Der britische Bariton Benjamin Luxon hat sich sowohl auf der Opernbühne als auch auf Tonträgern einen Namen gemacht, vor allem mit zahlreichen Liederzyklen. Er wurde am 24. März 1937 in Redruth, Cornwall, geboren und studierte an der Guildhall School in London bei Walther Gruner. 1961 gewann er den dritten Preis beim Internationalen ARD-Wettbewerb in München und wurde so einem größeren Publikum bekannt. Er wurde von Benjamin Brittens English Opera Group engagiert und nahm an den Tourneen der Opern Albert Herring und The Rape of Lucretia teil, bevor er 1971 in der Fernsehoper Owen Wingrave eine erste, eigens komponierte Rolle kreierte. Im folgenden Jahr gab Benjamin Luxon sein Debüt am Royal Opera House in London in Peter Maxwell Davies' Taverner und beim Glyndebourne Festival in Monteverdis Il ritorno d'Ulisse in Patria. 1974 begann eine langjährige Partnerschaft mit The English National Opera, in deren Rahmen der Bariton auf der ganzen Welt auftrat, u. a. 1980 an der Metropolitan Opera in New York in Tschaikowskys Eugen Onegin, 1986 an der Mailänder Scala und 1988 in Los Angeles in Bergs Wozzeck oder in München und Wien. Benjamin Luxon ist auch als großer Interpret von Liedern verschiedener Stile und Epochen bekannt, von der Alten Musik bis hin zu Zyklen, die von Schubert oder Britten komponiert wurden, meist mit seinem treuen Begleiter, dem Pianisten David Willison, von 1961 bis 1999, wie auch von traditionellen Melodien der britischen oder irischen Folklore mit Bill Crofut. Seine Diskografie umfasst rund 100 Aufnahmen aus seinem vielfältigen Repertoire. 1986 zum Commander of the Order of the British Empire (CBE) ernannt, begann er um 1990 unter Hörproblemen zu leiden, die ihn dazu veranlassten, seine Auftritte gegen Ende des Jahrzehnts einzustellen. Benjamin Luxon zog sich nach Massachusetts in den USA zurück und wurde amerikanischer Staatsbürger. Er starb am 26. Juli 2024 im Alter von 87 Jahren an Darmkrebs.