Der aus Québec stammende kanadische Cembalist und Organist Kenneth Gilbert (geboren am 16. Dezember 1931 in Montreal) begann im Alter von vier Jahren mit dem Klavierunterricht. Er nahm Unterricht am Konservatorium bei Yvonne Hubert und Gabriel Cusson und gewann 1953 den Prix d'Europe der Musikakademie von Québec. Nach einem Aufbaustudium in Paris bei Gaston Litaize, Ruggiero Gerlin, Maurice Duruflé und Nadia Boulanger sowie Privatunterricht bei Wanda Landowska gab er Orgelkonzerte in der Kirche von Montreal und machte Aufnahmen für Radio-Canada, bevor er vom Label Baroque Records unter Vertrag genommen wurde, für das er Alben über die Barockorgel produzierte(Organ Baroque Masters, 1964). Danach bevorzugte er das Cembalo mit einer Gesamteinspielung der Stücke von François Couperin und Programmen, die Bach, Rameau, Purcell, Froberger, D'Anglebert, Scarlatti, Soler und Lully gewidmet waren. Er arbeitet regelmäßig mit den Flötisten Mario Duschesnes und Jean-Pierre Rampal, dem Geiger Steven Svaryk und dem Oboisten Jacques Simard zusammen. Zwischen 1981 und 1985 stellte Kenneth Gilbert eine Anthologie des Livre d'orgue de Montréal zusammen, die an der McGill University aufgenommen wurde. Als Orgelpädagoge und -historiker nahm er zusammen mit der Musikwissenschaftlerin Élisabeth Gallat-Morin an Restaurierungsarbeiten teil. Kenneth Gilbert, der mit zahlreichen Preisen und Ehrungen ausgezeichnet wurde, u. a. als Offizier des Ordens von Kanada (1986) und als Offizier der Künste und Literatur in Frankreich, starb am 16. April 2020 im Alter von 88 Jahren in der Stadt Québec City.