Inge Borkh, die am 26. August 2018 im Alter von 97 Jahren verstarb, war eine deutsche Opernsopranistin, die aufgrund ihrer schauspielerischen Ausbildung eine dynamische Darstellerin in Opern wie Beethovens "Fidelio", Richard Strauss' "Salome" und "Elektra" sowie Puccinis "Turandot" war. Geboren als Ingeborg Simon in Deutschland, zog sie mit ihrer Familie vor dem Zweiten Weltkrieg in die Schweiz und absolvierte eine Schauspiel- und Tanzausbildung in Wien, bevor sie in Mailand Gesang studierte. Sie gab ihr Operndebüt in Luzern und erlangte internationale Aufmerksamkeit, als sie in Menottis "Der Konsul" in Basel auftrat. 1952 wurde sie an die Deutsche Oper Berlin und die Bayerische Staatsoper engagiert und sang bei den Bayreuther Festspielen und beim Edinburgh Festival. Ihr amerikanisches Debüt gab sie 1953 in der Titelrolle von Richard Strauss' "Elektra" an der San Francisco Opera. 1958 debütierte sie in "Salome" an der Metropolitan Opera in New York und im Jahr darauf am Royal Opera House in London.
Bis zu ihrem Rückzug aus dem Operngeschäft im Jahr 1973 trat sie weltweit auf, obwohl sie mehrere Jahre lang in einer Kabarettshow mit dem Titel "Inge Borkh Sings Her Memoirs" auftrat. Im Jahr 1996 veröffentlichte sie eine Autobiografie mit dem Titel "Ich kann das Theater nicht abschütteln". Mehrere ihrer Aufnahmen wurden wiederveröffentlicht, darunter 'Strauss: Salome' (1993), 'Puccini: Turandot' (1993), 'Strauss: Elektra' (1997), 'Brahms: Die Schöne Magelone" (2004) und "Inge Borkh, Ljuba Welitsch: The Decca Recitals" (2015). 2003 erschien "Inge Borkh Rarities" und 2007 "Inge Borkh Arias". In ihrem Nachruf schrieb die New York Times, sie sei "eine Sopranistin, die mit aufregender Intensität einige der haarsträubendsten und beängstigendsten Rollen des Opernrepertoires verkörperte".