Die international bekannten Schwestern Katia und Marielle Labèque (geboren 1950 bzw. 1952 in Bayonne) begannen ihre gemeinsame Karriere 1970 mit der Aufführung von Messiaens Visions de l'Amen unter der Leitung des Komponisten. Ob gemeinsam oder getrennt – ihre Konzerte und Aufnahmen waren sehr erfolgreich. Im Jahr 1980 wurde Rhapsody in Blue von Gershwin für zwei Klaviere und Schlagzeug mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet. Die Labèque-Schwestern waren in dieser Zeit bis Ende der 1990er Jahre äußerst produktiv. Das Album Carnaval (1997), das mit einer ganzen Reihe von Rockstars aufgenommen wurde, war das letzte vor einer etwa zehnjährigen Pause, in der sie unterschiedlichen Tätigkeiten nachgingen. Marielle Labèque, die mit dem Dirigenten Semyon Bychkov verheiratet ist, tat sich 2005 wieder mit ihrer Schwester zusammen, um in Rom eine Stiftung, ein Tonstudio und das Label KML Recordings zu gründen, unter dem 2012 die Anthologie Minimalist Dream House erschien, die dem 50-jährigen Jubiläum der minimalistischen Musik gewidmet ist. Das Repertoire von Katia und Marielle Labèque ist sehr umfangreich: Es reicht von der Klassik und Romantik bis hin zu zeitgenössischen Komponisten. Luciano Berio, György Ligeti, Philippe Boesmans und Michael Nyman haben ihnen jeweils eines ihrer Werke gewidmet. Im Jahr 2015 führten sie die Komposition „Star Cross’d Lovers“ von David Chalmin urauf, die sie für das Album „Love Stories“ (2017) mit „West Side Story“ von Leonard Bernstein kombinierten. Zwei Jahre später umfasst El Chan das gleichnamige Stück von Bryce Dessner sowie dessen Konzert für zwei Klaviere unter der Leitung von Matthias Pintscher. Anschließend arbeiten die Schwestern mit Philip Glass an der Klaviertranskription der drei Opern, die nach den Stücken von Jean Cocteau komponiert wurden: Orphée, Die Schöne und das Biest und Les Enfants terribles, die in der Box Cocteau Trilogy (2024) zusammengefasst sind, die zu den Bestsellern der klassischen Musik in Frankreich (Platz 11) und im Vereinigten Königreich (Platz 4 der Fachcharts) zählt. Im Jahr 2026 zeichnet die 3-CD-Box 55 ihren Werdegang anhand von dreißig ausgewählten Stücken und fünfundzwanzig bisher unveröffentlichten Aufnahmen nach.