Patricia Kopatchinskaja wird oft als "die aufregendste Geigerin der Welt" und "das wilde Kind der Geige" bezeichnet. Dank ihres Sinns für Abenteuer und ihrer Vielseitigkeit hat sie mit vielen führenden Orchestern der Welt gespielt und dabei viel Beifall geerntet. Nach dem Motto "Es ist mein Plan, keinen Plan zu haben" hat die eigenwillige Geigerin die Konventionen und Grenzen der traditionellen Kammermusik gesprengt und sich einen Namen als barfüßiges, freigeistiges, wildes Kind der klassischen Welt gemacht.
Geboren in Chisnau, Moldawien, waren ihre Eltern beide Mitglieder des Joc Dance Ensemble, das mit der Volks- und Tanzmusik der Region durch den Ostblock tourte. Kopatchinskaja trat in die Fußstapfen ihrer Mutter und begann im Alter von sechs Jahren mit dem Geigenspiel, während sie bei ihrer Großmutter aufwuchs. Als die Familie nach Österreich umzog, spielten Kopatchinskaja und ihre Mutter in Restaurants, um das nötige Kleingeld zu verdienen. Im Alter von 17 Jahren erhielt sie ein Stipendium für ein Violin- und Kompositionsstudium an der Wiener Musikhochschule und gewann 2002 den Credit Suisse Young Artist Award. Der Preis war ein wichtiger Startpunkt für ihre Karriere, und dank früher Tourneen mit dem Klaviertrio von Irina Schnittke und Auftritten mit den Wiener Philharmonikern wurde sie als herausragende Solistin anerkannt. Obwohl sie von den Ikonen der klassischen Musik durchdrungen ist und für ihre sinnlichen Aufnahmen von Beethovens Violinkonzert bewundert wird, waren es ihre Interpretationen modernerer Komponisten, die sie von der Masse abhoben, und sie gewann 2013 bei den Gramophone Awards die Aufnahme des Jahres für ihr Album mit Werken der Ungarn Bela Bartók, Peter Eotvos und Gyorgy Ligeti.
Ihre Aufnahme der düsteren, kompromisslosen Stücke der Russin Galina Ustwolskaja für das Label ECM galt als weiterer aufsehenerregender Schritt, und während ihrer Arbeit mit dem St. Paul Chamber Orchestra im Jahr 2016 mischte sie den Militärmarsch "Battalia" des Komponisten Heinrich Biber aus dem 17. Jahrhundert mit der melancholischen Impression des Vietnamkriegs "Black Angels" des Avantgarde-Musikers George Crumb. Das Album "Take Two" war ebenfalls ein Höhepunkt im Jahr 2015, und im darauffolgenden Jahr trat sie live mit der Sitarspielerin Anoushka Shankar auf, bevor sie 2018 den Grammy Award für die beste Kammermusikdarbietung für "Death & The Maiden", ihre Auseinandersetzung mit Schuberts "Streichquartett in d-Moll", gewann.