Nicht die Boomer sind das Problem, sondern die ungleiche Verteilung des Vermögens innerhalb der Gesellschaft.
Boomer vs. junge Generation ist nur ein weiterer Versuch, eine Konfliktlinie zwischen zwei Gruppen zu ziehen, damit sich die Leute möglichst untereinander bekeifen anstatt die Reichen ordentlich zu besteuern.
Dass die Bevölkerungszahlen in den nächsten Jahrzehnten zum Teil stark zurückgehen werden, ist aber dennoch eine Realität, die der Artikel anspricht.
Jo aber wir haben in den letzten 50 Jahren auch Produktivitätszuwachs in Deutschland von ~240% gehabt.
Nach inflationsbereinigung.
Nur haben die Gewinne eben nicht die Arbeiter und Rentner eingesteckt, sondern die überreichen. Siehe auch hier: https://www.geldfuerdiewelt.de/p/zu-viele-rentner-zu-wenig-kinder
Es wäre also easy genug Produktivität da, um allen Rentnern und Arbeitern ein gutes Leben zu ermöglichen; selbst nachdem die Boomer in Rente sind.
Man erklärt es hier mit der gleichbleibend hohen “Nachfrage”, aber sagt nichts dazu woher die kommt. Die vollständige Antwort ist, dass diese Immobilien von (durch die ständigen Krisen immer reicher gewordenen) Reichen aufgekauft werden, die immer durstiger auf Investitionsgelegenheiten werden, je stärker die Wirtschaft bergab geht und je volatiler Aktienmärkte (usw.) werden. Und die erwarten dann natürlich einen ROI, der sich an den Preisen zum Kaufzeitpunkt orientiert und werden entsprechend entweder teurer (an andere Reiche) weiterverkaufen wollen oder teure Miete verlangen “müssen”.
Eine temporäre Lösung für hohe Immobilienpreise wäre eine Vermögenssteuer. Und die einzige Dauerlösung, die nicht nach wenigen Jahrzehnten wieder durch Korruption aufgeweicht wird ist es Privateigentum (!= persönliches Besitztum) zu verbieten.
Der letzte Absatz ist ja schnell eskaliert. Ich finde den Besitz (Edit: gemeint war Privateigentum) eines Eigenheims nicht problematisch. Die Grenze würde ich eher ab 1 Immobilie sehen. Dass man ab das irgendwie besteuert. Beispielsweise Grundsteuer dann statt 3,5% ->30%. So bleibt das Haus erschwinglich für denjenigen der noch keins hat aber teuer für denjenigen der bereits 2-3 Immobilien oder mehr besitzt.
Genau, Privateigentum muss nicht verboten werden. Viel zu radikal und dann wahrscheinlich auch Quatsch. Eine harte Deckelung braucht es wahrscheinlich auch nicht mal, einfach schön steigende Steuern, die dann diesen Deckel darstellen. Wenn da jemand sagt: “Wollen sie etwa, dass man es sich dann durch/wegen der Steuern nicht mehr leisten kann und man dann sein Eigentum abgeben muss?”, kann ich nur antworten: “Ja genau, dafür ist es gedacht!”. Betrifft ja nicht die erste und eine angemessene Wohnsituation. Aber der Verweis auf die “arme Tante Erna” oder die “Oma/Großeltern die ihr Leben lang gespart haben” scheint ja bereits alle Diskussionen schon im Keim ersticken lassen zu können. Problem sind Überreiche und Profitorientierte Firmen die dir als Privatkäufer alles vor der Nase wegbieten können, was sich einigermaßen lohnt und daher wahrscheinlich auch die schönsten und praktischsten Wohnorte.
Der letzte Absatz ist ja schnell eskaliert. Ich finde den Besitz eines Eigenheims nicht problematisch.
Dann hast du ihn aber nicht verstanden. Es steht ja explizit da, dass damit nicht persönliches Besitztum gemeint ist. Niemand hat was dagegen, dass dir das Haus gehört, in dem du lebst, das wäre sogar besser für alle wenn’s für jeden so wäre. („Die Häuser denen die drin leben“). Aber sobald du anfängst mit Profitinteresse weitere Immobilien zu erwerben wirds halt problematisch.
Ja, mein Fehler. Umgangssprachlich ist bei mir Besitz und Eigentum das gleiche. Effektiv meinte ich Privateigentum. Wurde ergänzt.
Profit bei begrenzten Ressourcen (Wohnfläche, Bauland etc.) führt immer zu Problemen. Deswegen würde ich auch die Grenze bei einer Immobilie sehen. Im schlimmsten Fall hast dann eine Person die 30 Wohnungen vermietet. Das wäre eine gigantische Verbesserung gegenüber der aktuellen Situation.
Beim Thema Besitz einer Immobilie wäre ich eher vorsichtig. Je nachdem wie man die Regulierung hier gestaltet ist. Erbpacht ist beispielsweise ein System das ich einfach zum Vergleich heranziehe. Läuft die Erbpacht aus kann der Eigentümer des Grundstücks den Besitzer für das bestehende Haus 2/3 des Gebäudewerts entschädigen. Was dazu führt dass solche Immobilien ~20 Jahre vor Ablauf deutlich günstiger zu erwerben sind und die aktuellen Besitzer sich eine Renovierung zweimal überlegen. Denn die wissen sie erhalten maximal 2/3. OK kann man jetzt sagen “Investition in eine selbst bewohnte Immobilie ist immer eine Lifestyle Entscheidung und lohnt sich nie.” Fair. Aber ich finde den Gedanken eine Immobilie zu nutzen, sie zu bewohnen, zu erhalten und dann der nächsten (eigenen) Generation zu übergeben eine schöne runde menschliche Sache. Funktioniert bei Erbpacht nur bedingt.
Klar kann man insgesamt nochmal darüber reden ob man bei der 600m² Villa am Tegernsee noch von einem realistischen Wohnbedarf sprechen kann.
Beispielsweise Grundsteuer dann statt 3,5% ->30%.
Der Ansatz ist nicht total daneben, aber die Zahlen müssten halt so auspendeln dass Vermieter nur noch zum Selbstkostenpreis operieren können. Kann total sein dass der dann nebenher noch einen richtigen Job brauchen wird, aber das ist ja auch im Sinne unseres Kanzlers z.B. - angeblich arbeiten wir deutschen ja zu wenig. :)
Oder sogar progressiv. Warum nicht denjenigen härter besteuern der 300 Immobilien hat als denjenigen der 2 Immobilien hat? Kann mir schon Lebenskonstellation vorstellen bei denen es Sinn ergibt dass eine Person 2 Immobilien hat. Aber keine 300.
Wie? Aus Besitz Profit generieren ist etwa keine Leistung? Aber aber aber mir hat Papa Merz beigebracht dass Leistungsträger die sind die viel verdienen (= bekommen).
Mit leeren Immobilien ist deine Miete null und du musst trotzdem für die Instandhaltung zahlen.
Der Grund ist, dass die Nachfrage steigt, den die Bevölkerung wächst in großen Teilen Bayerns. Das ist einer der reichsten Gegenden Europas und damit wird das wahrscheinlich auch so bleiben. Dazu kommt noch, das Haushalte kleiner werden, man also mehr Wohneinheiten braucht und man eine alleine Urbanisierung hat.
Gleichzeitig wird viel zu wenig gebaut, da rechte wie linke NIMBYs den Bau massiv verhindern. Ganz besonders Großstädte müssen eigentlich massiv zu Bauen um die Nachfrage zu decken. Eine Vermögenssteuer hilft da eigentlich nichts. Es ist halt scheiss egal ob du keine Wohnung kriegst, weil du dir es nicht leisten kannst oder weil es eine 30jährige Warteliste gibt.
Mit leeren Immobilien ist deine Miete null und du musst trotzdem für die Instandhaltung zahlen.
Wenn du mehrere Immobilien hast muss das nichts schlimmes sein. Wenn nämlich in deinen restlichen Objekten durch das niedrigere Angebot die Preise stärker steigen als du Instandhaltungskosten hast.
Desswegen braucht man eine Leerstandssteuer in Ballungsgebieten, die diese Spekulation verhindert.
Deutschland regelt das über die Zweckentfremdung:
In einigen Fällen wird ein Wohnungsleerstand, der länger als drei bis vier Monate dauert, als Zweckentfremdung angesehen.
Hinweis: Um einer Zweckentfremdung entgegenwirken zu können, hat der Gesetzgeber festgelegt, dass Vermieter einen Wohnungsleerstand zwingend melden müssen.
https://magazin.hausverwalterscout.de/pflichten-bei-wohnungsleerstand/
Es fehlen in Deutschland Wohnungen durch fehlende Genehmigungen und hohe Baukosten. Man muss davon ausgehen, dass es gewollt ist weil die Politik es nicht ändert. Mit ein paar tausend Plattenbauwohnungen könnte der Markt entspannt werden.
Was fehlt ist vor allem der Wille, Vermieter in ihre soziale Verantwortung zu ziehen. Mit Plattenbauwohnungen verdient man nicht genug Geld, also wird das nicht gemacht.
Wir leben in einer Marktwirtschaft. Wenn wir anfangen, sozial günstige Mieten aus Mitgefühl zu fordern, dann doch auch Autos, Pizza und Turnschuhe.
Die Miete soll nicht günstig sein weil der Vermieter nett ist sondern weil der Mieter so viele Wohnungen zur Auswahl hat, dass der Vermieter einen guten Preis machen muss.
Den Bau des Plattenbaus könnten kommunale Wohnungsbaugenossenschaften übernehmen. Es ist einfach nicht gewollt. Am Ende ist der Wähler selber schuld. Mehr als die Hälfte wohnen zur Miete. Warum regiert keine Partei, die die Mieten senkt?
Die Miete soll nicht günstig sein weil der Vermieter nett ist sondern weil der Mieter so viele Wohnungen zur Auswahl hat, dass der Vermieter einen guten Preis machen muss.
Und die Marktwirtschaft hat dabei versagt.
Ich wette wenn wir einfach mehr marktwirtschaften wird das schon noch irgendwann…? Any day now?
Und die Marktwirtschaft hat dabei versagt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Regulatory_capture
Die Marktwirtschaft funktioniert, ein knappes Gut hat bei inelastischer Nachfrage einen hohen Preis.
Die Politik versagt, weil das Angebot nicht erweitert wird trotz hoher Gewinnmargen und vorhandener Nachfrage.
Ich wette wenn wir einfach mehr marktwirtschaften wird das schon noch irgendwann…?
Ja, weil Marktwirtschaft durch die künstliche Angebotsverknappung nicht besser funktion kann. Wenn genügend neue Wohnungen gebaut werden könnten, würden Wohnungspreise und Mieten viel günstiger sein.
Bei Turnschuhen kann man jederzeit zu jedem Preis Turnschuhe bekommen. Das sollte auch bei Wohnungen so sein.
Der Unterschied ist, dass jeder Turnschuhe herstellen und verkaufen darf, Wohnungen aber genehmigt werden müssen.
Die besten Bauzinsen sind momentan bei 3,8%. Wenn du eine Wohnung mit 250.000€ Schulden gekauft hast, dann zahlst du jeden Monat alleine fast 800€ an Zinsen an die Bank. Mit Versicherung und allem drum und dran ist man da gerne bei 1000€ im Monat an Kosten für eine leere Wohnung. Das kommt bei einer vermieteten Wohnung auch runter. Das ist also auch kein Reingewinn. Schon klar das Mieten hoch sind, aber so hoch, das Vermieter ernsthaft Wohnung vom Markt nehmen um damit die Mieten in die Höhe zu treiben sind sie auch nicht. In der Tat ist gerade bei Vonovia dem größten Vermieter einiges im argen, da sie echt Probleme mit den hohen Zinsen haben.
Solange Blackrock mehr bieten kann als Familien: Nein
Wie immer, wenn ein Artikel eine Frage als Überschrift hat, lautet die Antwort “Nein”.






