Valentin Vasylyovych Silvestrov, geboren am 30. September 1937 in Kiew, Ukrainische SSR, Sowjetunion, ist ein ukrainischer Komponist und Pianist. Im Alter von fünfzehn Jahren begann er mit privatem Musikunterricht, besuchte von 1955 bis 1958 die Kiewer Abendmusikschule und wurde 1958 am Kiewer Konservatorium aufgenommen, wo er bei Borys Lyatoshynsky Komposition studierte. Seine frühen Kompositionen, darunter die Sinfonie Nr. 1 (1963), spiegelten avantgardistische Zwölftontechniken wider und stießen bei den sowjetischen Kulturbehörden auf Ablehnung, was 1970 zu seinem Ausschluss aus dem Komponistenverband der UdSSR führte. Nach einem Auftrag der Koussevitzky Music Foundation im Jahr 1967 wurde seine Sinfonie Nr. 3 „Eschatophonie“ 1968 bei den Darmstädter Ferienkursen uraufgeführt, was seinen ersten großen internationalen Auftritt darstellte. In den 1970er Jahren wandte er sich einem postmodernen, neoklassizistischen Stil zu, den er als metaphorische Musik bezeichnete. Zu seinen Kompositionen aus dieser Zeit zählen „Kitsch-Music“ (1977), „Postludium“ (1984), „Metamusic“ (1992) und „Requiem für Larissa“ (1999). 1995 erhielt er den Nationalpreis „Schewtschenko“, und im Oktober 2011 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Nationaluniversität der Kiew-Mohyla-Akademie verliehen. Im März 2022 floh er aufgrund der russischen Invasion in der Ukraine nach Berlin und wurde im Juli 2022 mit dem Internationalen Schostakowitsch-Preis sowie im Oktober 2022 mit dem Opus-Klassik-Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet.