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Cake day: February 7th, 2025

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  • Ich bin nicht sicher, ob die von LTO verlinkten Fälle bezüglich Einreiseverboten direkt vom Kommissar stammten, aber ich sehe im Artikel keine konkreten Beispiele für Unterdrückung von Protesten oder Meinungen (was nicht heißt, dass sie nicht existieren, nur dass der Artikel und womöglich auch der ursprüngliche Bericht sie nicht zitiert).

    Ebensowenig sehe ich in dem Artikel Beispiele seitens der Bundesregierung, in denen sie Einzelfallentscheidungen zugunsten Pro-Palästina-Aussagen gefällt hätten, um die Anschuldigungen zu entkräften. Zu behaupten “ne, wir sind da volll im Recht ind so” ist keine glaubwürdige Verteidigung.

    Das muss alles kein Indiz zu dem Bericht, geschweige denn der Realität sein, sondern bezieht sich hier explizit auf den Artikel. Der ist da voller Behauptungen (die ich zum Teil auch so sehe), aber äußerst sparsam mit Beispielen.




  • If it’s created by DHH, I’m pretty sure the “opinionated” you’re missing on is insane racism, the “beautiful” is white non-immigrants and the “modern” is the old “brown people are bad” claim in a fresh coat of “brown people are trying to displace white people” presentation.


  • I think you missed the part where the common user won’t activate the scary feature that allows them to run arbitrary apps. You, as a dev, are in the minority. The point is that you could make a great app almost nobody would (be able to) use because you didn’t pay Apple to let them run it.

    And push messages being an advanced feature is wild.








  • Naja… alle? Es gibt genügend Länder, die sich vornehm mit der Kritik zurückhalten.

    Da hast du Recht, das war falsch formuliert. Eurozentrisch betrachtet wäre das eine rhetorische Hyperbel, aber den Rest der Welt sollte ich natürlich nicht unterschlagen. So ausgedrückt stimmt das schlichtweg nicht.

    Ich hatte von ~1.3 Mio Barrel pro Tag 2025 gelesen.

    Der Artikel erwähnt aber auch den verheerenden Effekt der Sanktionen. Wie gesagt: Die Säule scheint schon weggebrochen zu sein, also nicht mehr viel zu verlieren.

    So wie ich die Äußerungen des Iran verstehe, möchte man das als dauerhaftes System etablieren, um sich eine ständige Einnahmequelle zu eröffnen. Und das wird wohl wenig Anklang bei den anderen Ländern finden.

    Absolut. Der übliche Weg, dem beizukommen, wäre dann Diplomatie unter Androhung (weiterer) Sanktionen oder Gewalt. Und genau das hätte ich als Absicht hinter diesen Äußerungen vermutet: Eine starke Verhandlungsbasis für Diplomatie schaffen.

    In beiden Fällen hat die jeweils andere Seite einen immensen Anreiz, ebenfalls zu blockieren und damit das System des ersten zu zerstören.

    Sprich: Wenn das positive Equilibrium erst verloren ist, stellt das negative eine Verbesserung / Schadensbegrenzung dar?

    Ich denke schon, dass ich dich richtig verstehe; ich halte das jedoch nicht für ein symmetrisches Spiel.

    Isoliert betrachtet, ja, volle Blockade negiert den Profit der Maut. Im konkreten Beispiel glaube ich aber, dass der Nutzen der Blockade / Maut für Iran höher ist als für die USA. Die Maut erhöht Ölpreise auf dem Weltmarkt, was auch die USA trifft (oder zumindest ihre Bürger, die Ölhändler freuen sich natürlich).

    Da die USA insgesamt mehr Wirtschaftsmacht hat, bringen ihr die Maut-Erlöse weniger; da sie aber mehr Öl verbraucht, trifft die Preiserhöhung sie stärker. Sie einzurichten schadet den US-Interessen, völlig egal wer sie erhebt. Wenn beide das tun und noch weniger durchkommt, steigen die Preise noch weiter, und der wirtschaftliche Druck mit ihnen.

    Das Equilibrium hätte ich vielmehr hier gesehen: Wenn Iran die Straße blockiert, egal ob die USA das auch tun, riskieren sie Krieg mit ihnen, weil sie deren Öl-Interessen schaden. Haben die USA erstmal den Krieg begonnen, ist es logisch für Iran, die Straße zu blockieren. Folglich wäre es logischer gewesen, den Krieg gar nicht anzufangen, damit die Gefahr der Eskalation weiterhin als Abschreckung dient, aber so sind sie jetzt in dem negativen Equilibrium gefangen.

    Der Ausweg wäre entweder ein Friedensabkommen, das die Straße wieder öffnet, aber schätzungsweise noch übler wäre als der vorige Iran-Deal (von dem mangelnden Vertrauen in die Abkommenstreue der USA mal abgesehen), oder eine Kapitulation der USA, weil sie den Krieg nicht weiter fortführen können (wobei das die Straße nicht öffnen würde, sondern nur dem Iran einen Freifahrtschein für die weitere Kontrolle und entsprechend Hebelkraft für Verhandlungen geben würde).

    Aber ein Iran, der mit Raketen eine 4000km entfernte Militärbasis angreift, obwohl er jahrelang beteuert hat, gar kein Raketenprogramm dieser Reichweite zu besitzen oder anzustreben und deswegen die Sanktionen unberechtigt wären

    Bezogen die Sanktionen sich nicht primär auf das Atomprogramm, das Iran laut der IAEA bereits 2003 suspendierte, was sie 2015 abschließend zertifizierten und im Rahmen des JCPOA fortlaufend überwachten, bis die USA 2018 die Sanktionen wieder einsetzten, unter der Behauptung, dass Iran sich…

    mit seinem Nuklearprogramm zumindest “sehr intransparent” verhalten hat

    …, welche von Israel ausging, das aufgrund von persönlichen Interessen keine zuverlässige Quelle darstellt, und der die IAEA entschieden widersprach, unter Verweis auf den erwähnten Bericht und die intensiven Überwachungsmaßnahmen, woraufhin Iran 2019 seine Absicht verkündete, das Programm wieder aufzunehmen, dabei die IAEA-Inspektionen weiter zuließ, jede Überschreitung von Grenzwerten des Abkommens bekanntgab und somit selbst beim Verletzen und Kündigen des Deals das Musterbild der Transparenz war?

    Sorry, nachdem Irak offenbar doch keine WMD hatte, neige ich hier eher dazu, der IAEA zu glauben als den Herren “Mein Heiliges Land” und “Ich mag den nicht”.




  • Zumindest den Punkt des militärischen Konters können wir wohl begraben.

    Ja, das war eher der Theorie halber. Dass das praktisch nur in Katastrophe enden würde ist uns allen klar.

    jede dieser größeren Mächte nutzt seine wirtschaftlichen Hebel ganz bewusst, um die jeweiligen Konkurrenten zu behindern.

    Ist auch ein schwieriges Spiel, den anderen mehr zu behindern als man sich selbst dafür wirtschaftlich ins eigene Fleisch schneidet. Wir könnten glaube ich alle so viel besser dran sein, wenn nicht dauernd irgendwelche Astlöcher einander ausstechen wollten.

    es ist eben auch wie mit einer Schrotflinte in eine Menschenmenge zu feuern. Klar kannst du dein Ziel dabei treffen, aber primär eben auch die anderen.

    Wenn die anderen einen Aggressionskrieg dulden oder gar unterstützen sind sie aus Sicht des Verteidigers ebenfalls Ziele. Sonst sind sie Kollateralschäden der Notwehr, die das den USA anlasten sollten. Und wenn du nicht nah genug an das Ziel rankommst, um dich präziser zu verteidigen… Bei Ukraine sind wir alle eingesprungen und haben geholfen, aber Palästina schreit seit Jahren vergeblich um Hilfe.

    Ja, ist beschissen, aber nicht ihre Schuld.

    Sicher verdienen sie nicht so viel wie bspw ein Saudi-Arabien, dennoch sind die Einnahmen aus dem Rohstoffexport ein erheblicher Stützpfeiler der iranischen Wirtschaft.

    Laut https://www.worldstopexports.com/worlds-top-oil-exports-country/ waren das in 2024 21k USD. Klingt für mich danach dass der Stützpfeiler schon weggebrochen ist, wodurch wir wieder bei “haben nicht viel zu verlieren” wären.

    So oder so funktioniert der Ansatz der Iraner jedoch nur, wenn ihn nur die Iraner verfolgen.

    Ich glaube, der Ansatz ist nicht primär das feine Kontrollieren sondern erstmal überhaupt das Stören. Das auf Dauer im Detail zu kontrollieren wäre erheblicher Aufwand bei der Menge an Schiffen, die normal durchfährt. Das geht, wenn man es als “begrenzte Ausnahme” einer Sperre macht, aber langfristig ist ja auch für Iran das Ziel, das wieder zu öffnen (nur halt nicht auf Kosten ihrer Souveränität).

    Deswegen glaube ich nicht, dass das der Plan ist. Es reicht, wenn klar ist, dass sie zumachen können. In der Schrotflintenanalogie: “Solange auf mein Haus geschossen wird, ist die Straße nicht sicher.” Und das funktioniert auch wenn andere mitmachen.

    Nur noch mal zur Sicherheit: die Vorzeichen “Iran” und “USA” sind für dieses Ergebnis im Übrigen vollkommen unerheblich, es wäre ebenso logisch, wenn stattdessen der Iran so auf eine Blockade + “Maut” der Amerikaner reagieren würde.

    Das sehe ich anders.

    Die USA haben an der Region hauptsächlich das Interesse, dass Öl und Gas fließen. Das zu blockieren oder zu hemmen würde ihren eigenen Zielen schaden. Klar könnten sie eine Maut verlangen - das wird dann halt auf den Preis aufgeschlagen.

    Iran hat hauptsächlich das Interesse, weiterhin zu existieren. Einen Krieg mit den USA zu riskieren würde das gefährden. Sie könnten sich die Blockade nicht leisten, wenn sie nicht eh schon im Kampf um ihr Überleben wären.

    Wenn wie statt Iran China einsetzen, würde das schon mehr Sinn machen, von dem Risiko militärischer Eskalation abgesehen.

    Die Wette, dass die Weltgemeinschaft in diesem Konflikt nun die USA als die “weichere” Position auffassen werden und diese zu beeinflussen versuchen, ist mindestens gewagt.

    Selbst wenn die Weltgemeinschaft hinter Trump stünde, würde ein weiterer Golfkrieg massive Kosten fordern und signifikanten Schaden in der Region anrichten. Die Blockade ist ja nicht das einzige militärische Ziel. Bedenke, wie schwer es die Koalition schon in Irak hatte. Dann bedenke, dass Iran doppelt so viele Bürger hat, dreimal so groß ist und viel unwegsames Gelände hat, was eine Offensive auf dem Boden schwierig und teuer machen würde, selbst wenn sie keine Unterstützung von anderen Mächten bekämen, die dem US-Bündnis eine auswischen wollen.

    Vor diesem Hintergrund stellt sich auch die politische Frage: Wie viele tausende Leben wollen wir diesmal opfern, um hoffentlich den Status Quo Ante wieder herzustellen?

    (Abgesehen davon: Was hat Iran bei der Wette zu verlieren? Ihre Existenz steht ja schon auf dem Spiel.)

    Das Regime in Teheran steht der “negativen Beliebtheit” eines Trumps nicht unbedingt nach. Es wird sich die Frage stellen, auf welcher Seite man die schnellste/günstigste Lösung vermutet.

    Das Regime in Teheran hat zumindest strategisch weniger den Ruf, unberechenbar und willkürlich wortbrüchig zu sein. Der Deal “Sanktionen gegen Atomwaffen” war für sie vorteilhaft, keine Frage, aber es bestanden vermutlich auch gerade deswegen laut der IAEA keine Indizien, dass sie sich nicht daran gehalten hätten (und verzeih mir, wenn ich den Behauptungen der USA, wer jetzt schon wieder vermeintlich Atomwaffen hätte, nicht mehr uneingeschränkt glaube).

    Wenn ich überlege, wen ich aus sicherheitspolitischer Sicht eher beschwichtigen will, rechne ich mir doch bessere Chancen mit “Ich will vor allem überleben” als mit “Ich will alles haben - Kanada, Grönland, eigentlich soll mir die ganze EU zu Füßen liegen, Venezuella hab ich eh schon unterworfen und wer als nächstes dran ist muss ich mir noch einreden lassen - und mir sind alle Zusagen und Bündnisse egal.”

    Iran wird die Blockade vermutlich im Gegenzug für Konzessionen aufheben. Bei den USA weiß ich nicht, ob die nicht nachher beschließen “Ach weißt du was, so ein Erpressungsschema ist doch eigentlich ganz nett. Fühlt sich nach Macht an. Ich mag Macht.”

    Ja, Iran ist ein Problem und das Regime ist grausam zu seinen Bürgern. Die USA sitzen da leider gerade im Glashaus. Wir leiden auch drunter, wenn auch bisher weniger. Der ganze Scheiß geht so oder so auf den Nacken der Armen, und in diesem Fall sind die USA der Aggressor. Alle strategischen Überlegungen beiseite wäre das Grund genug, sie genauso zu verurteilen wie Russland.


  • Aktie wird plötzlich von jemanden zu Wert2 > Wert1 gekauft.

    Warum würde er das tun? Und mit welchem Geld? Klar, rein theoretisch könnte man die Zahlen bis ins Unendliche hochschaukeln, indem man fiktive Werte hin- und herhandelt und jedes Mal so tut, als hätten sie dabei noch mehr an Wert gewonnen, aber das Problem ist doch das Risiko, dass dir irgendwer deinen fiktiven Wert nicht mehr abnimmt und du auf einem ganzen Haufen Nichts sitzenbleibst ohne je tatsächlich Geld dafür bekommen zu haben mit dem du tatsächlich was zu Essen kaufen kannst.

    Deshalb muss die Erwartung, dass die Aktie an Wert gewinnt, zumindest entfernt an die Möglichkeit gebunden sein, dass sie auch mehr Geld ausschüttet. Wenn ich sie schon nicht mehr loswerde, will ich wenigstens Dividende, damit sich der Kauf irgendwann rentiert. Und ich zahl doch nicht mehr, wenn ich erwarte, dass das nur länger zum rentieren braucht.

    Wachstum kann entkoppelt von realen Gütern stattfinden, aber menschliches Verhalten ist letztlich doch von menschlichen Bedürfnissen geprägt.

    Die Überanspruchung von knappen Ressourcen ist ein eigenständiges Problem. Lassen wir doch die BWLer ihre großen und größeren Zahlen in Excel Tabellen, aber zwingen wir sie dazu, dass Externalitäten Geld kosten.

    BWLer zur Kasse bitten ist so oder so eine gute Idee. Bin voll dabei.


  • Und wie sollen Indien oder China die USA davon abhalten, ihre militärischen Abenteuer nach eigenem Gutdünken durchzuziehen?

    Diplomatie ist leider nur so mächtig wie die Druckmittel, die man einsetzen oder zumindest androhen kann, falls der gute Wille versagt. Das sind üblicherweise wirtschaftliche (z.B. Sanktionen) oder militärische Mittel. Sprich: Wenn die USA militärische Abenteuer probiert, können Indien oder China versuchen, wirtschaftliche Daumenschrauben anzusetzen, oder ihrerseits militärisch kontern.

    Iran hat nicht die Mittel, militärische Macht bis nach Amerika zu projizieren, und ist wirtschaftlich selbst vergleichsweise unbedeutend. Ihnen bleibt also nur die Option, die Wirtschaft der anderen unter Druck zu setzen.

    Aber, und das ist halt mein Punkt, aus spieltheoretischer Sicht eben auch der Schritt der Amerikaner nun als Antwort darauf.

    Warum? Iran hat selbst wenig Nutzen davon, dass die Schiffe passieren, da sie selbst (dank Sanktionen) eh nicht so viel am Ölhandel verdienen wie ihre Nachbarn. Sie waren auch in der Vergangenheit nicht auf die Gelder angewiesen, die sie jetzt abfordern, und können vermutlich auch weiterhin ohne leben. Es geht Iran hier nicht um den eigenen Profit, sondern um den Schaden für die USA und ihre internationalen Beziehungen. Die zusätzliche Blockade trifft sie also nicht groß.

    Wen sie noch am ehesten trifft sind die Staaten, die prinzipiell passieren könnten, weil sie keine Verbündeten der USA sind. Ich glaube nicht, dass “Sei mein Freund, sonst…” ein kluger Spielzug ist.

    Und für die Drittländer ist es von Interesse, dass sich so ein Ansatz nicht etabliert.

    Dass die Gefahr einer Blockade besteht war seit dem ersten Golfkrieg klar, aber Iran hatte bisher wenig Interesse daran, den schwelenden Konflikt zu eskalieren. Das hätte aus einer drohenden Atommacht ein akutes Problem ohne Atomwaffen gemacht und somit all die Profiteure des Ölhandels zum Feind gemacht und vermutlich einen weiteren Krieg angefangen. Solange sie den Ärger nicht eh schon haben, lohnt sich das einfach nicht.

    Entsprechend ist es für Drittländer von Interesse, dass sie diesen Ärger weiterhin nicht haben. Der “Iran-Deal” war ein Versuch, die Situation zu entschärfen: Hauptsächlich ging es drum, das Atomwaffenprogramm einzufrieren, wodurch die drohenden Atommacht zumindest gebremst wäre. Aufheben der Sanktionen würde zusätzlich bedeuten, dass Iran doch vom Ölhandel profitieren könnte, und somit auch ein Interesse daran haben, die Straße offen zu halten.

    Und dann geht so ein Idiot her, führt die Sanktionen wieder ein, nimmt Iran damit den Grund, das Atomprogramm zu pausieren und den Profit an der Straße, und greift sie an, wodurch obiges “Solange sie den Ärger nicht eh schon haben” wegfällt: Jetzt müssen sie durch die Blockade keinen Krieg befürchten, weil sie ihn eh schon haben.

    Das Kind ist also längst im Brunnen. Iran haben unter Zwang bewiesen, wie viel Einfluss sie auf den Ölmarkt haben. Die vorher schwer zu beziffernde Drohung ist jetzt ein handfestes Druckmittel. Wenn der letzte Iran-Deal “Sanktionen gegen Atomprogramm” schon schlecht war, wird der nächste “Sanktionen gegen Ölhandel, aber das Atomprogramm behalte ich diesmal” noch viel beschissener.


  • Die Zahl kann unendlich groß werden.

    Klar, das nennt sich dann Inflation. Wenn die gleiche Menge an Gütern oder Dienstleistungen immer mehr kostet, wird das Geld immer weniger wert. Leute können weniger kaufen, der Absatz bricht irgendwann ein und das wars mit Wachstum.

    Wenn das nachhaltig sein soll, dass die Leute trotzdem weiter kaufen können, müssen sie also auch mehr Gehalt bekommen. Dann steigen mit den Einnahmen auch die Ausgaben, die Gewinn-Marge bleibt unverändert und wir haben wieder kein echtes Wachstum.

    Also ja, theoretisch können wir die Zahlen beliebig erhöhen. Lass mal in Cent statt in Euro rechnen, dann verhundertfacht sich mein Vermögen direkt.

    Praktisch ändert das nichts daran, dass eine größere Zahl nicht mehr Land schafft, mehr Zeit hinzufügt oder mehr Rohstoffe in den Boden bringt.


  • Bei wem denn? Der Iran bittet alle Schiffe zur Kasse, ganz unabhängig davon, woher sie kommen - und nicht etwa nur amerikanische oder israelische. Wo macht das Sinn?

    Angriff auf den politischen Willen, der den Krieg vorantreibt: Je unangenehmer die Konsequenzen des Angriffs der US-Israeli-Koalition für alle anderen sind, desto größer der außenpolitische Druck. Trump mag auf keine diplomatische Vernunft hören, aber kein Regent regiert alleine und wenn seine Politik zerstörerisch genug ist, kriegt er irgendwann auch aus den eigenen Reihen Probleme. Das mag eine Weile dauern, aber je länger die Schrauben dran sind, desto unangenehmer werden sie.

    Es hat auch für Iran Vorteile, sich im strategischen Geflecht internationaler Beziehungen als einflussreich zu etablieren. Wer seine Souveränität behalten und verteidigen will, macht am besten deutlich, dass es zu teuer wäre, ihn anzugreifen. Wenn sie die Schrauben einmal so richtig angezogen haben, um allen zu beweisen wie fest sie die kriegen, können sie danach auch wieder lockern um diplomatisches Kapital zu schöpfen - Hauptsache jeder behält im Kopf, wie übel die Alternative zur Diplomatie ist.

    Wenn hier Völkerrecht über Bord geht, ist das ein Opfer unbedachter Aggressionen. Ein Verteidiger, der in die Ecke gedrängt wird, will nicht warten, bis ihm ein Grabstein gesetzt wird “Sie waren im Recht”. Das erste und oberste strategische Ziel jedes Staats ist das Überleben.


  • Das System von Aktienmärkten “funktioniert” durch Spekulation auf Gewinnzuwachs.

    Wenn der Wert einer Aktie vom erwarteten Gewinn abhängt, macht der Handel damit nur Sinn, wenn eine Grunderwartung besteht, dass dieser erwartete Gewinn wächst, die Aktie somit an Wert gewinnt und ich sie mit Gewinn verkaufen kann. Eine Aktie zu kaufen, die ihren Wert nur hält, ist ein Verlustgeschäft in Höhe des Aufwandes, den mir der Kauf bereitet hat. Also kaufe ich sie nur, wenn ich erwarte, dass der erwartete Gewinn steigt, und dass wiederum jemand anderes später ebenfalls erwarten wird, dass sie weiter steigt.

    Wenn Aktiengesellschaften aufhören zu wachsen und ihre Aktien “nur noch” der Gewinnausschüttung dienen, werden ihre Aktien weniger wert als diejenigen, die weiter wachsen, was wiederum bedeutet, dass sie später schlechter neue Aktien verkaufen können, wenn sie flüssiges Vermögen brauchen. Sie müssen also zu ihrer eigenen Sicherheit (und natürlich um der Erwartung ihrer Aktionäre zu entsprechen, die ihre Aktien irgendwann gewinnbringend verkaufen wollen) stets weiterwachsen.

    Wenn wir feststellen, dass unbegrenztes Wachstum nicht nachhaltig ist, läuft das auf einen “Bigger Idiot” Scam raus: Wer mitmacht hofft, am Ende nicht der größte Depp zu sein der mit wertlosen Aktien dasteht, sondern einen größeren Idioten zu finden.

    Wenn der größte Idiot ein Kreditinstitut ist, dem wir unser Geld anvertraut haben, oder sonst eine kritische Dienstleistung erbringt, dann würde uns das ja allen schaden, also müssen wir ihn gemeinsam retten.

    Deswegen die Anführungszeichen um “funktioniert”: Wenn das System dann mal nicht mehr funktioniert, ziehen wir es gemeinsam aus dem Schlamm und weiter geht die Höllenfahrt.