe los?
00:40:59Eine kleine Taschenkontrolle.
00:41:02Ach, sowas machen Sie auch manchmal?
00:41:04Tja, muss leider sein.
00:41:06Also, die Farbe würde übrigens ausgezeichnet zu Ihrem Haar passen.
00:41:12Ich hatte mir eigentlich ganz was anderes vorgestellt.
00:41:14Und die ist hier, das sehe ich schon, das ist auch nicht das Richtige.
00:41:17Na ja, ich muss ja nicht unbedingt heute kaufen.
00:41:19Natürlich.
00:41:20Wir haben noch ein paar sehr schöne Kostüme am Lager, aber die kommen erst morgen raus.
00:41:23Na gut, dann komme ich morgen nochmal.
00:41:25Ich bin sowieso in der Nähe.
00:41:26Mhm, gut.
00:41:38Kommen Sie bitte mit rüber.
00:41:4058,30.
00:41:47Habe ich doch gleich gesagt, der Graue ist eine echte Naps, Ilse.
00:41:50Über dich sprechen wir noch, Ilse.
00:41:51Ich habe nicht gedacht, dass du so feige bist.
00:41:56Ich habe nicht gesagt, dass du so feige bist.
00:41:58Recht vielen Dank.
00:42:00Wiedersehen.
00:42:00Wiedersehen.
00:42:02Mach mal für mich weiter, da ist die Blonde.
00:42:04Ja hör mal, die ist doch eindeutig schwarz.
00:42:06Herr Oberleutnant, Herr Oberleutnant, wir haben Ihre Aufgabe ausgerechnet.
00:42:23Hat aber lange gedauert.
00:42:24Wir hatten einen Hausarrest.
00:42:25Aha. Und was habt Ihr rausgekriegt?
00:42:28Die Aufgabe lautete, die Durchschnittskundenzahl des Kaufhauses beträgt 12.389 Menschen.
00:42:39Der Wert der von uns gestohlenen Ware betrug 7,20 Mark.
00:42:43Wie viel würde dem Kaufhaus täglich verloren gehen, wenn jeder so viel klaute?
00:42:47Die Antwort lautet 89.200 Mark und 80 Pfennige.
00:42:51Hm, stimmt.
00:42:54Meint Ihr jetzt immer noch, das fällt nicht auf?
00:42:56Die paar Groschen, wie Du gesagt hast, Achim.
00:43:00So viel verdient mein Vater mal gerade in zehn Jahren.
00:43:04War schlimm zu Hause in der Schule, was?
00:43:06Ganz schön. Sehr.
00:43:09Na, hoffentlich merkt es Euch.
00:43:11Ich möchte Euch nämlich nicht nochmal in so einer Geschichte begegnen.
00:43:14Bestimmt nicht.
00:43:16Na, dann ab nach Hause.
00:43:17Auf Wiedersehen.
00:43:18Auf Wiedersehen.
00:43:26Das darf doch nicht wahr sein.
00:43:32Ein Kleid.
00:43:35Der Bügel war unter einem anderen Kleid versteckt.
00:43:39Die Blonde.
00:43:40Ne, ne, wenn Du die Schwarze meinst, die hat zwei Kostüme anprobiert.
00:43:44Die hat sie auch zurückgegeben.
00:43:46Es gibt nur einen, der das Kleid gestohlen haben könnte.
00:43:49Der Mann in Grau.
00:43:51Jetzt fängst Du auch noch an.
00:43:52Hier.
00:43:56Die hast Du doch für ihn zurückgehängt.
00:43:57Ja, natürlich.
00:43:59Und genauso eins ist ja auch verschwunden.
00:44:00Ja, denkst Du, ein Dieb lässt sich irgendwas zurückhängen?
00:44:04Das ist überhaupt nicht mehr, was Sie hier noch denken sollen.
00:44:07Merkwürdig.
00:44:09Zwei Wochen lang kein Diebstahl und kaum tauchen die beiden wieder auf, schon fehlt wieder was?
00:44:14Einer ist aufgetaucht, Sonja, einer.
00:44:16Der Mann in Grau und der hilft uns überhaupt nicht weiter.
00:44:18Und wenn Ihr mich für anstaltsreif haltet.
00:44:21Es waren beide hier.
00:44:23Die Blonde...
00:44:23Meine Güte, das wächst sich ja zum Tick bei Dir aus.
00:44:25Heute Nachmittag war es eine Schwarze.
00:44:27Die Blonde und der Mann in Grau.
00:44:30Also langsam kommt der mir wirklich unheimlich vor.
00:44:32Ihr seht ja Gespenster.
00:44:34Dann sehen wir eben welche.
00:44:35Ich verstehe immer weniger, dass nichts in seiner Tasche war.
00:44:42Der hat das bestimmt hinter Floras Rücken in Schuhkarton gesteckt,
00:44:45verpackt, verschnürt und Briefmarken draufgeklebt.
00:44:49Mensch, Ilse.
00:44:52Das Kleid kann wirklich in dem Paket gewesen sein.
00:44:54Ja, und die Adresse hat er auch noch draufgeschrieben.
00:44:56Nee, nee, du.
00:44:57Das war vielleicht gar kein echtes Paket, sondern irgend so'n...
00:45:00so'n Trick.
00:45:01Das gibt's so was.
00:45:02Trickdiebstahl.
00:45:03Und die Kaninchen kommen aus dem Zylinder.
00:45:05Du liest so viel Krimis, Seelchen.
00:45:07Du, wir müssen unbedingt mit Schau mal darüber sprechen.
00:45:11Das ist hoffnungslos mit euch.
00:45:15Mein Lange hat übrigens gefragt, wann wir wieder ins Theater gehen.
00:45:19Ach nee.
00:45:19Das kann doch ruhig wieder eine Oper sein.
00:45:21Und dass ihr noch einen Tisch bestellt hattet im Märkischen Hof,
00:45:24das hat ihm mächtig imponiert.
00:45:25Kicke, kicke.
00:45:27Du übrigens, dein junger Mann war sehr sympathisch, Karin.
00:45:29Meinst du es ehrlich?
00:45:30Ja.
00:45:31Das meinen wir alle.
00:45:32Vor allem war er höflich und möchte ich in dich verknallen.
00:45:34In der Höflichkeit könnte sich mein Lange eine ganz dicke Scheibe abschneiden.
00:45:37Na, lass mal den Künstler.
00:45:38Oh ja, guck mal Kinder.
00:45:39Ja, wie geht's.
00:45:40Die Blonde.
00:46:10Die Blonde.
00:46:40Hallo, geliebtes Weib.
00:47:08Bei euren Sitzungen mehrt ihr euch aber auch immer aus.
00:47:12Na hör mal.
00:47:13Ausgerechnet, wenn man dich braucht.
00:47:15Ich hab gedacht, heute würdest du mal was zum Abendbrot machen.
00:47:16Hm.
00:47:17Du musst sofort mit mir kommen.
00:47:18Zieh dich gar nicht erst aus.
00:47:19Ich hab die Blonde in dem roten Hosenanzug gesehen.
00:47:22Ich weiß jetzt, wo sie wohnt und wie sie heißt.
00:47:23Na und?
00:47:25Verstehst du denn das nicht?
00:47:26Na doch, ich versteh schon.
00:47:26Du möchtest, dass ich mit dir zu dieser Blonden gehe.
00:47:28Genau.
00:47:29Ja, genau das mache ich nicht.
00:47:32So.
00:47:35Dann geh ich zu Flora oder Karin.
00:47:36Die kommen bestimmt mit.
00:47:37Das bringst du fertig.
00:47:39So ein Blödsinn.
00:47:40Und ich habe gedacht, du würdest mir bestimmt helfen.
00:47:51Wenn du unbedingt darauf bestehst, dann gehe ich auch mit dir zu dieser Blonden.
00:47:55Bist du sicher, dass sie es wirklich war?
00:47:57Tja.
00:48:01Also stell dir vor, wir gehen jetzt dorthin, klingeln.
00:48:03Die Blonde öffnet die Tür.
00:48:04Wir sagen, entschuldigen Sie bitte, Sie haben den roten Hosenanzug gestohlen.
00:48:07Geben Sie es bitte zu.
00:48:08Was glaubst du, was die dann macht?
00:48:10Na, die wird ganz schön dumm aus der Wäsche gucken.
00:48:12Ach, die lacht uns aus, schlägt uns die Tür vor der Nase zu.
00:48:15Und wenn wir Pech haben, dann kriegen wir noch eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs.
00:48:18Ach, das gibt's doch gar nicht.
00:48:20Doch, Sonnitschka.
00:48:23Das gibt's.
00:48:27Nun, was soll ich denn jetzt machen?
00:48:41Du gehst morgen früh zu Schirmer.
00:48:43Der besorgt sich einen Hausdurchsuchungsbefehl und dann ist die ganze Sache gesetzlich.
00:48:57Guten Tag, Frau Poster.
00:49:04Ja?
00:49:05Dürfen wir Sie einen Augenblick sprechen?
00:49:07Worum handelt es sich denn?
00:49:09Oberleutnant Schirmer,
00:49:11ich habe eine Durchsuchungsanordnung.
00:49:13Ich habe nichts mit der Kriminalpolizei zu tun.
00:49:16Was sollen denn meine Kinder denken?
00:49:17Die müssen jeden Moment aus der Schule kommen.
00:49:20Nein, das muss ein Irrtum sein.
00:49:22Wie können Sie mich um diese Zeit zu überfallen?
00:49:24Ich habe auch noch gar nicht Ordnung gemacht.
00:49:25Eben, das wollen wir verhindern.
00:49:29Frau Poster, lassen Sie uns hin rein oder soll ich Gewalt anwenden?
00:49:33Bitte.
00:49:39Würden Sie mir bitte sagen, was Sie in meinem Schlafzimmer wollen?
00:49:42Sie sind verdächtigt, in unserem Warenhaus gestohlen zu haben.
00:49:48Ja, wollen Sie nicht aufmachen?
00:49:50Nein, ich erwarte niemanden.
00:49:52Dann gestatten Sie, dass ich, ja.
00:49:55Bitte?
00:49:56Ach, Sie kommen im richtigen Augenblick, Genosse Müller.
00:49:58Ich konnte leider nicht früher.
00:50:00Bitte kommen Sie rein.
00:50:03Und Oberleutnant Müller, Ihr Abikauf, kennen Sie ja.
00:50:07Tja, Frau Poster, jetzt möchte ich Sie bitten,
00:50:08dass Sie Ihren Kleiderschrank aufmachen.
00:50:11Ich denke nicht daran.
00:50:11Ja, das ist er.
00:50:28Genau.
00:50:30Sind Sie sicher?
00:50:30Ja, sicher kann man gar nicht.
00:50:31Seine selber Anzug, hinkt bei mir im Schrank.
00:50:33Nur nicht getragen.
00:50:37Wo haben Sie den Anzug her?
00:50:39Na, gekauft.
00:50:42Haben Sie noch einen Kassensattel?
00:50:44Natürlich nicht.
00:50:45Heben Sie sich sowas auf?
00:50:47Ja, meistens.
00:50:52Also, wo haben Sie den Anzug gekauft?
00:50:57Wo kann man hier schon was kaufen im Warenhaus?
00:50:59Bei wem?
00:51:00Bei so einer Eltern.
00:51:02Sie meinen Flora, aber anprobiert haben Sie ihn bei mir.
00:51:05Das weiß ich nicht mehr.
00:51:06Gut, wir machen morgen eine Gegenüberstellung mit Flora.
00:51:11Meinen Sie, die Verkäuferin kann sich daran noch erinnern?
00:51:13Also, haben Sie eine Ahnung, was für ein Gedächtnis Verkäuferinnen haben?
00:51:17Vielleicht.
00:51:19Vielleicht habe ich noch ganz woanders gekauft.
00:51:20In Berlin zum Beispiel.
00:51:21Frau Poster, wenn man irgendetwas, egal was, im Wert von 400 Mark kauft,
00:51:25dann weiß man doch noch, wo man das gekauft hat.
00:51:27Und Sie wissen es auch.
00:51:27Ich weiß es eben nicht mehr.
00:51:29Weil Sie ihn nicht gekauft, sondern gestohlen haben.
00:51:31Das erlauben Sie sich.
00:51:32Frau Berthold.
00:51:32Das ist doch wahr.
00:51:33Hinter die Wahrheit kommen wir schon noch.
00:51:34Also, können Sie sich erinnern, wo Sie den Anzug gekauft haben?
00:51:42Nein.
00:51:49Was ist denn hier los?
00:51:51Kriminalpolizei.
00:51:54Oberloch und Schirrmann.
00:51:57Wir machen Haussuchungen bei Ihnen.
00:51:59Was?
00:51:59Hier.
00:52:01Das ist die Durchsuchungsanordnung.
00:52:04Ich habe.
00:52:07Nehme an, dass Sie Herr Poster sind?
00:52:09Ja, hier bin ich allerdings.
00:52:11Das ist Frau Berthold, Frau Körner und Herr Landmann Müller.
00:52:15Es besteht der Verdacht, dass Ihre Frau diesen Hosenanzug im Kaufhaus gestohlen hat.
00:52:19Was denn?
00:52:19Das Ding da für 200 Mark?
00:52:21Der Anzug ist teurer, Herr Poster und Ihre Frau hat den bei uns nicht gekauft, sondern gestohlen.
00:52:26Und zwar in meine Abteilung.
00:52:28Nein.
00:52:28Doch.
00:52:30Das ist doch nicht wahr.
00:52:32Na, sag doch was, Luzi.
00:52:33Sie wissen doch, dass das wahr ist.
00:52:35Ja, aber warum denn, Luzi?
00:52:38Warum?
00:52:39Ja, jetzt fragst du, warum.
00:52:42Sonst hattest du bloß dein gutes Auto im Kopf.
00:52:44Jedes Wort hieß, sparen, sparen, sparen.
00:52:46Ob ich mal einen Wunsch hatte, danach hast du mich doch nie gefragt.
00:52:49Ja, also Moment mal, Moment mal, ja?
00:52:51Wer hat denn unbedingt dein Auto haben wollen?
00:52:53Ich oder du?
00:52:54Wer hat mir denn dauernd in den Ohren gelegen?
00:52:55Die Liebschers haben mein Auto, die Henses haben mein Auto, alle deine Kollegen, nur du nicht.
00:52:58Wie lange sparen Sie auf das Auto, Herr Poster?
00:53:01So richtig seit ungefähr zwei Jahren.
00:53:03Aber wir hatten vorher schon was auf der Kante.
00:53:05Nächstes Jahr sollte der Wagen kommen.
00:53:06Dann möchte ich Sie jetzt bitten, uns alle Sachen zu zeigen, die Ihre Frau in den letzten zweieinhalb Jahren erworben hat.
00:53:14Das machst du nicht, Axel.
00:53:22Das.
00:53:30Ja.
00:53:32Nein, das habe ich ihr gekauft.
00:53:34Im Warenhaus.
00:53:35Die Verkäuferin, das war so eine große...
00:53:37Ilse.
00:53:38Ja.
00:53:38Bei mir, sowas ist uns vor drei oder vier Monaten gestohlen worden.
00:53:42Ja, aber ich bitte Sie, 30 Mark.
00:53:4454, Herr Poster.
00:53:47Na ja, und das 108.
00:53:48Das ist nicht von uns, aber der Preis kann auch nicht stimmen.
00:53:50Das Doppelte, würde ich sagen.
00:53:52Warten Sie jetzt was für ein gutes Gedächtnis, Verkäuferinnen haben?
00:53:56Ich habe noch eine Frage.
00:53:57Tragen Sie manchmal eine Perücke?
00:53:59Eine Schwärze zum Beispiel?
00:54:01Ja, natürlich, wenn wir ins Theater gehen.
00:54:02Moment, die muss hier auch irgendwo sein.
00:54:07Wann bist du denn das letzte Mal mit mir im Theater gewesen?
00:54:10Vor einem Dreivierteljahr vielleicht.
00:54:12Und da auch, bloß weil es in deinem Kultur- und Bildungsplan stand.
00:54:14Gut, ich sage es klar.
00:54:14Was passiert denn jetzt?
00:54:21Wir beschlagnahmen den Hosenanzug und die Sachen, deren Herkunft uns unbekannt sind.
00:54:28Dazu müssen wir ein Beschlagnahmeprotokoll aufsetzen.
00:54:31Warum denn, Luzi?
00:54:37Warum?
00:54:38Ich hätte nie gedacht, dass ich dich so wenig kenne.
00:54:42Und das ist alles, was du sagst?
00:54:44Was soll ich denn sonst sagen?
00:54:46Na, dass ich jetzt vor Gericht komme.
00:54:49Das willst du nicht verhindern?
00:54:51Tja, Luzi.
00:54:52Das hättest du verhindern müssen.
00:54:54Ich möchte Ihnen, liebe Frau Berthold, aus zwei Gründen Danke sagen, ohne Staatsfeuer und Prämientag.
00:55:06Erstens, weil die von Ihnen und Ihrer Brigade so energisch durchgesetzten Umstellungen in Ihrer Abteilung Ihnen und uns helfen.
00:55:14Und zum anderen haben Sie durch Ihre Wachsamkeit eine Diebin gestellt, die sich inzwischen herausgestellt hat, nicht nur einen roten Hosenanzug gestohlen hat.
00:55:23Mensch, Sonja. Und ich dachte immer, du spinnst mit deiner Blonden.
00:55:27Na, ich am meisten. Entschuldige, Sonja.
00:55:30Man wird alt wie eine Kuh und lernt immer mehr dazu.
00:55:33Ich glaube, ich werde wohl doch mal in den Rand ein bisschen zurückschrauben müssen.
00:55:37Tja, ihr werdet eben langsam eine dufte Truppe, ne?
00:55:40Leute, der Graue ist wieder da. Ich lasse nicht aus den Augen, ja?
00:55:42Ja, gut. Frau Berthold, wir kürzen die Veranstaltung ab.
00:55:46Im Namen der Direktion und der deutschen Volkspolizei überreiche ich Ihnen diese Prämie nach Feierabend.
00:55:50Da warte ich Sie alle bei mir oben. Ich habe eine kleine Flasche kaltgestellt.
00:55:54Oh! Guck mal, nein.
00:56:12Sehr freundlich. Ja, ja. Wirklich sehr freundlich. Bitte.
00:56:19Bitte.
00:56:19Ein Moment, bitte. Ja, bitte.
00:56:35Kriminalpolizei. Darf ich bitte mal Ihre Tasche sehen?
00:56:38Schon wieder?
00:56:38Ja, bitte sehr. Wenn es unbedingt sein muss. Aber ich habe es sehr eilig. Ich muss das Paket noch zur Post bringen für meine Schwester.
00:56:53Bisschen mager, was?
00:56:55Ja.
00:56:59Kommen Sie bitte mit.
00:57:00Ich?
00:57:01Ja.
00:57:01Bitte.
00:57:12Früher oder später wird eben jeder Trick durchschaut, auch wenn sich mancher Täter für besonders raffiniert hält.
00:57:20Dennoch bleibt die Frage, ob schon alles getan wird, um solchen Dieben rechtzeitig auf die heimlichen Hände zu klopfen.
00:57:26Denn bestohlen wird ja nicht nur das einzelne Kaufhaus oder Verkaufskollektiv.
00:57:32Bestohlen werden wir alle.
00:57:34Immerhin erbeuten Diebe, die in Warenhäusern und Geschäften ihr Unwesen treiben, jährlich Waren im Werte von mehreren Millionen Mark.
00:57:44Nicht immer ist der Schaden so hoch wie im Falle von Richter und Poster.
00:57:49Denn die meisten Täter werden schon beim ersten oder zweiten Versuch gestellt.
00:57:53Dabei hängt der Schaden natürlich von der Art der entwendeten Dinge ab.
00:57:58Er beträgt im Durchschnitt bei Waren des täglichen Bedarfs zwischen 5 und 10 Mark, bei Industriewaren zwischen 10 und 50 Mark.
00:58:06Ich finde, wir sollten das Problem der Kundendiebstähle nicht aufbauschen, aber auch nicht verniedlichen.
00:58:16Bedenklich ist die Zahl solcher Rechtsbrecher, die jährlich in die Zehntausende geht.
00:58:21Und man glaube nicht etwa, dass die Minidiebe überwiegend Leute mit geringem Einkommen seien.
00:58:28Beim größten Teil dieser Rechtsverletzer spielen soziale Gründe überhaupt keine Rolle.
00:58:32Der durchschnittliche Ladendiebstahl gilt bei uns als Eigentumsverfehlung.
00:58:40Das ist weniger als eine Straftat, aber mehr als eine bloße Ordnungswidrigkeit.
00:58:47Wie etwa das falsche Parken eines Pkw.
00:58:50Bei der Eigentumsverfehlung darf der verursachte oder beabsichtigte Schaden den Betrag von 50 Mark nicht wesentlich übersteigen.
00:58:59Und es muss sich in der Regel um eine erstmalige Tat handeln.
00:59:05Bisher wurden Personen, die sich einer Eigentumsverfehlung schuldig machten,
00:59:08durch polizeiliche Strafverfügung und Geldbuße bis zu 150 Mark
00:59:12oder durch ein gesellschaftliches Gericht zur Verantwortung gezogen.
00:59:15Seit dem 1. April dieses Jahres ist es möglich, dass die Strafe der Tat direkt auf dem Fuße folgt.
00:59:24Grundlage hierfür ist die erste Durchführungsverordnung zum Einführungsgesetz des Strafgesetzbuchs vom 19. Dezember 1974.
00:59:32Sie gestattet es, dass dazu bevollmächtigte Mitarbeiter von Geschäften des sozialistischen Einzelhandels
00:59:38solche Rechtsverletzungen an Ort und Stelle ahnden.
00:59:42Das heißt, sie können vom Rechtsverletzer den Personalausweis verlangen
00:59:45und von ihm einen Betrag bis zum dreifachen Wert des verursachten oder beabsichtigten Schadens kassieren.
00:59:52Das heißt, mindestens fünf, jedoch höchstens 150 Mark.
00:59:57Natürlich wird über jeden Vorfall dieser Art die Volkspolizei nachträglich verständigt.
01:00:01Denn wenn einer wiederholt zum Langfinger wird, kommt er um ein Strafverfahren nicht mehr herum.
01:00:10Auch gegen Franz Richter, den Mann in Grau, sowie gegen Luzi Poster wurden selbstverständlich Ermittlungsverfahren eingeleitet.
01:00:18Beide hatten nicht nur größere Werte entwendet, sondern auch aus purer Bereicherungssucht gehandelt.
01:00:24Der vom angeklagten Richter nachweisbar verursachte Schaden betrug 4.500 Mark.
01:00:32Bei ihm fiel die raffinierte Begehungsweise strafverschärfend ins Gewicht.
01:00:38Luzi Poster hatte sich, wie die weiteren Ermittlungen ergaben,
01:00:42Waren im Werte von insgesamt 2.600 Mark ergaunert.
01:00:47Beide Angeklagten wurden wegen Diebstahls zum Nachteil sozialistischen Eigentums
01:00:51gemäß den Paragrafen 158 und 161 Strafgesetzbuch zur Verantwortung gezogen
01:00:57und zu Freiheitsstrafen verurteilt.
01:01:00Der angeklagte Richter erhielt ein Jahr und neun Monate Freiheitsentzug,
01:01:05die angeklagte Poster ein Jahr und drei Monate.
01:01:09Beide Straftäter wurden außerdem zum vollen Ersatz des Schadens verpflichtet.
01:01:15Das Bestrafen solcher Rechtsbrecher ist die eine Seite der Sache.
01:01:20Wichtiger noch erscheint mir, diesen Delikten wirksam vorzubeugen.
01:01:25Dort, wo Ordnung und Sicherheit, Disziplin und Gesetzlichkeit
01:01:29zur Atmosphäre einer Verkaufseinrichtung gehören,
01:01:32wird den Dieben das Leben schon wesentlich schwerer gemacht.
01:01:36Eine Frage, die vor allem in die Verantwortung der Leiter
01:01:39von Warenhäusern und Geschäften fällt.
01:01:40Aber auch der Kunde, der nicht blind durch ein Geschäft geht,
01:01:47kann den Aktionsradius der Langfinger einengen.
01:01:51Nicht wenige der Ladendiebe werden tatsächlich durch andere Kunden gestellt.
01:01:56Freilich, ein bisschen Mut gehört da schon dazu.
01:02:00Aber ihn finden wir ja auch, wenn es um unsere ganz persönlichen Rechte geht.
01:02:04Vielleicht, liebe Zuschauer, sollte der eine oder andere unter Ihnen
01:02:09beim Einkaufen demnächst mal durch eine andere Brille schauen.
01:02:14Guten Abend.