Vor Eddie Lang galt Gitarrenvirtuosität nicht als Pluspunkt in der Jazzmusik. Doch der in Philadelphia geborene Gitarrist ließ das Instrument über seine übliche Rolle als Hintergrundfarbe hinaus hervorstechen und zeigte eine Vielseitigkeit, die ihn nicht auf eine bestimmte Technik beschränkte. Der am 25. Oktober 1902 geborene Lang wechselte zur Gitarre, nachdem er in seiner Jugend jahrelang Geige und Banjo gespielt hatte, und sein Können war sofort offensichtlich.
Langs professionelle Karriere begann 1924 bei den Mound City Blue Blowers, wo er regelmäßig mit seinem Jugendfreund, dem Geiger Joe Venuti, zusammenarbeitete. Er spielte auch mit Größen wie Bix Beiderbecke, duettierte mit Lonnie Johnson und arbeitete in den frühen 1930er Jahren mit Bing Crosby zusammen. Venuti und Lang waren in einem Segment des bahnbrechenden Films King of Jazz von 1930 zu hören, dem ersten Film, der einen vorab aufgenommenen musikalischen Soundtrack verwendete. Er veröffentlichte mehrere Singles für das Okeh-Label und nahm mit Bessie Smith, Louis Armstrong und Hoagy Carmichael auf - ein Hinweis auf seine Größe und sein Potenzial. Doch am 26. März 1933 ereignete sich eine Tragödie, als Lang im Alter von 30 Jahren nach einer verpfuschten Mandeloperation in New York City starb. Sein Werk wurde in den Jahrzehnten nach seinem Tod mehrfach zusammengestellt, wobei Titel wie Jazz Guitar Virtuoso und Pioneers of Jazz Guitar seine allgemein anerkannte Beherrschung des Instruments beschreiben.